Konsequenzen aus dem Wahl-Debakel: Die SPD-Spitze will mit ihrem Leitantrag den Kurs der Partei abstecken - und sucht nach neuen Konzepten.
Der SPD-Parteivorstand hat den Kurs für die Debatte über inhaltliche und organisatorische Konsequenzen aus dem Debakel bei der Bundestagswahl abgesteckt. Das 45 Mitglieder zählende Gremium billigte am Montag den Entwurf der designierten Parteispitze für einen Leitantrag zum Bundesparteitag Mitte November.
Leitantrag für die Zukunft: Der designierte SPD-Chef Sigmar Gabriel hat eine Strategie für die Partei erarbeitet. (© Foto: dpa)
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Auf dem Parteitag in Dresden vom 13. bis 15. November soll der bisherige Umweltminister Sigmar Gabriel zum neuen Parteichef gewählt werden. Gemeinsam mit seinen künftigen Stellvertretern sowie dem scheidenden Parteichef Franz Müntefering und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hatte Gabriel den Leitantrag ausgearbeitet. Der Entwurf sei mit redaktionellen Änderungen einhellig bei zwei Enthaltungen gebilligt worden, sagte der scheidende Generalsekretär Hubertus Heil.
Rückblick und Aufarbeitung
Die SPD-Spitze stellt in dem Leitantrag umstrittene Projekte ihrer eigenen Regierungszeit zur Debatte. Im Grundsatz bekennt sie sich zwar zu den rot-grünen Hartz-Reformen und zu der in der Zeit der großen Koalition beschlossenen Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre. Beide Projekte werden aber auch als Gründe für das schlechte Abschneiden bei der Bundestagswahl genannt. Als Ziel wird ausgegeben, "Ursachen und Folgen" der Wahlschlappe zu erörtern und "sehr konkrete Konsequenzen" für Politik und Organisation der Partei zu ziehen.
Innerparteiliche Demokratie
Die Parteiführung hebt hervor, dass alle Ebenen der SPD an der Neuaufstellung beteiligt werden sollen. Die Wählerflucht der vergangenen Jahre soll etwa von den Ortsvereinen bis zum Parteivorstand ergründet und auf einer Konferenz beraten werden. Der Leitantrag sieht auch vor, mit dem Parteitag im November einen Diskussionsprozess zur Zukunft der SPD zu beginnen: "Der Prozess soll zeitlich befristet sein und mit einem Beschluss auf dem Parteitag 2011 abgeschlossen werden." Nach der Wahl hatte es parteiinterne Kritik an einer "Hinterzimmer"-Politik der SPD-Spitze geben.
Fünf-Parteien-System
Zuletzt seien die Wähler unsicher gewesen, welche Regierungskoalition sie mit einer Stimme für die SPD letztlich bewirken würden, räumt die Parteispitze ein. In dem Papier heißt es nun: "Weder schließen wir bestimmte Koalitionen aus, noch streben wir aus Prinzip bestimmte Koalitionen an. Die SPD definiert sich und ihre Politik nicht über die Abgrenzung oder Ableitung von anderen Parteien, sondern über ihre eigene Tradition, ihre Werte und ihr politisches Programm." Die designierte Parteiführung hält sich damit die Option für eine Koalition mit der Linken auf Bundesebene offen, was die SPD vor der Bundestagswahl noch ausgeschlossen hatte.
Opposition
Die SPD will in der Opposition Profil zeigen: "Wir nehmen unsere Aufgabe als stärkste Oppositionspartei im Bund an." Die Sozialdemokraten wollen sich der neuen Regierung aus Union und FDP als "konsequente Opposition gegenüberstellen". Alle Ebenen der Partei sind aufgefordert, "gemeinsame Schlagkraft zu entfalten", um Schwarz-Gelb eine "glaubwürdige und realistische Alternative" entgegenzusetzen.
Neue Konzepte
Als Aufgabe stellt die SPD-Spitze der Partei, eine "politische Leitidee" zu entwickeln, mit der "Mehrheitsfähigkeit und Meinungsführerschaft" erlangt werden können. Die Sozialdemokraten wollen etwa über den Arbeitsmarkt und die Zukunft der Rente mit Wissenschaftlern, Betroffenen, Initiativen und Experten diskutieren und daraus neue politische Ziele formulieren.
Neue Impulse
Bei ihrer Neuaufstellung wollen sich die Sozialdemokraten generell mehr "Impulse von außen" holen. Neben Vereinen und Verbänden auf kommunaler Ebene soll es auch Austausch mit "kritischen Köpfen in Wissenschaft, Kultur und sozialen Bewegungen" geben. Als Beispiele werden die Anti-Atom-Bewegung und Internet-Aktivisten genannt.
