Konflikt mit Nordkorea USA entsenden Tarnkappenbomber nach Südkorea

Ein 10.000-Kilometer-Flug als Demonstration der Stärke: Nach einer Reihe von massiven Drohungen aus Nordkorea haben die USA an südkoreanischen Militärübungen teilgenommen. Die zwei atomwaffenfähigen Tarnkappenbomber sollen der Abschreckung dienen.

Nach mehreren Angriffsdrohungen aus Nordkorea haben die Streitkräfte der USA und Südkorea erneut militärische Stärke demonstriert. Zwei atomwaffenfähige Tarnkappenbomber vom Typ B-2 Spirit der amerikanischen Luftwaffe nahmen am Donnerstag an den jährlichen Militärübungen Südkoreas teil, teilte die US-Armee mit. Sie legten dabei einen Langstreckenflug von mehr als 10.000 Kilometern zurück.

Die Flüge vom Whiteman-Luftwaffenstützpunkt in Missouri nach Südkorea und zurück sollten den Angaben zufolge der Abschreckung dienen. Der Einsatz demonstriere, "die Fähigkeit der USA, schnell und nach Belieben Langstrecken- und Präzisionsschläge auszuführen", erklärte die US-Armee. Die beiden entsandten Bomber hätten Trainingsmunition auf einem Schießplatz der südkoreanischen Streitkräfte abgeworfen.

Nordkorea kappt militärische Hotline in den Süden

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten seit dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar deutlich zugenommen. Nordkorea ist angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen und der Militärübungen in Südkorea bemüht, die eigene Stärke und Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Unter anderem kündigte Pjöngjang den Waffenstillstandsvertrag von 1953 zur Beendigung des Korea-Kriegs auf und drohte immer wieder mit Militärschlägen gegen die USA und Südkorea. Zuletzt hatte Pjöngjang den USA mit einem atomaren Erstschlag gedroht und mitgeteilt, alle Feldartillerie- und strategischen Raketeneinheiten seien bereit für einen Angriff auf das amerikanische Festland und US-Militärstützpunkte im Pazifik sowie gegen Ziele in Südkorea.

Begleitet von neuen Kriegsdrohungen hatte Nordkorea am Mittwoch die einzige militärische Kommunikationsleitung zum Süden gekappt, die zuletzt noch genutzt wurde. "In der Situation, in der jeden Moment ein Krieg ausbrechen kann, ist die Nord-Süd-Kommunikation nicht mehr nötig", wurde der Delegationsleiter für die Militärgespräche mit Südkorea von Staatsmedien zitiert. Südkorea sei über den Schritt unterrichtet worden.

Bomber vom Typ B-2 Spirit über der südkoreanischen Stadt Pyeongtaek

(Foto: dpa)

Über die Leitung wurde per Telefon unter anderem die Anzahl der ein- und ausreisenden Südkoreaner durchgegeben. Trotzdem ließ Nordkorea weiter Pendler aus dem Süden einreisen. Tag für Tag kommen Hunderte Südkoreaner zum Arbeiten in den gemeinsamen Industriepark in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong. Etwa 400 hätten am Donnerstagvormittag (Ortszeit) ohne größere Probleme die Grenze überschreiten können, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul. Beobachter vermuten, dass Nordkorea vorerst den Betrieb in dem Industriepark aufrechterhalten wolle. Das Projekt ist eine wichtige Devisenquelle für Nordkorea.