NPD-Satire bei FacebookVon Weltraum-Nazis und Blitzkriegern

Das Verfassungsgericht entscheidet 2013 über ein NPD-Verbot. Inzwischen zerlegen Satiriker die Partei bei Facebook. Denn ob Homosexuelle oder feministische Muslimas - in sehr speziellen "Arbeitskreisen" widmen sich Nutzer den Gesellschaftsgruppen, die bisher von den Rechtsradikalen vernachlässigt wurden.

Während das Bundesverfassungsgericht 2013 über ein NPD-Verbot entscheiden soll, zerlegen Satiriker die Partei bei Facebook. Denn ob Homosexuelle oder feministische Muslimas - in speziell gegründeten Arbeitskreisen widmen sich Nutzer den Gesellschaftsgruppen, die von der NPD bisher vernachlässigt wurden.

"Sollte die NPD verboten werden?" - auf ihrer eigenen Facebook-Seite hat die Partei eine Umfrage zu dem Thema gestartet. Das Ergebnis ist erwartbar: Mehr als 2000 Teilnehmer sind dagegen, aber immerhin mehr als 700 haben die Antwortmöglichkeit "Ja, aber schnell" angeklickt.

Seit Anfang 2010 hat die NPD einen eigenen Facebook-Auftritt, mit Schlagzeilen wie "Heute Tolerant und morgen fremd im eigenen Land!" oder "CDU wählt vier nichtdeutsche Ausländer-Lobbyisten in ihre Spitzengremien" hat sie mittlerweile fast 30.000 Gefällt-mir-Klicks erreicht.

Fast jeder Landesverband ist mehr oder weniger erfolgreich auf Facebook vertreten. Dazu kommen noch fast 200 NPD-Arbeitskreise - doch dahinter steckt keineswegs rechtsextreme Propaganda: Während die Bundesländer ein neues NPD-Verbotsverfahren wagen, zerlegen Facebook-Nutzer die Partei mit dem Mittel der Satire.

Bild: Screenshot: Facebook.com 27. Dezember 2012, 17:152012-12-27 17:15:14 © Süddeutsche.de/mikö/lala