Neue Kommunikation
In Zukunft sollen Sozialdemokraten so reden, dass sie von der ganzen Gesellschaft verstanden werden. Denn in der Vergangenheit seien "oft zu abstrakte Antworten" auf die Fragen und Probleme der Bevölkerung gegeben worden. "Wir brauchen eine politische Sprache, die in der Lebenswelt der Bürgerinnen und Bürger verankert ist". Zudem müsse sich die Partei öffnen "für die neuen Kommunikationsgewohnheiten (nicht nur) der jungen Generation im Netz".
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(Reuters/dpa/AFP/woja/jab)
Bundespräsident Gauck
Werte @ pira26
Wie wäre es, wenn Sie versuchen würden endlich ihre grauen Gehirnzellen zu aktivieren um lesenswerte Kommentare zu schreiben und nicht Parteipolitik ala "Neues Deutschland" zu betreiben
Nichts für Ungut. Waren Sie vielleicht ein Kader des vom Ostdeutschen Volk beseitigten Staates ? Ihre Kommentare erinnern sehr oft an diese unsegliche
Vergangenheit.
Blinder Gehorsam und Untertanengeist wie ihn Heinrich Mann so
treffend in seinem Roman "Der Untertan "beschrieben hat.
Ich erlaube mir Ihnen zu unterstellen dieses Werk nicht gelesen und verstanden zu
haben.Sollte ich mich irren, würde ich mich freuen. Danke
Mal ehrlich was hat sich wirklich nach dem Jahrhundert Wahldebakel vom 27.09.2009 geändert?
Sachlich? Fehlanzeige
Personell? Fehlanzeige
Wieso wurden nicht unmittelbar nach einer solchen Wahlniederlage personelle Konsequenzen gezogen? Wir erinnern uns, an die CSU nach der Wahlniederlage von Beckstein. Nahezu alle wurden abgesetzt, die gesamte Mannschaft wurde neu aufgestellt. Kein Stein stand mehr auf den anderen.
Antwort:
Die SPD ist fest in der Hand von undercover Agenten der neoliberalen SPD Clique: Gabriel, Struck, Nahles, Beneter, Scholz, Heil, Pronold, Dieter Wiefelspütz, Steinmeier, Steinbrück, Donata, Ulla Schmidt, Wolfgang Thierse, Danckert, und Seeheimer Verein,
Solange diese Personen das Sagen in der SPD haben, wird sich die SPD nicht glaubwürdig verändern. Dazu haben sich die neoliberalen Strukturen zu tief in die SPD hinein gegraben.
Das ist das System: "Zeige mir deine Loyalität und ich mach was aus dir!".
Das ist Klüngelschattenwirtschaft und der Ruin ganzer Völker: die Unfähigsten angeln sich Beziehungs- und Bezugsleute. Da ohne diese sie keinerlei Chance hätten.
Die Fähigen: die weigern sich, diese Prozedur mitzumachen.
Die Mafia macht`s nicht anders.
Und weil dem so ist, riecht eigentlich jede Partei gleich.
cc.
Wie die neue Kommunikation der SPD mit den Bürgern auszusehen hat, machte vor kurzem Thilo Sarrazin vor.
Solche Personen aus der neoliberalen SPD Bande machen all die schönen Träumereien von Gabriel zu Nichte.
Solange die neoliberalen Clique Steinmeier, Gabriel & Co die Strippen in der SPD halten, kann man sämtliche Ankündigungen als Fortsetzung der Heuchelei bezeichnen.
Weg mit den Heuchlern.
Ost-SPD-Gründer Meckel hat, soweit ich mich erinnere, kürzlich davor gewarnt, dass die SPD die Mitte nicht preisgeben sollte. Hat er noch immer nicht gemerkt, dass die Mitte immer kleiner wird und man in dem dort einsetzenden Gedränge mmer weniger Luft zum Atmen hat? Die gegenwärtige Politik bedeutet doch nicht wirklich die Stärkung dieser Mitte durch ständigen Zuwachs. Doch wohl eher eine Stärkung durch Ausdünnung.
Es ist wie auf einem Rübenfeld: Starke Pflanzen wachsen nur, wenn die Schwachen ausgerissen werden. Die SPD sollte daran denken, dass sie dort ihre Wurzeln verliert.
Sie gehört nicht in diese Mitte, weil dort nicht ihre Wähler zu Hause sind.
Solange sie aber davor die Augen verschliesst, entwickelt sie sich weiter zur Marginalie. Da helfen die feurigsten Programme nicht.
Paging