Wohin mit dem strahlenden Schrott? Die SPD will die Suche nach einem Atommüll-Lager mit einem "Endlagerverfahrensgesetz" regeln. Das Konzept ist völlig anders, als das bisherige Verfahren zur Endlagersuche. Das Ziel: mehr Sicherheit und endlich ein Ergebnis. Die Standortauswahl soll nicht beschränkt sein - nur Gorleben wird ausgeschlossen.
Mit Gorleben, das hat schon der SPD-Parteitag Anfang Dezember klargestellt, wollen die Genossen nichts mehr zu tun haben. Nun legen Umweltpolitiker der Partei erstmals ein Konzept für die Suche nach einem Atommüll-Endlager vor; ganz ohne den umstrittenen Salzstock in Niedersachsen, dafür mit einem neuartigen Verfahren zur Suche: einem "iterativen mehrstufigen wissenschaftlich-technischen Entscheidungsprozess". So jedenfalls heißt das im Positionspapier der SPD-Fraktion, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt.
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Bergarbeiter und Besucher schauen sich im Erkundungsbergwerk in Gorleben einen Seitenstollen an (Archivbild). Geht es nach der SPD, soll Gorleben aus der künftigen Standortsuche komplett rausfallen. (© dpa)
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So sollen in insgesamt sechs Schritten zunächst die Kriterien für ein Endlager festgelegt werden, ehe einzelne Regionen, streng nach diesen Kriterien, ausgeschlossen werden. Von fünf potentiellen Standorten sollen am Ende zwei übrigbleiben, die dann unter Tage erkundet und miteinander verglichen werden sollen. "Ziel des Endlagerverfahrens ist es, das bestmögliche Endlager in tiefen geologischen Gesteinsformationen bereitzustellen", schreiben die SPD-Parlamentarier Ute Vogt und Matthias Miersch in dem Papier. "Die Standortauswahl wird nicht vorab beschränkt." Jedenfalls einmal abgesehen von Gorleben.
Zumindest die Reihenfolge der einzelnen Schritte liest sich ähnlich wie der Plan, an dem Bund und Länder derzeit arbeiten. Bis zum Sommer soll das in ein Endlagersuchgesetz münden, ein erster grober Fahrplan dafür steht schon. "Die Standortsuche soll am Kriterium der bestmöglichen Sicherheit orientiert sein", heißt es auch darin. Die Sozialdemokraten gehen mit ihrem Papier aber noch einen Schritt weiter: Sie fordern ein gänzlich neues Verfahren.
Anders als bisher sollen die Genehmigungsbehörden nicht erst am Schluss die Arbeit aufnehmen, wenn das Ergebnis der langwierigen Suche noch den Segen einer Planfeststellung braucht - sondern am Anfang. "Die eigentliche Auswahl des Standortes macht allein 50 Prozent der Sicherheit aus", sagt der Kerntechnik-Experte Wolfgang Renneberg, einst oberster Reaktorsicherheits-Beamter im Bundesumweltministerium und Co-Autor des Papiers. "Ein solches mehrstufiges Verfahren für die Auswahl ist international inzwischen der Standard."
Für die Bundesrepublik wäre das ein Novum. Das Planfeststellungsverfahren, das jedes größere Bauvorhaben in diesem Land durchlaufen muss, würde dazu in Einzelteile aufgespalten - geregelt in einem eigenen "Endlagerverfahrensgesetz". Das wiederum soll auch mehr Mitsprache für die Bürger ermöglichen. So müssten vor jedem einzelnen Schritt Planungen offengelegt werden, Bürger könnten sich früher im Verfahren zur Wehr setzen. Damit werde ein Erfolg des Unterfangens wahrscheinlicher, sagt Renneberg. "So wie es bisher lief, fällt alles in sich zusammen, sobald irgendwo mal ein Fehler gemacht wurde. Das ist Harakiri." Bisher fehlen für Endlager besondere Gesetze. In Gorleben gilt Bergrecht.
Und damit das Vorhaben am Ende nicht an Insolvenz oder Veräußerung eines Atomkonzerns scheitert, schwebt den Sozialdemokraten auch ein "Sicherungsfonds" vor, in den die Unternehmen einzahlen müssen: zehn Milliarden Euro, aufzubringen binnen zehn Jahren. Ihre bisherigen Rückstellungen für die Entsorgung - insgesamt 30 Milliarden Euro - sollen die Unternehmen dem Umweltministerium offenlegen.
