Messerangriff IS reklamiert Messer-Angriff in Marseille für sich

Ein Mann hatte am Sonntagmittag an einem Bahnhof zwei Passantinnen getötet. Der Täter wurde am Tatort von Soldaten erschossen.

Die radikalislamische IS-Miliz hat den tödlichen Angriff auf zwei junge Frauen in Marseille für sich reklamiert. Ein Extremist des sogenannten Islamischen Staats sei für die Messerattacke am Sonntag verantwortlich, meldete das IS-Sprachrohr "Amaq" am Abend.

Im südfranzösischen Marseille hatte am Sonntag ein mutmaßlich islamistischer Angreifer zwei junge Frauen mit einem Messer getötet, bevor er von Sicherheitskräften erschossen wurde. Aus Ermittlungskreisen verlautete, der Mann habe am wichtigsten Bahnhof der Stadt "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen und einem seiner Opfer die Kehle durchgeschnitten. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sprach von einem "barbarischen Akt", die Anti-Terrorstaatsanwaltschaft in Paris übernahm die Ermittlungen.

Der Angriff ereignete sich nach Angaben der Polizei gegen 13.45 Uhr am Bahnhof Saint-Charles. Aus Ermittlungskreisen hieß es, der etwa 30-jährige Angreifer habe eine Frau erstochen und einer weiteren die Kehle durchgeschnitten. Der Mann habe keine Ausweispapiere bei sich gehabt, sei aber polizeibekannt. Die getöteten Frauen seien 17 und 20 Jahre alt gewesen. Die Anti-Terrorstaatsanwaltschaft in Paris erklärte, es werde auch wegen versuchter Tötung eines öffentlichen Amtsträgers ermittelt.

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Innenminister Gérard Collomb sagte bei einem Besuch am Tatort, der Angriff könne ein Terrorakt sein, bestätigt sei dies zunächst aber nicht.

Der Angriff ereignete sich zwei Tage vor der Parlamentsabstimmung über einen Entwurf für ein Anti-Terrorgesetz. Demnach sollen bestimmte Maßnahmen des geltenden Ausnahmezustands in normales Recht überführt werden. Den Ausnahmezustand hatte die Regierung des ehemaligen Präsidenten François Hollande nach den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 mit 130 Toten verhängt.