US-Politik Trump zum Präsidenten zu machen war nur der erste Schritt

Armut gilt ihm als menschliche Schwäche: Robert Mercer.

(Foto: The Washington Post/Getty Images)

Die steinreiche Familie Mercer will die öffentliche Meinung in den USA ändern. Dabei vertraut sie auf Bannon, Breitbart - und ihr Geld.

Von Thorsten Denkler, New York

Robert Mercer redet nicht gerne. Nicht mit anderen Menschen jedenfalls. "Ich bin glücklich, wenn ich durch mein Leben gehen kann, ohne auch nur ein Wort mit irgendwem zu wechseln", sagte er einmal dem Wall Street Journal. Öffentliche Äußerungen dieses sehr speziellen Milliardärs sind selten. Einem seiner früheren Kollegen soll er einmal gesagt haben, er bevorzuge die Gegenwart von Katzen. Die seien ihm lieber als Menschen.

"Bob" nennen ihn alle, die ihn etwas besser kennen. Der 71-Jährige lebt mit seiner Frau Diana zurückgezogen auf Long Island. Früher war er ein IBM-Mann und galt als brillanter Informatiker. Reich wurde er als Co-CEO des überaus erfolgreichen Hedge Fonds "Renaissance Technologies", der knapp 100 Milliarden Dollar weltweit bewegt.

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Mercer könnte seinen Ruhestand genießen und die 2,7 Millionen Dollar teure Modelleisenbahn in seinem Keller kreisen lassen. Oder auf seinem privaten Schießstand eines der Maschinengewehre aus seiner Sammlung heißfeuern. Mercer aber will die Welt verändern. Mindestens die Vereinigten Staaten von Amerika. Der ehemalige Trainer einer seiner drei Töchter beschrieb die Mercers einmal so: "Die ganze Familie tritt sehr entschieden auf. Wenn die eine Mission haben, dann lassen sie so schnell nicht locker."

Auf einer Linie mit Steve Bannon

Robert Mercer hat spätestens 2016 seine große Mission gefunden: Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten machen. Gut 22,5 Millionen Dollar hat er dafür investiert. Dabei ist es nicht Trump, dem der Milliardär vertraut. Es ist vor allem Steve Bannon, jene Gestalt auf der dunklen Seite der Macht, die noch bis Freitag Chefstratege von Trump im Weißen Haus war.

Mercer lernte Bannon im Jahr 2011 durch Andrew Breitbart kennen, der wenige Jahre später verstarb. Bannon stieg danach zum Chef von Breitbart News auf. Mercer war fasziniert von der Idee eines rechten Medienimperiums. Zehn Millionen Dollar steckte er in den Aufbau von Breitbart News. Mit dem Geld schuf Bannon das Zentralorgan der US-Rechtspopulisten. Seit mindestens 2012 gilt Bannon als Mercers politischer Berater. Und inzwischen als Teil der Familie Mercer.

Vor knapp einem Jahr hat Bannon Breitbart News verlassen, um Trumps kriselnde Kampagne zu retten - und letztlich zum Erfolg zu führen. Jetzt geht Bannon als Chef wieder zurück. Und schon tauchen Spekulationen auf, Mercer könnte erneut Geld bereitstellen, um ein noch mächtigeres, noch größeres, am besten weltweit agierendes Medienimperium der "Alt-Right"-Bewegung zu machen.