Präsidentschaftswahl in Venezuela Amtsinhaber Maduro sichert sich in umstrittener Wahl zweite Amtszeit

  • Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro wurde für weitere sechs Jahre ins Amt des Staatschefs gewählt.
  • Die Wahlbeteiligung lag offiziellen Angaben zufolge bei 46 Prozent. Beobachter sprachen vom niedrigsten Wert seit Beginn der linken Revolution vor zwei Jahrzehnten.
  • Herausforderer Falcón wittert Wahlbetrug und fordert eine neue Abstimmung.

Amtsinhaber Nicolás Maduro ist wie erwartet Sieger der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Venezuela. Er habe etwa 5,8 Millionen Stimmen (68 Prozent) erhalten, gab die Präsidentin des Wahlamts bekannt. Auf Oppositionskandidat Henri Falcón entfielen nur 1,8 Millionen Stimmen; das entspricht einem Anteil von 21 Prozent. Der evangelikale Prediger Javier Bertucci bekam 925 000 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag offiziellen Angaben zufolge bei 46 Prozent. Beobachter sprachen vom niedrigsten Wert seit Beginn der linken Revolution vor zwei Jahrzehnten.

Maduro wurde damit für weitere sechs Jahre ins Amt des Staatschefs gewählt. Der Frieden und die Demokratie hätten an diesem historischen Tag des Vaterlands triumphiert, schrieb Maduro nach der Bekanntgabe des Ergebnisses auf Twitter. Das Volk solle gemeinsam diesen Neustart feiern, der den Staat zu Wohlstand führe. Zudem sprach Maduro laut der venezolanischen Nachrichtenagentur von einem neuen Rekord: Noch nie habe ein Kandidat mit 47 Prozentpunkten Vorsprung eine Wahl in Venezuela gewonnen.

Oppositionskandidat Henri Falcón erklärte bereits vor der Bekanntgabe der Ergebnisse, während des Wahlprozesses habe es zahlreiche Unregelmäßigkeiten gegeben. "Für uns waren das keine Wahlen", sagte Falcón, der als einziger Oppositionskandidat die Wahlen nicht boykottiert hatte. Amtsinhaber Nicolás Maduro habe Stimmen gekauft. Er forderte eine neue Abstimmung. Nur so könne eine Antwort für die Menschen im Land gefunden werden, die an Hunger und an Krankheiten litten. Das wichtigste Oppositionsbündnis MUD fürchtete bereits vorab einen Wahlbetrug und boykottierte die Abstimmung. Auch mehrere lateinamerikanische Länder, die USA und die Europäische Union hatten angekündigt, die Wahl nicht anzuerkennen.

Beobachter befürchten nun eine weitere Eskalation der schweren Krise, in der sich Venezuela befindet. Wegen Devisenmangels kann das ölreichste Land der Welt kaum noch Lebensmittel und Medikamente einführen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das laufende Jahr mit einem Einbruch der Wirtschaftskraft um 15 Prozent und einer Inflationsrate von mehr als 13 000 Prozent. Angesichts der humanitären Krise haben Millionen Venezolaner das Land bereits verlassen.

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