US-Präsident Obama kritisiert das europäische Krisenmanagement, um von den eigenen Problemen abzulenken. Doch ganz Unrecht hat er nicht. Europa fehlt eine umfassende Lösung.
Amerika und Europa verhalten sich wie ein altes, zänkisches Ehepaar: "Eure Schuldenkrise bringt die ganze Welt in Gefahr, besinnt euch endlich und löst das Problem", sagt der Amerikaner. "Ihr wollt nur von den eigenen Problemen ablenken", entgegnet der Europäer, und: "Euer Staatsdefizit ist so hoch wie das Griechenlands und viel höher als das Spaniens, Portugals oder Irlands. Also kehrt vor der eigenen Haustür."
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War seine Kritik schlichter Wahlkampf? Im Kern hatte Barack Obama Recht - die Europäer haben keine Lösung für ihre Krise. (© AFP)
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Das transatlantische Gezänk findet auf höchster Ebene statt. Jetzt warf Präsident Barack Obama den Europäern während einer Veranstaltung in Kalifornien vor, ihre Probleme nach dem Ausbruch der Finanzkrise nicht in den Griff bekommen zu haben. Die Griechenlandkrise versetze den Rest der Welt in Furcht und Schrecken. Zuvor schon hatte Obama einer Gruppe spanischer Journalisten von seinem Unmut über Europas Umgang mit der Krise berichtet. Der Ton zwischen den Verbündeten wird zunehmend gereizter.
Nun muss man bei Obamas jüngster Europa-Schelte allerdings den Rahmen berücksichtigen, in dem sie stattfand: Es war eine Bürgerveranstaltung, auf welcher der Präsident Geld für die Demokraten eintreiben und seinen Wählern erklären wollte, warum die amerikanische Wirtschaft viel schlechter dasteht, als er und seine Wirtschaftsexperten noch bis vor kurzem geglaubt hatten. Seine EU-Kritik war also schlichter Wahlkampf.
In der Sache indes hat der Präsident völlig recht. Die Europäer - und die Deutschen sind dabei eingeschlossen - haben die Finanzkrise viel zu lange als rein amerikanisches Problem behandelt. Sie haben noch immer keine Lösung für ihre eigene Schuldenkrise gefunden. Jetzt kosten Europas Probleme überall auf der Welt, auch in den USA, Wachstum und Beschäftigung.
Ohne viel zu spekulieren, kann man sagen: Europa gefährdet Obamas ohnehin prekäre Wahlchancen 2012, was den Wahlkämpfer nicht kalt lassen kann. Da hilft der Hinweis wenig, dass sich, wenn die Europäer ihr Haus erst einmal in Ordnung gebracht haben, die Finanzmärkte wieder auf Amerikas Schuldenkrise und sein marodes politisches System einschießen werden. Momentan ist Europa der finanziell gefährlichste Ort der Welt.
Fast noch wichtiger ist auch, was gegenwärtig nicht stattfindet: Die G20, die Gruppe der großen Industrie- und Schwellenländer, die sich in der ersten Phase relativ erfolgreich als Krisenmanager etabliert hatte, spielt gegenwärtig nur eine Statistenrolle.
Es gibt keine gemeinsamen Lösungen; Amerikaner, Europäer und Schwellenländer können nicht einmal offen reden, weil sie sich systematisch missverstehen. Auch das trägt zum allgemeinen Gefühl bei, die Politik sei in dieser Krise hoffnungslos überfordert.
Es drücken Termine und Zwänge. An diesem Donnerstag stimmt der Bundestag über den europäischen Rettungsschirm EFSF ab. Die Mehrheit sollte möglichst groß sein, damit die Lage stabilisiert wird. Mit beißender Kritik aus Washington muss Europa so oder so leben.
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(SZ vom 28.09.2011/infu)
Reiseknigge: Türkei
Natürlich hat das nichts mit den US-Wahlen zu tun, die ja erst im November 2012 statt finden. Jeder vernünftige Mensch kann doch sehen, dass Obama recht hat. Das politische Gezerre um die läppischen 400 Mrd zur Rettung der griechischen Bankschulden zeigt, dass unsere Politiker noch meilenweit entfernt sind von Rettung der zwei Billionen, die Italien und Spanien schulden.
Dabei ist die Lösung durchaus machbar -- es fehlt ja nur der politische Wille. Erst müssen die Banken rekapitalisiert werden, wie die USA es längst getan haben, um die stagnierende Liquidität wieder herzustellen. Sobald Europas Politiker die Banken saniert haben, kommen die Investoren von selbst. Ein paar große japanische oder amerikanische Pensionsfonds wie Calpers oder CREF könnten mit ihrem Billionenkapital spielend ganz Europa retten.
Die USA sind die größten Schuldner der Welt.
Deutschland ist nach China und Japan der größte Gläubiger der Welt.
