Vaclav Klaus beugt sich dem Druck der EU und wird den Vertrag von Lissabon doch ratifizieren. Aber mit seiner Hinhaltetaktik hat er dem eigenen Land geschadet.
Der Druck wirkt. Tschechiens Staatspräsident Vaclav Klaus will offenbar nicht mit dem Kopf durch die Wand und wird am Ende den Lissabonner Vertrag und die darin enthaltene EU-Reform nicht im Alleingang aufhalten. Es ist gut, dass er das jetzt signalisiert hat.
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Das Anliegen des tschechischen Präsidenten und der Prager Senatoren war nur zu klar: möglichst viel Sand ins Getriebe der Ratifikation streuen. (© Foto: AFP)
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Europas Regierungschefs können nun in größerer Gelassenheit eine Formel aushandeln, die nach bewährter Art die Gegensätze vereint: Der Querkopf aus Prag darf sein Gesicht wahren, ohne dass er seinen wahren Willen bekommt. Der Rest ist Geschichte.
Im Nachhinein zählt die Zäsur, die der Lissabonner Vertrag für die Neuorganisation der Union darstellen wird. Er erschwert gerade die Quertreibereien einzelner Länder, die damit alle anderen erpressen könnten.
Vaclav Klaus ist bis an die Grenze des Erträglichen gegangen. Und ebenso haben die 17 Prager Senatoren mit ihrem Einspruch beim Verfassungsgericht die Nerven der EU-Partner aufs äußerste strapaziert.
Zu klar trat während des Verfahrens ihre wahre Absicht zutage. Sie wollten nicht nur von einem verfassungsmäßigen Recht Gebrauch machen, sondern durch eine systematische Verzögerung möglichst viel Sand ins Getriebe der Ratifikation streuen.
Sie schadeten damit dem eigenen Land, wie es auch Klaus getan hat. Ihr tieferes Anliegen konnten sie den anderen Nationen nicht überzeugend erklären. Es bleibt als Stichwort die Vertreibung der Sudetendeutschen und Ungarn aus der Tschechoslowakei nach 1945 durch die sogenannten Benes-Dekrete.
Dass diese Vergangenheit jetzt erneut auf die Tagesordnung der EU kommt, macht eine neue, weniger einseitige Diskussion dieser Fragen umso notwendiger. Nur einfacher macht es sie nicht.
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(dpa/AFP/cag/gba)
Reiseknigge: Türkei
Hallo Klausi!
Danke! Den Euro habt Ihr ja schon eingeführt, pardon die Mädels, die an der E 55 Socken stricken haben 1991 die D-Mark eingeführt. Leider seid Ihr da noch nicht stimmberechtigt, aber das macht nix. Der Kosovo und Montenegro auch nicht.
Angst vor den Sudeten brauchste nicht haben. Der Piech, der Skoda gekauft hat, ist keiner und die Amis, die Budweiser gekauft haben, auch nicht.
Kannste mir mal das Rezept für den Gänsebraten mit Sauerkraut und Serviettenknödel schicken, den hab ich letztin in Prag gegessen, weißt Du, da wo man hinter geht zum Krug.
75 Kronen ist zwar ein bißchen happig gewesen aber der Nico war ganz verrückt danach und ich hab ihm auch 2 Portionen bestellt. Das Chappi ist ja so schweinisch teuer bei Euch.
Für die nach Legitimation ringenden Regierungen wird dieser "Lissabonner" Vertrag eine sichere Burg für Widerstände der betroffenen Bevölkerungen werden und Klaus kann jetzt als einsamer Querulant hin gestellt werden, obwohl er Bedenken von Bevölkerungsmehrheiten auch anderer Länder vertritt.
Wenn eine Mehrheit der Wölfe die Jagd auf die Schafe eröffnet, dann ist das die Demokratie, die hier gemeint ist.
Ein guter Artikel, der auf die Wurzel des Problems eingeht. Der Betonkopf Klaus spielt mit der EU und der Bundesregierung Katz und Maus. Die EU-Osterweiterung kam zu früh. Verheugen hat sie im Hauruckverfahren durchgesetzt. In Osteuropa sind Volkgruppenprobleme bis heute nicht aufgearbeitet, sie werden unter den Tisch gekehrt. Inzwischen wächst international das Bewusstsein, was sich am Nobelpreis für Herta Müller zeigt. Eine Angehörige der deutschen Volksgruppe als Opfer - das begreifen selbst viele Deutsche nicht.
frei nach kästner: "man ist nicht gut und edel, bloß weil man mal eingesperrt war."
Ich unterstelle Hr. Klaus einmal, dass er den Lissabonner Vertrag nur als Vehikel zur gewünschten Unantastbarkeit der Benes-Dekrete verwendet hat. Das heißt aber nur, das der Grund für seine Hinhaltetaktik der Falsche war. Nicht aber die Tatsache an sich - die war schon richtig.
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