Schießerei in Florida Obama spricht von "Akt des Terrors und des Hasses"

US-Präsident Barack Obama spricht nach der Bluttat von Orlando mit unbewegter Mine zu Journalisten.

(Foto: AFP)
  • US-Präsident Obama sagt, der Angriff habe die LGBT-Community besonders hart getroffen, doch die Attacke habe sich gegen die Bürgerrechte gerichtet und damit gegen alle Amerikaner.
  • Die Tat mache einmal mehr deutlich, wie fatal Amerikas laxe Waffengesetze sein können.
  • In Europa gibt es Reaktionen des fassungslosen Mitgefühls.

US-Präsident Barack Obama hat den Angriff auf einen Nachtclub in Orlando mit 50 Toten als "Akt des Terrors und des Hasses" bezeichnet. Mit ernstem Gesichtsausdruck sprach er im Weißen Haus in Washington vor der Presse. Er betonte, dass über die Motive des Täters noch nichts bekannt sei: "Wir wissen noch nicht, warum der Täter dies getan hat. Was klar ist, ist dies: Er war eine von Hass erfüllte Person."

Obama dankte den Rettungskräften, ohne die die Zahl der Opfer noch höher gewesen wäre.

Er fügte hinzu: "Dies ist ein besonders schlimmer Tag für unsere Freunde, die schwul, lesbisch, bi- oder transsexuell sind. Sie kamen an diesen Ort, um mit Freunden zusammenzusein und zu tanzen." Jeder Angriff auf einen US-Bürger, "unabhängig von Abstammung, Ethnie, Religion oder sexueller Orientierung" sei deshalb "ein Angriff auf uns alle".

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Die Tat mache einmal mehr klar, wie leicht man in den USA an verheerende Waffen komme, sagte der Präsident. Obama erwähnte die anderen Schießereien, die er in seiner Amtszeit erleben musste, und sagte: "Wir müssen entscheiden, ob das die Art von Land ist, in dem wir leben wollen. Die Entscheidung, nichts zu ändern, ist auch eine Entscheidung." Immer wieder kommt es nach schweren Schießereien mit vielen Toten zu Initiativen für schärfere Waffengesetze, die bisher jedoch stets scheiterten.

Der Präsident verließ nach der kurzen Ansprache den Raum, ohne Fragen von Journalisten entgegenzunehmen.

Der voraussichtliche republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump ließ nicht lange mit einer Reaktion auf sich warten: Er hat US-Präsident Barack Obama nach dem Massaker von Orlando zum Rücktritt aufgefordert. "In seinen heutigen Bemerkungen hat Obama sich schändlicherweise geweigert, die Wörter "radikaler Islam" zu benutzen", heißt es in einer Stellungnahme des Trump-Teams. "Allein aus diesem Grund sollte er zurücktreten."

Reaktionen aus Deutschland und Frankreich

Die deutsche Bundesregierung hat indes mit Bestürzung auf die Schießerei reagiert. Regierungssprecher Steffen Seibert verurteilte den "mörderischen Anschlag". Die Regierung sei tief erschüttert. "Wir trauern um die vielen Toten", sagte Seibert.

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Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zeigte sich via Twitter "erschüttert" über den "brutalen Anschlag". Auch Frankreichs Staatschef François Hollande verurteilte die Tat "mit Schrecken". Der Präsident sicherte den US-Behörden und der US-Bevölkerung die "volle Unterstützung Frankreichs und der Franzosen in dieser schweren Zeit" zu. Premier Manuel Valls twitterte sein "Mitgefühl" und seine "Solidarität" mit den USA.