Die USA wollen die Schuldenkrise durch drucken wertlosen Geldes lösen - und damit auf Kosten der Gläubiger. Und wir sollen auch noch mitmachen!
Obama hat von seinem Standpunkt aus recht - und wir müssen von unserem Standpunkt aus dagegen sein. So einfach ist das.
Das Problem ist, dass diese US-Schuldenorgie seit Reagan stattfindet und mit einer Unterbrechung durch Bush sen. und Clinton, seitdem immer schlimmer wird. Und Experten wie Piper haben diesen schuldenfinanzierten Boom als Zeichen der Überlegenheit des US-Modells gefeiert. Da können sie jetzt natürlich nicht sagen, dass diese Politik der Welt dauerhaft unendlich geschadet hat und deswegen irgendwann und unter Opfern beendet werden muss!
Der Präsident des Landes, in dem die Perversion des Finanzmarktes erfunden wurde, des Landes von dem die großen letzten Krisen ausgelöst wurden und das am ständig am Rande des Staatsbankrotts herumlaboriert, mandelt sich hier auf und belehrt Europa.
Brauchen wir solche Ratgeber ?
Europa ist in der globalisierten Welt eine Schicksalsgemeinschaft!
Gesättigten 450 Millionen Europäer stehen „hungrige“ 1,3 Milliarden Chinesen,
1 Milliarde Inder und noch einmal ca. einer Milliarde anderer Völker in Asien gegenüber.
Harte Arbeit und Entbehrungen gehören zu ihrem Lebensstil!
In diesem Kräfteverhältnis fehlt es in Europas Kleinstaaterei schlicht an Europäern, die für notwendige Institutionalisierung und Stärkung eintreten würden.
Obama hat in gewissem Sinne Recht, da die Kleinstaaten-Europäer immer wieder in Krisen rutschen werden, so lange sie keine zentralen Kontrollinstrumente schaffen und auf Teile ihrer nationalistischen Souveränität verzichten.
Deutschland mit seinen 80 Millionen ist global ein Kleinstaat!
Überalterung und ein marodes Bildungssystem würden die Chancen des Landes in der Globalisierung langfristig gegen Null mindern.
Die Zeiten geschlossener Wirtschaftseinheiten mit Kleinstaatenwährungen sind vorbei!
Die Dynamik Asiens führt bereits heute zu einer enormen wirtschaftlich- politischern Machtverschiebung. Der folgt die angestrebte technologische Führerschaft, die für ein Kleinstaaten- Europa eine besondere Gefahr bedeutet.
80 Millionen Deutsche, die voraussichtlich in 30 Jahren nur noch 60 Millionen sein werden, sind gegen die Milliarden der Globalisierung keine Einflussgröße mehr!
Kleinstaatliches- Deutsch -Denken ist Angesicht dieser Fakten lebensgefährliche Hybris.
Europa ist unser Schicksal, das der nachfolgenden Generation und unsere einzige Chance! Wir brauchen Mut zu europäischer Größe, um in der globalisierten Welt zu bestehen.
Die DM war gestern! Allein gegen alle war vorgestern!
Natürlich darf jeder Europäer seine „Kultur“ behalten und Lederhosen tragen, Gauda essen, Rotwein trinken und sein Liedgut pflegen, da sich ganz Europa ohnehin geistesgeschichtlich aus dem Denken des antiken Griechenlands entwickelt hat.
Und, Europas Grenzen haben sich willkürlich aus 1000 Kriegen ergeben.
Nur einige 100 Kilometer weiter, und der überhebliche DM-Deutsche wäre …..?
Zitat:
Amerika und Europa verhalten sich wie ein altes, zänkisches Ehepaar: "Eure Schuldenkrise bringt die ganze Welt in Gefahr, besinnt euch endlich und löst das Problem", sagt der Amerikaner. "Ihr wollt nur von den eigenen Problemen ablenken", entgegnet der Europäer, und: "Euer Staatsdefizit ist so hoch wie das Griechenlands und viel höher als das Spaniens, Portugals oder Irlands. Also kehrt vor der eigenen Haustür."
Zitat Ende:
Die USA haben doch "nur" 10 Billionen Euro (14 Trillionen USD) Schulden. Das sind doch nur "peanuts".
Und daß das kleine Griechenland die Welt in Gefahr bringt, ist eine Mär; erfunden von den Spekulanten.
Zitat:
Jetzt warf Präsident Barack Obama den Europäern während einer Veranstaltung in Kalifornien vor, ihre Probleme nach dem Ausbruch der Finanzkrise nicht in den Griff bekommen zu haben. Die Griechenlandkrise versetze den Rest der Welt in Furcht und Schrecken.
Zitat Ende:
Wo wurde denn die Finanzkrise ausgelöst?
War es nicht Lehman Brothers? Ist Lehman Brothers nicht eine US-Bank? Waren es nicht die US-Ratingagenturen. welche die "Schrottpapiere" mit einem "AAA" Rating geadelt haben?
Bellum omnium contra omnes