Negative Auszeichnung Agrarministerin Aigner ist "Umwelt-Dino" des Jahres

Auf der ganzen Linie "enttäuschend": Der Naturschutzbund wirft Ilse Aigner Klientelpolitik in der Landwirtschaft und mangelndes Engagement beim Tierschutz vor - und kürt die Landwirtschaftsministerin in Umweltfragen zum "Dinosaurier des Jahres". Ausschlaggebend war ausgerechnet ihre Agrarpolitik.

Die Negativ-Auszeichnung "Dinosaurier des Jahres 2012" geht in diesem Jahr an Agrarministerin Ilse Aigner (CSU).

(Foto: dpa)

Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) ist vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) zum unrühmlichen "Dinosaurier des Jahres 2012" gekürt worden. Die Naturschützer kritisierten insbesondere Aigners Agrarpolitik als umweltschädlich. Auch das Engagement der Ministerin für ein besseres Tierschutzgesetz nannte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke in Berlin "enttäuschend".

Aigner erhalte den Negativpreis für ihre "rückwärtsgewandte Klientelpolitik", die den Prinzipien einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Politikgestaltung widerspreche, sagte Tschimpke weiter. Hinzu kämen ihre Blockade bei der Neugestaltung eines umweltverträglicheren Jagdrechts sowie ihr fehlender Einsatz für eine nachhaltigere Fischereipolitik.

Die Naturschutzorganisation vergibt den "Umwelt-Dinosaurier" seit 1993 jährlich an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich ihrer Ansicht nach in Sachen Umweltschutz negativ hervorgetan haben. Die 2,6 Kilogramm schwere Zinn-Nachbildung einer Riesenechse war zuletzt etwa an die Kreuzfahrtunternehmen Aida und Tui Cruises sowie an den früheren Chef des Energiekonzerns RWE, Jürgen Großmann, verliehen worden.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium wies die Kritik zurück. "Der Nabu setzt auf billige PR-Gags und verschließt die Augen vor der Wirklichkeit", sagte ein Ministeriumssprecher. Deshalb gehe die "blinde Nuss des Jahres" an den Verband.

Deutschland habe die Modernisierung der Landwirtschaft entschlossen vorangetrieben und setze auf regional einheitliche Hektarprämien. Damit werde nicht länger die Produktion, sondern die nachhaltige Bewirtschaftung der Fläche bezuschusst.

Weiter erläuterte der Sprecher, das Agrarministerium setze sich vehement dafür ein, die Fischbestände in den Weltmeeren als eine der wichtigsten Nahrungsquellen der Menschheit auch für kommende Generationen zu erhalten.

Aigner ist seit 2008 Bundesagrarministerin. Sie wird auf eigenen Wunsch zum Ende der Legislaturperiode aus dem Bundeskabinett ausscheiden. Die CSU-Politikerin strebt bei der Bayern-Wahl im September 2013 ein Mandat im Landtag an.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte die 47-Jährige in der Welt zuvor als die Nachfolgerin für den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Horst Seehofer ins Spiel gebracht. "Sie hätte hervorragende Voraussetzungen für das Amt der Parteivorsitzenden und Ministerpräsidentin", sagte Ramsauer. Aigner bringe alles mit, "was man sich an Anforderungen für das Aufgabenprofil vorstellt".