Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il befördert seinen Sohn zum General - und leitet so den Machtwechsel ein. Nie war die Hoffnung größer, dass es mit der Diktatur in Nordkorea bald zu Ende geht.
Zum Diktator wird man nicht geboren, und eine Diktatur kann man auch nicht einfach so erben wie einen Teppich. Eine Diktatur lebt von Gewalt und Intransparenz, von Misstrauen und der Angst der Untertanen. Nur wenn alle Machtzentren einer Diktatur hinreichend Angst voreinander und vor allem vor dem Diktator selbst haben, kann die bizarre Herrschaftsform überleben. Kaum ein Diktator überlebt die eigene Herrschaftsperiode unangefochten. Und nur selten funktioniert, was nun offenbar in Nordkorea vorbereitet wird: Die Übergabe der diktatorischen Macht von der zweiten auf die dritte Generation.
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Zum Diktator wird man nicht geboren, und eine Diktatur kann man auch nicht einfach so erben wie einen Teppich: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il. (© dpa)
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Nordkorea versucht sich von diesem Dienstag an in einem monarchistischen Experiment. Die Macht soll erneut von Vater auf Sohn weitergereicht werden, 16 Jahre nach der letzten Diktator-Krönung. Freilich gibt es gravierende Unterschiede, die jeden Vergleich mit der Machtübernahme von Kim Jong Il nach dem Tod seines Vaters Kim Il Sung verbieten.
Die Macht des "Geliebten Führers" schwindet
Die Erbfolge ist in der Diktatur bei weitem nicht so planbar wie in einer Monarchie, vor allem weil die Herrschaft immer nur im Machtkampf entstehen und gehalten werden kann. Kim Jong Il durchwanderte von 1980 an 14 lange Jahre in unterschiedlichen Funktionen das System, ehe er ausreichend Verbündete gesammelt und Grausamkeiten vollbracht hatte, um den Machtanspruch auch durchsetzen zu können. In dieser Zeit war er geschützt durch den Vater.
Die sich nun abzeichnende Übergangsphase in Nordkorea stellt sich weit weniger vorteilhaft dar für den Herrscher-Clan. Die Macht des "Geliebten Führers" schwindet mit seiner körperlichen Stärke, in Südkorea kann fast jedes Schulkind die nordkoreanischen Lager der Macht aufsagen: Partei gegen Militär, Modernisierer gegen Isolierer, unterschiedliche Zweige des Clans. Und dem potentiellen Nachfolger, Kim Jong Un, wird wenig Lehrzeit gegönnt sein.
Neben den inneren Bedingungen sprechen auch die äußeren Umstände gegen einen sanften und kontrollierten Machtwechsel. Nordkorea ist kein fester Bestandteil mehr der Block-Konstellation auf der Welt. Es darf sich höchstens noch der Gunst Chinas sicher sein. Aber wie lange noch und aus welchem Motiv? China ist in seiner Beschützerrolle gespalten: Einerseits hat Peking ein hohes Interesse daran, Nordkorea in seinem Einflussbereich zu halten, denn ein vereintes Korea unter der Führung des Südens würde sein Heil in der Neutralität oder vielleicht gar an der Seite der USA suchen. Andererseits ist Nordkorea eine gesellschaftliche Treibmine.
Ein fast nicht kalkulierbares Unterfangen
Sollte das Land nach einem unkontrollierten Machtwechsel im internen Lagerkrieg implodieren, müsste China die Schockwellen absorbieren, Flüchtlinge aufnehmen, Hungersnöte lindern, Gewalt unterbinden. Jede Öffnung Nordkoreas ist mit einem gewaltigen Risiko verbunden. Anders als die Bürger im Glacis der Sowjetunion sind die Nordkoreaner tatsächlich isoliert. Ihre Welt ist nicht die Welt da draußen, ihre Wahrheiten sind konstruiert. Wie soll man damit umgehen?
Jede auch noch so kleine Verschiebung in einem diktatorischen Machtgefüge bringt Risiken für den Herrscher mit sich. Ein Machtwechsel ganz oben an der Spitze ist ein fast nicht kalkulierbares Unterfangen. Nordkorea wird in der Phase des Wechsels politisch angreifbar sein - von innen und außen. Wenn der neue Herrscher sich nicht unmittelbar große Autorität verschafft, wenn er nicht viel Angst verbreitet (was nur durch blanke Brutalität gelingen wird), oder wenn er sich nicht auf einen loyalen Schattenapparat verlassen kann (was angesichts der Lagerbildung fraglich ist), dann sind die Tage dieser Diktatur gezählt.
Der Machtwechsel liefert die seit Gründung des Staates stärkste Hoffnung, dass es bald ein Ende haben könnte mit der Kim-Clique und vielleicht auch mit der Diktatur in Nordkorea.
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(SZ vom 28.09.2010/ebc)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Weil daran keiner der Nachbarn daran Interesse hat.
Südkorea könnte eine schnelle Einheit gar nicht finanzieren. Die Chinesen wollen unbedingt verhindern, daß die US Soldaten direkt an der eigenen Grenze stehen.
Japan hat an einem vereinigten Korea auch kein Interesse, da es militärisch unabhängiger wäre als Südkorea, welches militärische Entscheidungen gar nicht autonom trifft. Russland hat gute Beziehungen zu beiden Koreas. Wirtschaftlich zum Süden, Militärisch zum Norden.
Der Status quo ist - abgesehen von der koreanischen Bevölkerung - für alle die beste Lösung.
Nordkorea wird sich noch lange halten, da es ja von vielen Institutionen unterstützt wird.
( UNO, FAO, sogar die EU, Welthungerhilfe, Care, usw. )
Die Atombombentests haben etwa 500 Mio $ gekostet. Für Lebensmittel kommt dann die "internationale Staatengemeinschaft" auf, mit der Nordkorea ja eigentlich gar nichts zu tun haben will.
Episode 1.256
Jeder Versuch den Sozialismus einzuführen hat noch immer in totalitären Systemen geendet
gibts nicht mehr lange.Sozialismusexperiment bankrott und gescheitert.Dürfte einigen Ewiggestrigen nicht gefallen,ist aber so Punkt
"... wo seit Jahrzehnten Menschrechtsverletzungen begangen werden und die Bevölkerung schrecklich leidet..."
Sowas zieht als Argument nicht mehr...Spätestens seit die Mächtigen dieser Welt Menschenrechte mit ihrer Doppelmoral bewerten und nicht, wie sie wirklich sind, kann man damit niemanden mehr ködern...netter Versuch.
Was nun das ist hier die Frage,dass ungeliebte Regiem mit seiner allmaechtigen Diktatur naehert sich langsam aber sicher,an das Ende seiner viel zu langen Amtszeit. Nun was werden die Auswirkungen sein ? Das wissen wir nicht genau,gefaehrlich koennen sie auch sein,zu viele Millitaers im Norden sitzen auf einem aufgeruesteten Land. Auch China der grosse Nachbar bekommt das zu spueren,da hat man schon jetzt Angst,was wird da auf uns zu kommen ? Die KP Chinas muss sich da warm anziehen,zumindest was ihre Allmacht betrifft. Auf Sued Korea kommen dann schwere Zeiten zu,niemand will dann dort, im Norden fuer eine Handvoll Reis arbeiten. Nur das Land im Norden ist komplett Pleite und die Bevoelkerung lebt seit 1945 isoliert. Niemand kennt die Erwartungen der Menschen im Norden,ein weiter so,werden sie nicht akzeptieren.
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