Putin lässt den Streit mit den Amerikanern eskalieren, um von seinen innenpolitischen Problemen abzulenken. Das Verhältnis zwischen Russland und den USA ist deshalb so eisig wie lange nicht - zur offenen Konfrontation wird es aber wohl trotzdem nicht kommen.
Der Kremlherrscher tritt ans Rednerpult und geißelt die liberalen Verschwörer, "die heute die Rechte und die Unabhängigkeit der Nation für Dollars verkaufen". Die Fahne der nationalen Unabhängigkeit liege im Dreck, "ihr müsst sie aufheben, wenn ihr Patrioten sein wollt!". So sprach kurz vor seinem Tod Josef Stalin auf einem Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion.
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Eisiger Blick: Kremlchef Wladimir Putin wettert gegen die "liberalen Verschwörer". (© AP)
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Der Auftritt Wladimir Putins vor seinen Anhängern am Donnerstag zeigte, dass der Kampf gegen "liberale Verschwörer" in Russland nach bewährtem Muster fortgesetzt wird. Es geht um "uns" und um "die mit den Dollars". Putin warf der US-Außenministerin Hillary Clinton vor, mit ihrer Kritik an der jüngsten Duma-Wahl einigen "Aktivisten" ein "Signal" gegeben zu haben. "Wir müssen unsere Souveränität verteidigen", sagte er.
Die russische Souveränität verteidigte zur gleichen Zeit in Brüssel Außenminister Sergej Lawrow. Bei seinem Auftritt im Pressesaal des Nato-Hauptquartiers wartete er erst einmal geduldig, bis die Nato-Flagge aus dem Hintergrund entfernt wurde. Zurück blieb nur die russische Trikolore, deren Faltenwurf von einem Helfer noch ins rechte Licht gerückt wurde. In gebührendem zeitlichen Abstand zu seinem Vorredner, dem Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, betonte Lawrow, Russland mache seit jeher keinen Hehl aus seinen Absichten. Es klang wie eine Drohung.
In Brüssel ging es um die geplante Nato-Raketenabwehr in Europa, die Moskau verunsichert. Am Mittwoch hatte Russland angekündigt, als Gegenmaßnahme Flugabwehrraketen an seiner Westgrenze zu stationieren. Der Auftritt Putins in Moskau verschärfte den Raketenstreit deutlich. Die Beteuerungen von Rasmussen und Clinton, die Raketenabwehr sei nicht gegen Russland, sondern auf Bedrohungen aus dem Mittleren Osten, namentlich Iran, gerichtet, verhallten ungehört. Sein Land verlange rechtlich abgesicherte Garantien, bekräftigte Lawrow. Sonst werde man "angemessen reagieren".
In "düsterer Stimmung", so ein Zuhörer, habe die Sitzung des Nato-Russland-Rats begonnen. Rasmussen habe sich durch die russische Rhetorik "an vergessen geglaubte Tage der Konfrontation" erinnert gefühlt. Die Nato beharrt darauf, politische Zusicherungen müssten bei der Raketenabwehr ausreichen. Die Russen fragen nach Darstellung westlicher Verhandler sarkastisch zurück, ob dies Zusicherungen von der Qualität früherer Aussagen seien, dass das Nato-Gebiet nach dem Ende des Kalten Krieges nicht ausgeweitet würde. Auch der Einsatz in Libyen sei keine vertrauensbildende Maßnahme gewesen, knurrte Lawrow. Russland erwarte mehr Respekt für die intellektuellen Fähigkeiten seiner Führung.
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, "die heute die Rechte und die Unabhängigkeit der Nation für Dollars verkaufen".
der spricht von Gorbatschov und Jelzin; hab ich mich wohl getäuscht.
"So sprach kurz vor seinem Tod Josef Stalin auf einem Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion." ?
... auf unseren guten Gerd Schröder gehört und den "lupenreinen Demokraten" nicht so brüskiert ;-)
Beide Kandidaten haben mehr als genug Gründe von innenpolitischen Misständen abzulenken.(Wer hat das nicht?)
Den Antiiranischen Schutzschild haben aber letztendlich die USA sich ausgedacht.Das ist doch der Fehdehandschuh im Gesicht des gesamten Nahen Osten.Frühere Teilnehmer an taktischen Manövern der Nato sollten das Szenario während des Kalten Krieges eigentlich noch gut im Gedächtnis verankert wissen.Europa,als Puffer gegen den Roten Riesen mit Nuklearwaffen ausgestattet,musste zwangsläufig das primäre Ziel ders Warschauer Paktes sein.Kanonenfutter für Uncle Sam.
Der amerikanische Rüstungsbetrieb und seine Filiale mit dem Namen USA stänkern überall rum und schieben Drittländer in die Schussbahn.Amerika ist wirklich kein "Home of the brave".
Letztendlich liegt zwischen uns und Wladimir kein Atlantik und das bischen Mittelmeer bis in die Islamische Welt ist kein besonderer Schutz.
Wieviele Staaten gibt es wohl auf der Welt,denen die USA noch nicht ans Bein gepinkelt hätten?
Pffff, das Verhältnis der USA zu so gut wie jedem ist so eisig wie lang nicht mehr. Dann muss es wohl doch eher an den innenpolitischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten und dem aussenpolitisch flegelhaften Verhalten der USA liegen.
Paging