Offensive gegen den IS Irakische Armee verkündet Sieg im Kampf um Tikrit

Rauchwolken über Tikrit: Die irakische Armee verkündet ihren Sieg über die IS-Kämpfer in der Stadt.

(Foto: dpa)
  • Die irakische Armee verkündet, sie habe die Stadt Tikrit vom Islamischen Staat (IS) zurückerobert.
  • Tikrit liegt strategisch wichtig zwischen Bagdad und der IS-Hochburg Mossul.
  • Die USA hatten sich mit Luftangriffen an dem Sturm auf Tikrit beteiligt.
  • In Syrien werfen Oppositionelle dem IS neue Massaker vor.

Irakische Armee vermeldet Erfolg

Vor vier Wochen begann die irakische Armee die Eroberung der Stadt Tikrit, nun verkündet sie ihren Sieg. Nach eigenen Angaben haben die Streitkräfte Tikrit von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zurückerobert. Der irakische Regierungschef Haider al-Abadi bestätigte Sieg der Regierungstruppen. Al-Abadi "verkündet die Befreiung von Tikrit" und gratuliere den irakischen Sicherheitskräften und ihren Unterstützern zu diesem "historischen Meilenstein".

An der Rückeroberung Tikrits waren auch Kämpfer paramilitärischer Einheiten beteiligt, welche die Regierung in Bagdad stützen. Über mehreren Gebäuden der Stadt wehe nun die irakische Flagge.

Offensive mit 30 000 Soldaten

Tikrit liegt an einer strategisch wichtigen Straße zwischen der Hauptstadt Bagdad und der IS-Hochburg Mossul im Norden des Iraks. Der Sturm auf die Stadt ist Teil einer Großoffensive gegen den IS und gilt als wichtige Etappe auf dem Weg zur Rückeroberung der weiter nördlich gelegenen Metropole Mossul. Armee und schiitische Milizen hatten die IS-Kämpfer aus drei verschiedenen Richtungen angegriffen. Die Regierung hat für die Offensive nach eigenen Angaben 30 000 Mann mobilisiert.

Bereits Mitte März drangen irakische Soldaten von den Außenbezirken Tikrits in das Zentrum des Heimatorts des einstigen Diktators Saddam Hussein vor. Zuvor hatten sie die ganz überwiegend von Sunniten bewohnte Stadt weitgehend eingekesselt, die einmal eine Viertel Million Bürger zählte. Mit Hunderten Sprengfallen und Scharfschützen versuchte die Terrormiliz IS die überlegene Streitmacht aufzuhalten, überdies hatte sie offenbar ein Segment der einzigen Brücke über den Tigris in die Luft gejagt.

US-Luftwaffe flog Angriffe

Die USA und ihre Alliierten hatten die irakischen Kräfte im Kampf um Tikrit mit Luftangriffen unterstützt. Der Einsatz habe auf Bitten des irakischen Regierungschefs Abadi begonnen, hatte das US-Verteidigungsministerium mitgeteilt. Die von den USA angeführte internationale Koalition flog Angriffe und half mit Luftaufklärung und Beratung.

Ministerpräsident Abadi war zuversichtlich, dass man mit Hilfe befreundeter Länder und der internationalen Koalition siegen werde. "Wir haben die letzte Seite der Operation aufgeschlagen", hatte er im staatlichen Fernsehen verkündet.

Mindestens 30 Menschen bei Überfall auf Mabudscha getötet

In Sysrien sollen IS-Milizen nach Angaben einer syrischen Oppositionsgruppe ein Massaker in einer Ortschaft im Einflussbereich der syrischen Armee verübt. Mindestens 30 Menschen seien bei dem Überfall auf Mabudscha etwa 60 Kilometer östlich von Hama getötet worden, teilte die Syrische Beobachtergruppe für Menschenrechte mit. Die Nachrichtenagentur dpa berichtet von mindestens 37 Toten. Ein Sprecher der Armee von Präsident Baschar al-Assad bestätigte den Angriff, nannte aber keine Opferzahlen. Unten den Toten befinden sich den Angaben zufolge Alawiten, Ismaelitien und Sunniten.