Militäreinsatz in Mali Training für den Wiederaufbau

Tuareg-Rebellen hatten im März ein Machtvakuum genutzt, das nach einem Militärputsch in der Hauptstadt Bamako entstanden war, um im Norden Malis einen unabhängigen Staat auszurufen, bestückt mit Waffen aus den Arsenalen des gestürzten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi und in Zweckbündnis mit islamistischen Gruppen. Diese rissen nach kurzer Zeit die Rebellion an sich und vertrieben ihre säkularen Kampfgenossen.

Die Resolution erteilt der Europäischen Union nun den Auftrag, den Wiederaufbau der maroden malischen Armee durch Training zu unterstützen. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière hat eine Beteiligung der Bundeswehr in Aussicht gestellt. Diese müsse allerdings klar von einem Kampfeinsatz getrennt sein. Nicht abschließend geklärt ist zudem, wie die Militärmission finanziert werden soll, die laut Schätzungen mehr als 150 Millionen Euro kosten dürfte. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zuletzt vor allem Vertreter afrikanischer Staaten verärgert, indem er ankündigte, die Vereinten Nationen würden die Kosten nicht übernehmen. Nun soll Ban freiwillige Beiträge von Mitgliedstaaten einsammeln.

Rebellen erklären sich zu Verhandlungen bereit

Was die Lage in Mali verkompliziert, ist die Instabilität der Zentralregierung in Bamako. Erst vergangene Woche haben Generäle den Übergangspremier Modibo Diarra aus dem Amt gezwungen. Und Menschenrechtler warnen, ein Militäreinsatz könne Zehntausende Menschen zu Flüchtlingen machen. "Niemand leugnet die Komplexität der Aufgabe, vor der die internationale Gemeinschaft steht", sagte Frankreichs UN-Botschafter Araud nach dem Beschluss - und äußerte die vage Hoffnung, schon die Androhung eines Militäreinsatzes könnte die Islamisten an den Verhandlungstisch zwingen.

Tatsächlich haben diese reagiert: Die Rebellengruppen Ansar Dine und die Nationale Bewegung für die Befreiung von Azawad (MNLA) erklärten sich zu Verhandlungen mit der Regierung bereit. In einer am Freitag in Algier getroffenen Vereinbarung bekunden die Islamisten und die Tuareg-Rebellen ihren Willen, alles zu unterlassen, was den Konflikt anfachen könnte. Abdelmalek Droukdel, Chef von al-Qaida im Maghreb, hatte jedoch kürzlich per Video gewarnt: "Wenn ihr Krieg wollt, wird die Sahara ein Friedhof für eure Soldaten werden."