Minderjährige Flüchtlinge Städte fordern härteren Umgang mit jungen, kriminellen Flüchtlingen

Der Deutsche Städtetag will geschlossene Einrichtungen für die Intensivtäter unter den jungen Flüchtlingen. Sie seien über andere Angebote kaum zu integrieren.

Der Deutsche Städtetag fordert im Umgang mit kriminellen minderjährigen Flüchtlingen eine harte Linie. Dazu zähle auch die Unterbringung von Intensivtätern in geschlossenen Einrichtungen, so Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy gegenüber der Passauer Neuen Presse. Ähnlich wie für andere jugendliche Wiederholungstäter müsse für minderjährige, unbegleitete Ausländer eine spezielle Betreuung eingerichtet werden.

Nach Angaben des Städtetags werden von der kommunalen Jugendhilfe derzeit insgesamt etwa 44 000 unbegleitete minderjährige Ausländer und etwa 18 000 junge Volljährige betreut. "Nur wenige fallen durch Straftaten wiederholt auf", betonte Dedy.

Bisher fehle aber die Möglichkeit, straffällige junge Flüchtlinge so unterzubringen, dass sie in den Einrichtungen bleiben. Dedy appelliert an die Landesjugendämter, zusammen mit Kommunen, Jugendpsychatrie und Polizei entsprechende Konzepte zu erarbeiten. Durch die normale Kinder- und Jugendhilfe seien Mehrfachtäter kaum zu integrieren.

Unterstützung erhielt Dedy vom innenpolitischen Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Stephan Mayer (CSU). "Für schwerwiegende Fälle, in denen das Jugendhilferecht an seine Grenzen stößt, müssen wir überlegen, wie wir solchen Intensivtätern wirkungsvoller als bisher ihre Grenzen aufzeigen können", sagte er. Denkbar wären neben geschlossenen Enrichtungen auch Abschiebungen sofort nach erreichen der Volljährigkeit.

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