Terrorwarnung in München Hinweis in Baden-Württemberg soll Terrorermittlungen in Gang gesetzt haben

Ein Polizist bewacht in der Silvesternacht den Hauptbahnhof - schon in den Tagen vorher liefen die Ermittlungen.

(Foto: Johannes Simon/Getty Images)
  • Der erste Hinweis auf einen drohenden Terroranschlag in München ist nach ARD-Informationen am 23. Dezember bei der Polizei in Baden-Württemberg eingegangen.
  • Die nachfolgenden Ermittlungen hätten jedoch nichts Konkretes erbracht.
  • Erst ein ähnlicher Hinweis aus Frankreich an Silvester löste den Terroralarm in München aus.
  • Im Münchner Stadtteil Pasing gab es in der Nacht zum Sonntag einen Polizeieinsatz.

Terrorhinweis aus Baden-Württemberg

Der erste Hinweis auf einen angeblich geplanten Terroranschlag in München soll einem Medienbericht zufolge am Tag vor Weihnachten in Baden-Württemberg eingegangen sein. Ein Iraker habe ein Polizeirevier im Badischen betreten und von einem drohenden Anschlag gesprochen, berichtet tagesschau.de unter Verweis auf ARD-Informationen. Er habe die Beamten gebeten, dringend mit seinem im Irak lebenden Bruder zu sprechen

Der Staatsschutz des Landeskriminalamts Baden-Württemberg hätte daraufhin mit dem Bruder telefoniert. Der Mann warnte demnach vor einem islamistischen Terroranschlag in München, der durch ein Team von sieben Männern verübt werden solle.

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Der Mann habe als Anschlagsziel den Münchner Nahverkehr und als Zeitpunkt die Tage um das Dreikönigsfest am 6. Januar genannt. Vom Jahreswechsel oder konkreten Bahnhöfen sei nicht die Rede gewesen.

Zudem habe der Informant konkrete Personen genannt, die sich bereits in München aufhalten sollten. Allerdings habe er nur arabische "Allerweltsnamen", heißt es weiter auf der ARD-Nachrichtenseite. Die Münchner Polizei hatte an Neujahr von fünf bis sieben Verdächtigen gesprochen, von denen nur bei etwa der Hälfte die Personalien bekannt seien. Ob die genannten Personen überhaupt existieren, ist bislang immer noch nicht bekannt.

Weitere Ermittlungen auf Bundesebene und in Bayern

Die ARD-Nachrichtenseite berichtet weiter, dass danach das Bundeskriminalamt (BKA) und die bayerische Polizei informiert worden seien, die dann gemeinsam ermittelten. Der Bundesnachrichtendienst nahm Kontakt zu dem Mann im Irak auf und befragte ihn erneut. Alle Ermittlungen hätten jedoch nichts Konkretes erbracht.

Noch am Silvestermorgen, so tagesschau.de, schien die Geschichte ein Fall für die Akten zu sein. Das habe sich erst geändert, als das BKA am späten Nachmittag eine ähnliche und sehr konkrete Warnmeldung aus Frankreich erreicht habe: in wenigen Stunden, am Münchner Hauptbahnhof und am Pasinger Bahnhof seien Anschläge geplant. Daraufhin wurde in München der Terroralarm ausgelöst.

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Polizeieinsatz in Pasing

In der Nacht zum Sonntag wurde der Bahnhof im Stadtteil Pasing teilweise gesperrt, nachdem ein Sprengstoffhund angeschlagen hatte. Es sei jedoch nichts Verdächtiges gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher.