US-Wahl Donald Trumps Einflüsterer

"The Donald" fällt bisher vor allem mit Beleidigungen und unhaltbaren Versprechen auf. Jetzt hat er einen Senator als Außenpolitik-Berater - mit radikalen Ansichten.

Von Sacha Batthyany, Washington

Wenn Donald Trump weder über seine Umfragewerte spricht noch über seine Konkurrenten herzieht, sondern tatsächlich mal versucht, seine Pläne für die Zukunft des Landes zu erklären, dann klingt das in der Regel so: "Ich werde Arbeitsplätze schaffen, vor allem in der Automobilindustrie." Das versprach er den Menschen am vergangenen Freitag in einer ärmlichen Gegend außerhalb Detroits. "Als Präsident werde ich den Chef von Ford anrufen und ihm drohen, jedes amerikanische Auto, das er in Mexiko baut, zu besteuern. Und wisst ihr was? Er wird 24 Stunden später ankriechen und mir sagen, er werde das Werk wieder nach Detroit bringen. So einfach ist das."

Sich mit Trumps Inhalten auseinanderzusetzen und auf Unzulänglichkeiten hinzuweisen sei, als würde man die architektonische Konstruktion einer Sandburg eines kleinen Jungen kritisieren, lästerte unlängst die Washington Post. Mit dem Unterschied, dass Trump Präsident Amerikas werden könnte. Nicht nur, dass Trump Dinge verspricht, die er nicht halten kann — seine Steuerreform sieht etwa vor, den Haushalt zu konsolidieren, mehr Geld für Militär und Sicherheit auszugeben, die Sozialversicherung zu bewahren und gleichzeitig Steuern zu senken.

In jüngster Zeit ruderte Trump häufig zurück

Trump wechselt auch häufig seine Meinung, was ihm zufolge eine Stärke ist und jeden Unternehmer auszeichnet: "Wer erfolgreich verhandeln will, muss flexibel bleiben", sagte er in einer Fernsehdebatte. Sein Konkurrent Marco Rubio rief ihm zu, wer so flexibel sei wie er, solle lieber zum Yoga gehen als ins Weiße Haus einziehen.

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Gerade in jüngster Zeit fiel auf, dass Trump bei wichtigen Themen plötzlich zurückruderte. Die Behauptung, er würde foltern lassen und notfalls auch internationales Recht missachten, zog er zurück. Er distanzierte sich nachträglich sowohl vom rassistischen Ku-Klux-Klan als auch von Wladimir Putin, dessen Nähe ihm noch im Dezember nichts auszumachen schien. Analysten spekulieren, dass einige von Trumps Kurskorrekturen auf Senator Jeff Sessions zurückgehen, der Trump vor wenigen Wochen seine Unterstützung zugesichert hat und der nun als sein außenpolitischer Berater fungiert. Sessions ist so etwas wie Trumps Außenminister, wobei nicht bekannt ist, inwieweit der Kandidat überhaupt mit sich reden lässt.

Jeff Sessions aus Alabama, Liebling der Tea Party, wurde vom National Journal 2007 als einer der fünf konservativsten US-Senatoren bezeichnet. Er stimmte während der Amtszeit von George W. Bush für den Irakkrieg und gegen eine staatliche Intervention in der Subprime-Krise. Er bezeichnete Obamacare als Sozialismus, hält die Annäherung an Kuba für "unnötig" und ist gegen die Handelsabkommen mit Asien und Europa (TPP/TTIP), weil sie "amerikanische Arbeiter schwächen", wie er während eines Wahlkampfauftritts von Trump darlegte. Es sind Ansichten, die bei weißen Arbeitern der Mittelschicht, die Trump so heftig umgarnt, gut ankommen.