Silvester Wie sich die Weltmetropolen für Silvester rüsten

Ein Soldat sichert den Platz vor der Kathedrale Notre Dame in Paris. Zu Silvester werden Tausende Polizisten und Soldaten die französische Hauptstadt sichern.

(Foto: AP)

Feuerwerk und große Silvesterpartys werden in vielen Metropolen von massivem Polizeiaufgebot begleitet. Oder aus Angst vor dem Terror ganz abgesagt.

Mit einem Großaufgebot der Polizei, Soldaten und strikten Zugangskontrollen wollen viele Städte weltweit angesichts der gewachsenen Terrorgefahr für Sicherheit bei Neujahrsfeiern sorgen. Zugleich betonen Sicherheitskräfte mehrerer Metropolen, es gebe keine konkreten Hinweise auf Terroranschläge. Anders zeigte sich die Lage in der belgischen Hauptstadt.

Brüssel blickt einer Silvesternacht ohne Feuerwerk entgegen. Das Spektakel inklusive Begleitprogramm fällt wegen Terrorgefahr aus. "Es ist besser, wenn wir keine Risiken eingehen", sagte Bürgermeister Yvan Mayeur. Eigentlich ab 23 Uhr geplante Darbietungen fallen damit aus, ebenso der einstündige Auftritts eines DJs mit Light-Show ab Mitternacht. Nach Razzien am Sonntag und Montag waren zwei Verdächtige festgenommen worden, die zu Silvester Anschläge an symbolischen Orten Brüssels geplant haben sollen. Die Bedrohung wurde als "ernsthaft" eingestuft. Allein zum Feuerwerk auf dem Platz De Brouckère in der Brüsseler Innenstadt waren mindestens 50.000 Menschen erwartet worden.

In der türkischen Hauptstadt Ankara wurden am Mittwoch zwei mutmaßliche Mitglieder der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) festgenommen, die ebenfalls Anschläge zum Jahreswechsel geplant haben sollen. Durch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und den Einsatz der Polizei sei es gelungen, dies zu verhindern, erklärte die Provinzregierung. Medienberichten zufolge planten die Verdächtigen am Silvesterabend Selbstmordanschläge im Zentrum von Ankara.

In der französischen Hauptstadt Paris sollen in der Neujahrsnacht 11 000 Polizisten, Soldaten und Feuerwehrmänner für Sicherheit sorgen, 2000 mehr als noch 2015. Ein geplantes Feuerwerk wurde gestrichen, eine Lichtershow auf dem Triumphbogen gekürzt. Die Bereiche um Champs-Élysées und Eiffelturm sind zu Silvester wie in jedem Jahr weiträumig abgesperrt und werden kontrolliert.

In Berlin soll die große Open-Air-Silvesterparty wie geplant stattfinden. Seit Mittwochnachmittag dürfen Besucher nach Taschenkontrollen auf das Gelände der etwa zwei Kilometer langen Feiermeile. Bei Deutschlands größter Silvesterparty werden zum Jahreswechsel mehrere Hunderttausend Menschen erwartet. Nach den Terroranschlägen von Paris wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft: Mehr Polizei ist im Einsatz, erstmals dürfen keine großen Taschen und Rucksäcke mitgebracht werden und der angrenzende Tiergarten ist für Fußgänger und Fahrradfahrer gesperrt.

Auch in London herrscht erhöhte Alarmbereitschaft. 3000 Polizisten sollen zentrale Orte in der Stadt und entlang der Themse sichern. Weitere 3000 werden in den Bezirken weiter außerhalb eingesetzt. 650 Polizisten werden Dienst in den öffentlichen Verkehrsmitteln tun. In Großbritannien gilt Terrorwarnstufe zwei. Das bedeutet, dass ein Anschlag sehr wahrscheinlich ist, aber nicht unmittelbar bevorsteht.

In Italien seien zu Silvester mehr Beamte als üblich im Einsatz, sagte ein Polizeisprecher in Rom. Bei der größten Silvester-Party in der Hauptstadt, dem Konzert im Circo Massimo mit Tausenden Menschen, werden alle Besucher mit Metalldetektoren kontrolliert.

Der Zugang zur Puerta del Sol ("Sonnentor"), dem Hauptplatz der spanischen Metropole Madrid, soll erstmals "reguliert" werden. Auf dem Platz begrüßen traditionell viele Tausende Besucher das neue Jahr.

Der Rote Platz in Moskau, wo sonst zehntausende Menschen feiern, wird aus Angst vor Anschlägen erstmals gesperrt.

New York bereitet sich mit 6000 schwerbewaffneten Polizisten und Anti-Terror-Einheiten auf die Neujahrs-Feierlichkeiten am Times Square vor. Mehr als eine Million Menschen werden zu der Party an dem zentralen Platz erwartet. Konkrete Hinweise auf Anschlagspläne gebe es aber nicht, heißt es NBC News zufolge bei der New Yorker Polizei.

Marokko rüstet sich mit 100 000 Soldaten für den Jahreswechsel. Die Soldaten sollen während Silvester laut Morocco World News im ganzen Land für Sicherheit sorgen, vor allem in den Metropolen Casablanca, Rabat und Fes. Marokko könnte Geheimdienstinformationen zufolge auf einer Liste von Zielländern stehen, in denen der Islamische Staat (IS) Anschläge verüben will.

Auch Shanghai verzichtet dieses Jahr wie viele Großstädte auf eine offizielle Neujahrsparty. Grund dafür ist aber nicht Terrorangst, sondern eine Massenpanik, die vergangenes Silvester 36 Menschen das Leben kostete. Zum Jahreswechsel 2014/15 hatten sich Tausende Menschen auf der berühmten Uferpromenade Bund versammelt, dann brach Panik aus. Ein Sprecher der Stadtverwaltung sagte, Bürger, die am Donnerstag an der Promenade feiern wollten, sollten die Ordnung aufrechterhalten. Das chinesische Jahr des Affen beginnt zwar erst im Februar, der 1. Januar ist in China dennoch ein Feiertag.

Feierlaune herrscht hingegen bereits im australischen Sydney. Die Stadt läutet als eine der ersten Metropolen das neue Jahr ein. Das Feuerwerk an der Harbour Bridge und der berühmten Oper wurde als das größte in der Geschichte der Stadt angekündigt. Mehr als eine Million Besucher wurden dazu erwartet. Plätze und Straßen rund um die Wahrzeichen der Stadt werden ohnehin jedes Jahr stark kontrolliert, vielerorts gilt Alkoholverbot.