Die SPD-Fraktion will sich auf ihrer Klausur Mitte des Monats mit den Vorschlägen befassen. "Mit den Eckpunkten liegen detaillierte Vorschläge der SPD auf dem Tisch", sagt die SPD-Abgeordnete Ute Vogt. "Jetzt ist die Bundesregierung am Zug." Die allerdings muss erst noch eine Streitfrage klären - Gorleben.
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(SZ vom 03.01.2012/infu)
Die supergrünen Maschinenstürmer und Oberpanikverbreiter scheinen alle im Urlaub zu sein, nach den anstrengenden Wochen an den norddeutschen Bahngleisen, sonst wären die doch recht ähnlichen rationalen Vorschläge hier im Forum schon längst in der Luft verrissen worden ;))
Diese nicht enden wollende Debatten werden inzwischen unerträglich. Ich kann nur daraus folgern, daß eine, auf 1 Million Jahre ausgelegte sichere Lagerung nicht zu realisieren ist. - Nebenbei gesagt, ich halte es schon für gewagt, wenn jemand eine Vorhersage für 10 Jahre abgibt.- Nun ist es trotzdem durchaus vorstellbar, daß in 100 Jahren unser Wissen auf allen Gebieten wesentlich weiter ist als heute. Also auch auf dem Gebiet des Umgangs mit und der Verwertung von radioaktiven Stoffen. Lt. Medienberichten soll es in Japan schon erfolgversprechende Versuche mit Alternativverwertungen geben.
Warum entwerfen wir nicht erstmal ein Lager für 100 Jahre? Dafür bräuchte man auch nicht unbedingt eine unterirdische Lagerstätte. Wenn ein unkontrolliert aktiver Reaktor, wie in Tschernobyl, mit einem Sarkophag abgeschirmt werden kann, wieso soll das mit abgearbeiteten Brennstäben mit im Vergleich vernachlässigbarer Aktivität, nicht möglich sein? Zumal diese in den Castoren zusätzlich abgeschirmt sind. Ich denke, der Aufwand für so eine Lagerung ist geringer, als ein Projekt wie Gorleben, in dem bis heute schon 1600 Millionen !!! Euro verbaut, bzw. in den Sand gesetzt sind. Und das ist erst der Anfang.
M.E. spricht vieles – finanziell wie zeitlich – für ein vergleichsweise einfaches überirdisches Lager.
Kann es sein, daß inzwischen bei vielen Bürgern das Wort „Nuklear“ eine gewollte Angstlähmung hervorruft, die einige gesellschaftliche Kräfte vortrefflich zu nutzen wissen? Aber wir wissen doch auch: Angst ist der schlechteste Ratgeber.
Ich verstehe nicht, wieso ein Endlager überhaupt unterirdisch in geeigneten Gesteinsformationen sein muss? Die Zwischenlager sind doch auch alle über Tage.
"Welcher Bürger will schon im Vorgarten Atommüll? Da wird immer geklagt und Protest dagegen gemacht."
Deshalb ist das wichtigste Kriterium zur Standortsuche bei den Politikern: Wo ist der geringste Widerstand in der Bevölkerung zu erwarten? (das ist vermutlich im ländlichen Süddeutschland der Fall) Dieses Gerede von Geologiestudien etc. sind doch noch zweitrangige Ablenkungsmanöver. Wieso sonst kann es 30 Jahre dauern um einen Standort wir Gorleben zu erkunden. Über diesen Standort ist seit Jahrzehneten alles bekannt, nur hatte in 30 Jahren keiner den Mut ein klares "Ja" oder "Nein" auszusprechen.
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Gorleben ist völlig ungeeignet. Jahrelang hat man die Warnungen der Bürger in den Wind geschlagen. Die Kritiker für verrückt erklärt und teilweise inhaftiert.
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Jetzt bieten die Narren ein "Mitspracherecht" an --- !
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Jetzt, da die Angelegenheit Asse und Gorleben strahlen und die Katastrophe bereits eingetreten ist.
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Die Politiker, die noch leben, die hier Dokumente gefälscht haben und gelogen haben, was das Zeug hält, sind sofort für diesen Schaden persönlich haftbar zu machen und gehören sich lebenslänglich hinter Gitter - auch Helmut Kohl!
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