Mit dem Aussetzen der Wehrpflicht brechen im deutschen Sozialsystem die Zivildienstleistenden weg. Das sollen bundesweit neue Freiwillige kompensieren - sowohl Männer als auch Frauen.
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will nach der geplanten Aussetzung der Wehrpflicht jährlich 35.000 Freiwillige für einen neuen "Bundesfreiwilligendienst" gewinnen, der den bisherigen Zivildienst ablösen soll.
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Freiwillige jeden Alters sollen die fehlenden Zivildienstleistenden ersetzen. Familienministerin Schröder (CDU) rechnet mit 35.000 "Bundesfreiwilligen". (© Alexander Heimann)
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Das Angebot für eine gemeinnützige Tätigkeit richte sich an Männer und Frauen jeden Alters, erklärte die CDU-Politikerin bei der Vorstellung des Konzepts. Der Gesetzentwurf des Familienministeriums sieht vor, dass der neue Freiwilligendienst die bestehenden Formen des Freiwilligen Sozialen und Ökologischen Jahres - beide sind Ländersache - ergänzt.
Nach Schröders Angaben soll der neue Dienst zwischen sechs und 24 Monate dauern und auch Tätigkeiten in Bereichen wie Sport, Bildung und Integration umfassen. Als finanzielle Obergrenze ist ein monatlicher Betrag von 324 Euro im Westen und 273 Euro im Osten vorgesehen. Dazu kommen noch Erstattungen für Aufwendungen bei Unterkunft, Verpflegung und die Sozialversicherung. Insgesamt will der Bund die Freiwilligendienste künftig mit 350 Millionen Euro fördern.
Sofern die Freiwilligen älter als 27 Jahre sind, ist auch eine Teilzeittätigkeit von mindestens 20 Wochenstunden möglich. Ebenso wie der Zivildienst soll auch der Bundesfreiwilligendienst keine reguläre Beschäftigung verdrängen, den bestehenden Ersatzdienst jedoch zumindest zeitweise kompensieren.
"Der neue Freiwilligendienst ist eine Einladung an Menschen jeden Alters, sich für die Allgemeinheit zu engagieren", sagte Schröder. Von einer "guten Lösung" sprach Unionsfraktionsvize Ingrid Fischbach (CDU). Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Miriam Gruß fügte hinzu: "Mit dem vorliegenden Konzept ist es gelungen, die bestehenden Jugendfreiwilligendienste auszubauen und finanziell zu stärken."
Der Bundesrat hatte Anfang November eine Beibehaltung der bisherigen Freiwilligendienste verlangt. Schröders Gesetzentwurf zufolge können alle Zivildienstleistende auf eigenen Wunsch am 30. Juni 2011 aus dem Dienst entlassen werden. Zum 31. Dezember 2011 sollen auch diejenigen Zivildienstleistenden entlassen werden, die bis dahin freiwillig ihren Dienst leisten wollen. Der neue Bundesfreiwilligendienst soll zum 1. Juli 2011 eingeführt werden.
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(sueddeutsche.de/AFP/dpa/leja/dgr)
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Im großen und ganzen bin ich zufrieden mit dem, was sie nicht zustande kriegen._____Sie sind also mit "nichts" zufrieden?Ein guter Untertan! :) :)
als ich gestern im Radio hörte, dass Frau Schröder auch die über 65jährigen für das soziale Jahr aktivieren wollte.
Hat diese Frau vorgestern im Kabinett die Kreide holen müssen, dass sie Folgendes nicht mitbekam, über 65jährige müssen bis 67 in den Firmen bleiben, bis sie von ihrem Arbeitsplatz tod weggetragen werden. Sie sollen sie dann ihrer eigenen Generation bei der Pflege helfen? Die Gesundheitsfürsorge lässt ja auch, dank des Gesundheitsministers nach.
Also ein schönes Bild wenn man sich vorstellt: Der Alte, der vorne nicht mehr hochkommt, wischt dem anderen Alten, der hinten nicht mehr hochkommt, den Allerwertesten ab.
...wird es wohl nicht lange bleiben. Irgendwann wird schon jemand auf die Idee kommen, die Zahlung von Hartz-4 oder anderen staatlichen Leistungen an die Teilnahme von "Freiwilligenprogrammen" zu koppeln.
Oder auch Abiturienten, deren Note nicht ganz ausreichend für das gewünschte Studium ist: Einfach "freiwillig" mitmachen und schon werden ein paar Zehntel vom Schnitt gekürzt.
Man könnte natürlich auch Geld für die Ausbildung von "richtigen" Pflegern investieren, denen man dann auch ein "richtiges" Gehalt zahlen müsste. Aber in Zeiten knapper Kassen muss man sich eben entscheiden, wer aufgepäppelt werden soll: Die Banken oder die Kranken. Und sind wir mal ganz ehrlich, welcher Kranke bringt schon 25% Rendite?
Der Artikel zeigt vor allem, wie weltfremd Frau Schröder ist.
In einer Zeit der subventionierten Armutslöhne und der kommunalen Zwangsarbeit für Armutsbetroffene kommt mir dieses "Freiwilligen"-Gequatsche schon eher wie Kabarett vor.
Eine Regierung, die durch gangsterhafte Asozialtität und Korruption die Repuplik spaltet und ruiniert, faselt jetzt was von sozialem Sinn usw. Liebe Lobbykraten in Berlin, glaubt ihr im Ernst, in diesem Klima der neoliberalen Zwangsverarmung, der gegenseitigen Aufhetzung der Bevölkerungsgruppen, kommt irgendjemand auf die Idee, auch noch freiwillig zum Dumpinglöhner zu werden??
Wer das tut, der ist nicht sozial gesonnen, sondern ein Idiot. Euer sogenannter sozialer Dienst ist nix anderes als neue Billiglöhner-Zufuhr für zynische "Arbeitgeber" im Pflegewesen, die jetzt schon Sklavenhalter sind.
Die Regierung dokumentiert hier nur wieder mal, was ihr pflegerische Schwerstarbeit wert ist, nämlich ein Almosen. Ein Staat, der sich weigert, ein menschliches Pflegewesen zu errichten und der menschliche Arbeit zu billigem Dreck degradiert hat, der braucht für nichts, aber auch für garnichts in dieser Art irgendeine Unterstützung erwarten.
Ein Staat, der für Kindergärten und Schulen angeblich kein Geld hat, aber den Lobbyisten von Banken bis AKW-Betreibern Milliarden in den Anus schiebt, ist ein durch und durch schäbiger, korrupter Staat, und ich möchte den sehen, der diesem verkommenen Systemn auch noch freiwillig seine Arbeit andient.
Paging