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Vor Abstimmung im UN-Sicherheitsrat:Nordkorea droht mit Atomangriff gegen USA

Die Vereinten Nationen stimmen über neue Sanktionen gegen Nordkorea ab. Pjöngjang nimmt das zum Anlass, die Drohkulisse zu verstärken und kündigt einen "präventiven" Atomangriff gegen die USA an.

Die nordkoreanische Führung droht mit einem "präventiven" Atomangriff. "Solange die USA einen Atomkrieg anstreben, haben unsere revolutionären Streitkräfte das Recht auf einen präventiven Atomschlag", teilte das nordkoreanische Außenministerium laut Nachrichtenagentur KCNA mit. Drohungen wie diese sind an sich nichts Neues aus Nordkorea. Doch in den vergangenen Wochen haben sie deutlich zugenommen.

Hintergrund sind neue Sanktionen gegen Pjöngjang über die die UN-Vertreter heute abstimmen sollen. Im Fokus des durch die USA und China ausgehandelten Entwurfs stehen dabei Finanztransaktionen sowie das Geschäft mit Drogen und Fälschungen. Auch der Verkauf von Yachten und Rennwagen an Pjöngjangs Führungselite werde ausdrücklich verboten, sagte ein UN-Diplomat.

Die Staatengemeinschaft will damit auf den Test einer Langstreckenrakete Nordkoreas im Dezember und einen unterirdischen Atombombentest im Februar reagieren. Beide Tests haben gegen internationale Vereinbarungen verstoßen, mit denen verhindert werden soll, dass immer mehr Staaten in den Besitz von Atomwaffen kommen. Die EU-Staaten verschärften daraufhin bereits bestehende Sanktionen gegen das isolierte kommunistische Land.

Nordkorea hatte bereits am Dienstag mit einer Aufkündigung des Waffenstillstands und militärischen Aktionen gegen die USA und Südkorea gedroht, falls diese eine Militärübung fortsetzten. Südkoreas Militär drohte daraufhin im Falle eines Angriffs aus Nordkorea mit einem Gegenschlag. Möglich sei sogar eine unmittelbare Attacke auf die Regierung in Pjöngjang. "Alle Vorbereitungen stehen für eine starke und entscheidende Bestrafung, nicht nur des Angriffsorts und seiner unterstützenden Truppen, sondern auch des befehlshabenden Elements", sagte der südkoreanische Generalmajor Kim Yong Hyun, verantwortlich für Operationen im Vereinigten Generalstab.

Allerdings hat Nordkorea bislang in kaum einem Fall nach schrillen rhetorischen Drohungen auch Taten folgen lassen. Diese kamen wenn, dann überraschend. So wurde ohne jede Vorwarnung 2010 eine südkoreanische Insel im Grenzgebiet mit Granaten beschossen. Im selben Jahr wurde ein südkoreanisches Kriegsschiff versenkt, was Nordkorea zugeschrieben wurde.

© Süddeutsche.de/rtr/afp/anri/sebi
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