Norbert Röttgen "Politik ist mein Lebensthema"

Norbert Röttgen hat einen dramatischen Abstieg erlebt: als CDU-Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen gescheitert, als Umweltminister entlassen. Nun ist er wieder einfacher Abgeordneter. Auszüge eines SZ-Gesprächs über die Zeit nach dem Höhenflug.

Norbert Röttgen (Archiv): "Politik ist mein Lebensthema"

(Foto: dpa)

Der frühere Bundesumweltminister Norbert Röttgen fordert einen offeneren Umgang mit Rüstungsexporten. Im SZ-Interview sagte der CDU-Politiker, wenn ein demokratischer Staat wie die Bundesrepublik Waffen verkaufe, "dann sollte er dazu stehen und seine Entscheidung öffentlich rechtfertigen". Die derzeitige Praxis sei "völlig abstrus". Rötgen äußerte sich aber auch zu anderen, persönlichen Dingen. Auszüge aus dem Interview:

SZ: Sie bezeichnen sich jetzt als "einfachen" Bundestagsabgeordneten. Fühlen Sie sich in dieser Rolle wohl?

Norbert Röttgen: Das ist jetzt meine Rolle, die ich angenommen habe.

Ihre Vita zeugt von einem politisch ehrgeizigen Menschen: Chef der Jungen Union in Nordrhein-Westfalen, Bundestagsabgeordneter, parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, Umweltminister, Vorsitzender des stärksten CDU-Landesverbands. Wollten Sie zu hoch hinaus?

Wer keinen Ehrgeiz hat, sollte sich einen anderen Beruf als den des Politikers aussuchen. Ein Amt war für mich aber nie das Ziel, sondern die Möglichkeit, etwas zu tun. Als Vorsitzender der CDU in Nordrhein-Westfalen war ich dann, als die rot-grüne Regierung zerbrach, verpflichtet, als Spitzenkandidat anzutreten - in einer vermutlich von vorneherein nicht gewinnbaren Situation. Wahrscheinlich in einer von vornherein nicht gewinnbaren Situation. Das sollte man nicht als Zeichen von besonderem Ehrgeiz werten.

Ihr Abstieg war ziemlich einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik. Hat dieses Jahr Ihren Blick auf Politik verändert?

Ich habe natürlich bittere Erfahrungen gemacht. Ich habe aber auch die Paradoxie des Negativen erlebt: Nämlich dass man durch eine bittere Erfahrung auch positive und tiefe Erlebnisse hat, die man ohne sie nicht hätte.

Gab es nach Ihrer Entlassung als Minister einen Moment, in dem Sie gesagt haben: Ich will das nicht mehr; ich höre auf mit der Politik?

Es kann immer mal der Tag kommen, an dem ich etwas anderes mache. Aber ich möchte das nicht aus einer solch negativen Motivation heraus tun. Das fände ich sehr, sehr schade. Politik ist mein Lebensthema und nach 18 Jahren Berufspolitik habe ich einige Höhen und Tiefen erlebt. Deshalb habe ich aber kein gestörtes Verhältnis zu Politik.

Das vollständige Gespräch lesen Sie ab Montag in der Weihnachtsausgabe der Süddeutschen Zeitung.