Es gibt kein Tabu: Die CDU-Vorsitzende kritisiert die Aussagen des FDP-Chefs über Arbeitslose.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat FDP-Chef Guido Westerwelle in der Hartz-IV-Debatte öffentlich zurechtgewiesen. Kurz vor einem Spitzentreffen der drei Parteivorsitzenden von CDU, CSU und FDP im Kanzleramt trug Merkel damit offenkundig nicht zur Verbesserung der ohnehin schlechten Stimmung in der Koalition bei. Merkel sagte, der Vizekanzler habe seine Ausführungen zu dem Thema so formuliert, als bräche er ein Tabu. Dabei habe er inhaltlich nur Selbstverständliches ausgesprochen.
FDP-Chef Guido Westerwelle auf dem Weg zum Treffen der Koalitionsspitzen im Kanzleramt. (© Foto: dpa)
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Sie wolle vermeiden, dass durch bestimmte Formulierungen wie "Man muss noch sagen dürfen" der Eindruck entstehe, dass es ein Tabu gebe, sagte die Kanzlerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Das trifft ja gerade bei der Umsetzung des Hartz-IV-Urteils und beim sogenannten Lohnabstandsgebot nicht zu." Merkel machte auch deutlich, dass sie für die von Westerwelle seit Jahresbeginn wiederholt geforderte geistig-politische Wende keinen Anlass sehe.
"Absolut schlechte Stimmung"
In der FDP war zuvor bereits angekündigt worden, dass Westerwelle in "absolut schlechter Stimmung" zum Treffen mit Merkel und Horst Seehofer (CSU) gehen werde. Nach Aussage eines engen Vertrauten ist Westerwelle zutiefst verärgert über ständige Querschüsse vor allem aus der CSU, aber auch über Merkel, die Unruhestifter in den eigenen Reihen nicht zügele.
Unmut freilich gibt es inzwischen auch auf Seiten der Union. So sind derzeit viele in den Parteiführungen von CDU und CSU "irritiert" und "fassungslos" über das Agieren des FDP-Chefs vor allem in der Sozialstaatsdebatte. Offiziell wurde die Dreier-Begegnung im Kanzleramt als Routinetreffen deklariert. Beim ersten Treffen dieser Art im Januar war unter anderem eine bessere öffentliche Darstellung der Koalition vereinbart worden.
"Totalabsage" von Söder
Schon im Koalitionsausschuss vom Dienstag hatte es zwar keinen offenen Streit, wohl aber eine sehr unterschiedliche Interpretation der Lage durch Kanzlerin und Vizekanzler gegeben. So beschwerte sich Westerwelle mit Verweis auf den Koalitionsvertrag, dass ihm aus der Union in der Hartz-IV-Debatte niemand gefolgt sei, obwohl man sich in den Koalitionsverhandlungen auf Änderungen bei Hartz IV verständigt habe. Die Kanzlerin beklagte ebenfalls mit Verweis auf den gemeinsamen Vertrag, warum Westerwelle überhaupt eine aggressive Hartz-IV-Debatte angestoßen habe, obwohl man schon Änderungen beschlossen oder in Auftrag gegeben habe. Diese unterschiedliche Sichtweise auf denselben Sachverhalt zeigt, wie schwer es der Koalition fällt, zueinander zu finden.
Verärgert zeigten sich Liberale am Mittwoch erneut auch über die CSU und die "Totalabsage" durch den bayerischen Gesundheitsminister Markus Söder an die Gesundheitsprämie. Dies sei ein Kernstück liberaler Politik, das man nicht einfach vom Tisch wischen könne, hieß es. Während sich die FDP sichtlich um die Wahrung des Koalitionsfriedens bemühe, kämen nahezu jeden Tag neue Angriffe von der CSU. Bei den Christsozialen dagegen hat sich inzwischen ein anderer Eindruck festgesetzt. Dort heißt es, unentwegt hänge das Klima in der Koalition allein von der Frage ab, wie sich Guido Westerwelle gerade fühle. Das Treffen am Mittwoch war nach drei Stunden beendet, Westerwelle nannte das Gespräch "sachlich und ruhig".
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(SZ vom 25.02.2010/jab)
Deutschland folgt gnadenlos seiner Führungsmacht USA, alles was bei uns jetzt passiert haben uns die Amerikaner schon lange vorgemacht.
"Me kann et och üwerdriewe": um das zu erkennen braucht man Intelligenz. "Irgendwann ist Schluß": so denkt auch eine Mecklenburgerin, ohne daß "der rheinische Depp W." dies rechtzeitig realisieren kann.
@carlotta
War nur eine flapsige Bemerkung, die sich darauf bezog, dass sie sich ja wochenlang Zeit gelassen hat, bis sie überhaupt was sagte.
Dass das, was sie nun sagt, auch wieder keine Substanz hat und eigentlich nichts als eine Bestätigung für Westerwelles unsägliche Aussaugen ist, war zu erwarten.
Sie tut wieder einmal so als ob und täuscht die Bevölkerung, indem sie eine Pseudokritik als echte verkauft. In Wirklichkeit schielt dabei auf nichts anderes als die bevorstehende NRW-Wahl, denn ihre Partei soll schließlich nicht vom Lauser Guido beschädigt werden.
@Legis: Vielen Dank für die Info. Das kannte ich bisher nur aus einem Michael-Moore-Film.
Echt verlockend, die Perspektiven: Lieber tot in Afghanistan als arbeitslos in Wanne-Eickel. Die geistig-militärische Wende. Untertan, geh du voran. Für Volkswirtschaft und Vaterland.
zwischen der Qualität der Regierungsarbeit und der Quasselität der meisten Kommentare gibt es keinen nennenswerten Unterschied. Und genau die gleichen werden wieder sagen: "DIE haben WIR ja nicht gewählt". Hättet Ihr es mal gemacht wie bei McDonalds, da geht angeblich keiner hin, aber der Laden ist voll. Bei der Wahl ist es genau anders herum und die Quittung heißt: Westerwelle. Ihr habt alle gewonnen. Also beschwert Euch nicht. Dieser Politzwerg läuft sich erst warm.
Paging