Berichte über weiteren Whistleblower USA fürchten zweiten Edward Snowden

Studenten der Kieler Kunsthochschule enthüllen im Juni ein Snowden-Plakat. Berichte legen nahe, dass es einen weiteren Whistleblower gibt.

(Foto: dpa)

Edward Snowden hat viele Geheimdokumente geleakt - und damit das drastische Gebaren der US-Geheimdienste enthüllt. Ein Bericht auf der Website des Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald legt jetzt nahe, dass es eine weitere undichte Stelle gibt. US-Geheimdienste werden bereits nervös.

  • US-Geheimdienste fürchten offenbar, dass es neben Edward Snowden einen zweiten Whistleblower gibt, der Geheimdokumente weitergibt.
  • Der Verdacht stützt sich auf eine Enthüllung von The Intercept, der Plattform des früheren Guardian-Kolumnisten Glenn Greenwald.
  • In dem nun veröffentlichten Intercept-Bericht geht es darum, dass Hunderttausende Menschen auf Terror-Listen stehen - viele davon sind völlig unbescholtene Bürger.

Der Verdacht der US-Geheimdienste

Im US-Sicherheitsapparat gibt es nach den Enthüllungen des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden möglicherweise eine weitere undichte Stelle. Nach Berichten des Senders CNN verlautete aus Regierungskreisen, dass Vertreter der Geheimdienste erwägen, das US-Justizministerium um die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens zu bitten. Die Geheimdienste fürchten, dass es einen weiteren Enthüller von Geheimdienstinformationen geben könnte.

Um diese Enthüllung geht es

CNN verweist auf einen Bericht auf der Website The Intercept, die unter anderem vom US-Journalisten und Snowden-Helfer Glenn Greenwald herausgegeben wird. Darin geht es um Datenbanken mit den Namen von 680.000 Personen. Die Sammlung ist unter anderem die Grundlage für eine Liste unerwünschter Flugpassagiere (No Fly List), auf der 47 000 Namen aufgeführt sind. Dem Dokument zufolge gibt es bei 280 000 der 680 000 Personen keine bekannte Verbindung zu einer "Terrorgruppe" wie al-Qaida, Hamas oder Hisbollah.

The Intercept veröffentlichte die Statistik am Dienstag. Weil das Geheimdokument auf August 2013 datiert ist, spekulieren US-Medien darüber, dass es neben Snowden einen weiteren Informanten in den Sicherheitsbehörden geben könnte. Der frühere Geheimdienstmitarbeiter arbeitete bis Mai 2013 für die NSA. Ein Regierungsvertreter sagte, man sei sich nicht sicher, ob es einen weiteren Informanten gebe.

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In dem Intercept-Bericht heißt es, die gesammelten Datenmengen seien nach dem vereitelten Sprengstoffattentat des "Unterhosen-Bombers" auf ein US-Flugzeug beim Landeanflug auf Detroit Weihnachten 2009 sprunghaft angestiegen.

So schwerwiegend ist das Leck

Unklar sei aber, über wie viele Daten der "neue Enthüller" verfüge. Offen sei auch, "wie viel Schaden das anrichten könnte", berichtete der Sender. Ersten Einschätzungen der Regierungsbeamten zufolge handele es sich um Material von einer geringeren Geheimnisstufe als die Veröffentlichungen Snowdens. Greenwald hatte bereits in der Vergangenheit angedeutet, dass es weitere Whistleblower geben könnte.

Snowden hatte vor einem Jahr mit Enthüllungen über das weltweite und millionenfache Sammeln von Telefon- und Internetdaten durch den US-Geheimdienst NSA Empörung ausgelöst. Auch das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel war überwacht worden. Der ehemalige NSA-Mitarbeiter Snowden lebt derzeit in Russland, sein Asyl ist allerdings zum 1. August abgelaufen.