Kommandos per Handy: Truppen der Hutu-Miliz im Kongo sollen von Mannheim aus gesteuert worden sein, berichtet ein TV-Magazin.

Grausame Massaker der Hutu-Miliz im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind nach Informationen des ARD-Magazins "Fakt" von Deutschland aus organisiert worden. Wie das Magazin am Montag berichtet, lenkt der in Mannheim lebende Präsident der Hutu-Miliz FDLR, Ignace Murwanashyaka, seine Truppen vor Ort über ein Satellitentelefon. Von Ruanda wird Murwanashyaka als Kriegsverbrecher gesucht.

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UN-Soldaten fahren an kongolesischen Flüchtlingen vorbei (Archivbild 2008) (© Foto: dpa)

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Laut "Fakt" sagte ein hochrangiger Mitarbeiter der Vereinten Nationen, dass es Befehle von Murwanashyaka an seinen Armeechef gegeben habe, die Bevölkerung zu bestrafen und eine humanitäre Katastrophe zu verursachen. Aus Angst vor den Hutu-Kämpfern will die Quelle anonym bleiben.

Die UN könnten intensive Telefonkontakte rund um ein Massaker an mindestens 96 Zivilisten im Mai 2009 nachweisen. Wenige Stunden zuvor habe der Rebellenführer eine letzte SMS aus Deutschland an seine Militärführung im Ost-Kongo geschickt. Er habe seinen Kommandanten vor Ort mitgeteilt, sie sollten ruhig ihre gesamten Munitionsvorräte aufbrauchen, denn sie könnten jederzeit Nachschub bekommen, sagte Dinesh Mahtani, Kongo-Experte der Vereinten Nationen, dem TV-Magazin.

Murwanashyaka wird seit Jahren von Interpol wegen schwerer Kriegsverbrechen gesucht. Viele Mitglieder der FDLR waren 1994 am Völkermord an rund 800.000 Tutsi und gemäßigten Hutu in Ruanda beteiligt. Die Bundesanwaltschaft wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen.

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(dpa/bavo/yas)