In Nordrhein-Westfalen startet das Laboratorium Minderheitsregierung - erstmals in einem großen westdeutschen Flächenland. Das ist eine große Chance für die Demokratie. Die Parteien müssen sie nur nutzen.
Die CDU hat es schon getan, die FDP war auch dabei, SPD und Grüne sowieso und Linke erst recht. Alle Parteien haben schon mal in der einen oder anderen Form an Minderheitsregierungen mitgewirkt. Mal hielten sie nur wenige Wochen, mal einige Jahre. Eine hielt sogar eine ganze Legislaturperiode.
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Und doch wird so getan, als werde in Nordrhein-Westfalen gerade das politische Rad neu erfunden. Eine völlig unbekannte Regierungsform wird also nicht ausprobiert, nachdem an diesem Montag die Spitzen von SPD und Grünen ihren Koalitionsvertrag unterzeichnet haben, obwohl ihnen im Landtag eine Stimme zur absoluten Mehrheit fehlt. Am Mittwoch soll SPD-Spitzenfrau Hannelore Kraft zur Ministerpräsidentin gewählt werden.
Und doch ist es ein in dieser Größenordnung nie dagewesenes Experiment - eines, das die Republik verändern kann, wenn es glückt.
Technisch ist alles geklärt. Zur Wahl von Hannelore Kraft reicht die einfache Mehrheit von Rot-Grün. Solange sich die Linke in ausreichender Zahl wenigstens der Stimme enthält, kann nichts passieren: keine Ypsilanti-Falle und kein Heide-Mord. Und auch danach reicht die einfache Mehrheit, selbst wenn es gilt, den Haushalt zu verabschieden.
Politisch aber wird in Nordrhein-Westfalen Geschichte geschrieben, die zu einer notwendigen Erneuerung der politischen Kultur führen kann. Jedenfalls könnte es so kommen, wenn alle Parteien begreifen, welche Chance da vor ihnen liegt.
Die bisherigen Minderheitsregierungen galten immer als Notlösung, als Provisorium, als Ausnahmeerscheinung. Nicht vorgesehen, nicht gewollt. Die rot-grüne Minderheitsregierung dagegen ist die logische Konsequenz aus dem noch jungen Fünf-Parteien-System der Republik, in dem die Linke sich als notorisch regierungsunfähig und regierungsunwillig erweist und die große Koalition sowohl von SPD als auch von der Union als das unsexiest Bündnis aller Zeiten diskreditiert wurde
Trotz aller Unwägbarkeiten: Diese Minderheitsregierung ist kein Notfall, sie ist gewollt und gewünscht.
Für die rot-grüne Regierung von Hannelore Kraft heißt das: Sie hat künftig nicht immer recht und kann gute Argumente nicht schon deshalb von sich weisen, weil sie von der Opposition kommen. Sie wird Angebote machen müssen und im Zweifel den Mehrheitswillen des Parlaments zu achten haben, selbst wenn er den eigenen Überzeugungen widerspricht.
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Reichtum fuer alle ? Ich bin nicht offt ihrer Meinug,aber in diesen Falle schon. Die Deutsche Neidgesellschaft ist eine feine Erungenschaft,sie ist fest in der Gesellschaft verankert. Wer mehr hat,dem muss es weggenommen werden,wenn das Walter Ulbricht noch erleben koennte,der wuerde laut jubeln. Nun ich sehe leider keine neuen Wege in NRW,leider man koennte es auch mit einer Minderheitsregierung versuchen,nur dafuer brauche ich Profis und keine Laiendarsteller.
Zitat: "Mit Radikalopposition in einer Situation, in der er gestalten könnte, zeigt Laumann irritierende Politikunfähigkeit. "
AUfmerksame Beobachter sind keineswegs irritiert. Vielmehr sehen sie ihre Einschätzung bestätigt, daß sich in dieser Schmollecke ideenlose (womit realisierbare Ideen gemeint sind) Berufsquerulanten zusammengefunden haben, die auf diese Weise lediglich einen geistigen Offenbarungseid vermeiden wollen.
Willkommen im Schuldenwunderland. Mit neuen Schulden und keinerlei Reformen werden keine Probleme gelöst. Was will man von zwei linken Parteien mehr erwarten...
Also dass Sie nicht mal für Reichtum für alle sind - finde ich schon ziemlich schwach für einenn linken. Aber vielleicht sind Sie da Realist, wie ich und wir sind einig.
Ihre Vorschläge sind ja schon umgesetzt: "Die Reichen" zahlen ca. 49% Steuern. Sie wollen mehr?
Zum Gesundheitssystem kann ich nur sagen: Es muss, wie das Steuer- und Sozialsystem von Grund auf neu geschaffen werden. Reformen sind sinnlos und schädlich. Wir brauchen neue Systeme.
Nein, ich bin für weniger Armut in unserem reichen Land. Für eine moderate Besteuerung der 4,5 Billionen Geldvermögen. Und bei Ackermann u.a. für eine Sozialversicherung nach schweizer Vorbild. Das wären in seinem Fall etwa 1 Million SV-Einzahlung in das System.
Damit wiederum könnte man die SV-Sätze für Niedriglöhner bezuschussen und Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich schaffen.
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