Jobbik, Ungarn, Wahl, Morvai, dpa

Im Juni 2009 sorgte Jobbik das erste Mal für Schlagzeilen, als sie bei der Europawahl 14,8 Prozent der Stimmen erhielt. Krisztina Morvai trat damals als Spitzenkandidatin auf und ist seither das zweite prominente Gesicht des rechtsextremen Newcomers.

Dabei scheint die blonde Juristin auf den ersten Blick gar nicht zu der Krawall-Partei zu passen. Einst engagierte sie sich für Frauenrechte und unterrichtete an der Budapester Universität. Noch im Jahr 2002 schickte sie die sozialistisch-liberale Regierung in den UN-Ausschuss zur Beendigung der Diskriminierung von Frauen.

Als dieses Mandat nicht verlängert wurde, so schreiben es die Journalisten Gregor Mayer und Bernd Ohdenal in ihrem exzellenten Buch Aufmarsch (Residenz Verlag 2010), radikalisierte sich Morvai und wurde zur "Fahnenmutter" der Bewegung. Bei Demonstrationen steht sie im Kostüm an vorderster Front, ruft ausländische Journalisten zu sich und erklärt ihnen in gutem Englisch, weshalb der Polizeieinsatz illegal sei.

Krisztina Morvai bei der Stimmabgabe. Foto: dpa

12. April 2010, 10:11 2010-04-12 10:11:00