Streit über "Aquarius"-Flüchtlinge Rom bestellt französischen Botschafter ein

Die Aquarius ist mittlerweile auf dem Weg nach Spanien.

(Foto: AP)
  • Die Streitereien im Fall des Flüchtlingsschiffs Aquarius gehen weiter.
  • Die italienische Regierung bestellt den französischen Botschafter ein, nachdem Frankreichs Staatspräsident Macron Italien "Verantwortungslosigkeit" vorgeworfen hat.
  • Die 629 Flüchtlinge, die Italien nicht aufnehmen wollte, sind mittlerweile auf dem Seeweg nach Spanien.

Im Streit um das Flüchtlingsschiff Aquarius hat die italienische Regierung den französischen Botschafter einbestellt. Nach den "überraschenden" Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu dem Schiff mit 629 Füchtlingen an Bord werde Botschafter Christian Masset um zehn Uhr erwartet, teilte das Außenministerium in Rom mit.

Macron hatte Italien wegen der Weigerung, die Flüchtlinge aufzunehmen, "Zynismus und Verantwortungslosigkeit" vorgeworfen.

Die Flüchtlinge sind mittlerweile auf dem Weg nach Spanien. Die Aquarius sowie zwei italienische Schiffe starteten am Dienstag in Richtung Valencia, wie die Organisation SOS Méditerranée auf Twitter mitteilte. Die Reise dauere mindestens vier Tage, hieß es.

Die 629 Flüchtlinge hatten seit dem Wochenende auf der Aquarius im Mittelmeer ausgeharrt. Spanien erklärte sich am Montag zur Aufnahme der Flüchtlinge bereit, nachdem Italien und Malta sich geweigert hatten. Über das Schiff entbrannte der Streit zwischen den Mitgliedstaaten gut zwei Wochen vor den Gipfelberatungen der Europäischen Union zur Asylpolitik erneut.

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