Der designierte SPD-Chef Gabriel will Flügelkämpfe vermeiden - und gemeinsam mit der künftigen Parteispitze einen Bruch der bisherigen Regierungspolitik vermeiden.
Die künftige SPD-Spitze strebt nach Angaben aus Parteikreisen nach der katastrophalen Wahlniederlage zwar Änderungen in der Sozial- und Rentenpolitik an, lehnt eine Abkehr von grundlegenden Prinzipien ihrer bisherigen Regierungspolitik jedoch ab. In dem Entwurf eines Leitantrags für den Bundesparteitag Mitte November solle etwa an der Rente mit 67 festgehalten werden.
Bild vergrößern
Soll ab November die SPD führen: Sigmar Gabriel (© Foto: ddp)
Anzeige
Doch sollten weitere Öffnungen für jene Beschäftigten in Aussicht gestellt werden, die aus guten Gründen nicht so lange arbeiten könnten, hieß es aus den Kreisen. Eine Rückkehr zur Rente mit 65 lehne die designierte Führung um den bisherigen Umweltminister Sigmar Gabriel ab.
Auch sei nicht damit zu rechnen, dass in dem Leitantrag dramatische Änderungen bei der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I vorgeschlagen würden. Über die Regierungspolitik der SPD in den vergangenen elf Jahren wolle die neue Führung nicht den Stab brechen.
In den SPD-Parteigremien, die sich am Montag in Berlin trafen, äußerte sich Gabriel nach Angaben von Teilnehmern ähnlich. Man müsse nicht mit der Regierungspolitik brechen, sich in der Opposition aber neu aufstellen. Nun müsse die Partei ihre "Kernkompetenz" stärken, die in der sozialen Sicherheit liege, wurde Gabriel zitiert.
Die SPD solle sich darauf konzentrieren, wie sie den Menschen realistische Aussichten auf einen sozialen Aufstieg geben und die Angst vor Abstürzen, etwa im Fall von Arbeitslosigkeit, oder die Sorge vor Altersarmut nehmen könne.
Gabriel will keine "SPD-Holding"
Forderungen nach neuen Beschlüssen zum Umgang mit der Linkspartei auf Bundesebene habe Gabriel eine Absage erteilt. Koalitionsfragen stünden jetzt nicht auf der Tagesordnung, ob und wann es eine Kooperation mit der Linken geben könne, hänge von ihr, nicht von der SPD ab.
Im Parteirat gab es eine kritische Debatte über das Wahldesaster. Persönliche Anschuldigungen seien aber vermieden worden, hieß es. Als Gründe für das schlechte Ergebnis wurden eine wenig glaubwürdige Sozialpolitik genannt, aber auch der häufige Wechsel im Parteivorsitz und die Rollenverteilung in der großen Koalition.
Der scheidende Vorsitzende Franz Müntefering habe zudem eindringlich vor neuen Flügelkämpfen in der Partei gewarnt, auch Gabriel habe deutlich gemacht, dass er sich keine in Untergruppen zersplitterte Partei wünsche und nicht Chef einer "SPD-Holding" sein wolle.
- Thema
- Sigmar Gabriel RSS
- Zur Lage der SPD Zur Strafe acht Jahre Opposition 15.10.2009
- Linke attackiert Müntefering "Der Totengräber der SPD" 14.10.2009
- Neue SPD-Spitze Gabriels Granden 14.11.2009
- Hannelore Kraft über die SPD "Positionen auf den Prüfstand" 07.10.2009
- Umfrage SPD rutscht mit Gabriel unter Wahlergebnis ab 07.10.2009
- Koalitionspoker in NRW Gabriel: Große Koalition nur unter SPD-Führung 17.05.2010
- Politik kompakt Längere Atomlaufzeiten - am Bundesrat vorbei 15.05.2010
(SZ vom 20. Oktober 2009/odg)
Reiseknigge: Türkei
Dann steht Ihr mal weiter zur Rente mit 67, zu Hartz IV und zur Agenda2010.
Die Wähler werden das entsprechend "honorieren". Aber beschwert und wundert Euch dann nicht, wenn Ihr weiter gegen das Volk steht, dass dieses nicht zu Euch steht.
Wenn nicht alle SPD-Politiker, die an der Agenda 2010, Hartz IV und Rente mit 67 beteiligt waren, sofort die Spitzen der SPD verlassen, bekommen sie die Quittung:
Der Bürger hat es satt und wechselt zur Linken!
Die Bürger haben es satt, dass sich diese "höchst kriminellen Macher, die auch die Verursacher der Finanzkrise sind, da die Regeln durch diese gelockert wurden, die Zeche zu bezahlen!
ihr Regierungsprogramm wurde doch grandios abgewählt.
Aber die alten Seeheimer haben keine Kraft mehr.
und - Opposition? wie schreibt man das?
Erst wenn sie um die 5 % Klausel ringen müssen, werden sie wach.
Einen geruhsamen Schlaf die Herrschaften.
Rente mit 67 klingt gut aber da müsste die SPD dafür sorgen das es gut bezahlte Jobs für jeden bis ins Rentenalter gibt und nicht das man mit 45 Jahren keinen ordentlichen Job mehr bekommt Frauen sind da noch mehr benachteiligt. Zwingt erst die Arbeitgeber bevor ihr die Rentenaltersgrenze anhebt.Erst wenn es keine Langzeitarbeitslose gibt keine Arbeit suchenden unter 100000 gibt solltet ihr mit der Wahnsinnigen Idee fortfahren alles andere heißt weiter abfahrt Tal fahrt SPD.
"Doch sollten weitere Öffnungen für jene Beschäftigten in Aussicht gestellt werden, die aus guten Gründen nicht so lange arbeiten könnten, hieß es aus den Kreisen."
Das ist der Knackpunkt...
Paging