Namens-Kampagne in Russland Kommunisten fordern Stalingrad statt Wolgograd

Russlands Kommunisten drängen darauf, die Entstalinisierung in einem Punkt rückgängig zu machen: Sie starten eine Unterschriftenkampagne, um Wolgograd zu seinem alten Namen zu verhelfen.

"Das Mutterland ruft", heißt die Monumental-Statue aus Sowjet-Zeiten, die an den Sieg der Roten Armee über die deutschen Invasoren in Stalingrad erinnert.

(Foto: Reuters)

Vor 70 Jahren tobte die Schlacht um Stalingrad - ein Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges. Pünktlich zum Jubiläum einer der blutigsten Schlachten der Menschheitsgeschichte haben Russlands Kommunisten eine Kampagne gestartet.

Sie sammeln Unterschriften für eine Rückbenennung der Stadt von Wolgograd in Stalingrad. Mit der Aktion soll Druck auf die Staatsduma ausgeübt werden, ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden, sagte Parteichef Gennadi Sjuganow der Agentur Itar-Tass zufolge.

Verehrung als "Heldenstadt"

Die Metropole an der Wolga wird seit dem blutigen Sieg über die deutsche Wehrmacht 1943 als "Heldenstadt" verehrt. Sie war 1961 im Zuge der Aufarbeitung der Verbrechen von Sowjetdiktator Josef Stalin umbenannt worden. Historiker beklagen auch heute eine zunehmend unkritische Sicht auf Stalin in Russland.

Insgesamt kostete die Schlacht um Stalingrad 295.000 Wehrmachtssoldaten das Leben, weitere 105.000 starben in Gefangenschaft, nur etwa 6000 kehrten aus den Lagern zurück. Auf sowjetischer Seite fielen 479.000 Rotarmisten. Dazu kommen unzählige Opfer in der Zivilbevölkerung und bei weiteren mit den Deutschen verbündeten Truppen. Manche Historiker gehen von über einer Million Toten aus.