Rassismus in der EU: In Frankreich drohen Roma Abschiebungen, in Ungarn aber Mord und Totschlag. Amnesty International schlägt wegen einer erschreckenden Gewaltserie Alarm - die sich mitten in Europa abspielt.
Neue Unruhe um Roma: Der Streit zwischen Frankreich und der EU-Kommission über die Diskriminierung der Volksgruppe ist Mitte Oktober zwar vorläufig beigelegt worden, doch nun weist Amnesty International (ai) auf noch extremere Fälle der Verfolgung von Roma hin. Es geht um mehrere Mordfälle.
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Mehrere Roma in Alsószentmárton, einer Stadt an der ungarisch-kroatischen Grenze. Die Volksgruppe sieht sich in Ungarn vielen Vorurteilen ausgesetzt. (© pak)
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Handelte es sich in der Auseinandersetzung zwischen EU-Kommissarin Viviane Reding und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy um die Räumung von Roma-Lagern und die unrechtmäßige Abschiebung von mehrheitlich rumänischen Roma aus Frankreich, macht Amnesty nun auf die Lage in Ungarn aufmerksam.
In Budapest legte die Menschenrechtsorganisation einen umfangreichen Bericht unter dem Titel "Gewaltsame Attacken gegen Roma in Ungarn - die Zeit zur Untersuchung rassistischer Motive ist gekommen" vor. Darin kommt Amnesty zu besorgniserregenden Schlussfolgerungen. Erstens: Tödliche Gewalt gegen einzelne Opfer beeinflusst das Zusammenleben der Menschen und die Gesellschaft als Ganzes. Zweitens: Mängel im ungarischen Justizsystem behindern die Bekämpfung und die Aufarbeitung von Übergriffen auf Roma.
Die Organisation stellt die Regierung in Budapest just an jenem Tag an den Pranger, an dem Ministerpräsident Viktor Orbán sein Land in einem FAZ-Interview als Musterschüler bei der Bewältigung ökonomischer Probleme darstellt und verkündet: "Das Ausland müsste den Hut vor Ungarn ziehen."
Orbán hatte im Frühjahr 2010 die Parlamentswahl gewonnen und sich nur indirekt von der rechtsradikalen Jobbik-Partei abgegrenzt - diese hetzt offen gegen Roma und hatte ein Sechstel aller Stimmen erhalten.
Sechs Menschen in Ungarn ermordet
Dabei waren zwischen Januar 2008 und August 2009 ungarische Roma einer ganzen Serie von Angriffen mit Molotowcocktails und Schusswaffen ausgesetzt gewesen. Sechs Menschen starben, unter ihnen ein Ehepaar in den Vierzigern, ein älterer Mann, ein Vater mit seinem vierjährigen Sohn und eine alleinerziehende Mutter.
Dadurch, so Amnesty, sei ein Klima der Angst geschürt worden, das weiteres Unrecht nach sich ziehe. Denn aus Angst vor Vergeltung würden Opfer von rassistischen Gewalttaten diese häufig nicht anzeigen. Käme es hingegen zur Strafverfolgung hassmotivierter Gräueltaten, so würde die rassistische Motivlage vor Gericht häufig verschwiegen.
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Youtube-Hit aus USA
dass die soziale Lage der Roma in Europa im Allgemeinen und die Besorgnis erregende Lage in Ungarn im Besonderen die richtige Aufmerksamkeit bekommt, ohne die es auch zu keiner Verbesserung kommen kann.
Was mir dagegen sehr aufstößt, ist, dass auch die SZ es es für nötig befindet, eine solche reißerische Einleitung zu wählen, die den Eindruck erweckt, die schreckliche Mordserie von 2008/2009 sei seit zwei Jahren bis heute ungebrochen und es handle sich jetzt um neue Morde, die der EU-Kommission erst jetzt bekannt würden. Das stimmt nicht, die Verbrecher, ein Brüderpaar, wurde mit Hilfe des FBI gefasst; so sensationsheischend zu schreiben, bedeutet, alte Ressentiments zu pflegen und einen objektiven Blick zu verbauen.
Ein Land wie Ungarn allein ist mit der kulturellen und sozialen Roma-Thematik ganz offensichtlich überfordert; hier wären alle EU-Staaten gefordert, ein gemeinsames Konzept - natürlich unter Einbeziehung der Roma - zu erarbeiten.
"Im Allgemeinen bin ich schon ein netter und freundlich gesonnener Mensch - aber manchmal eben nicht! "
Nun, im Forum merkt man leider nur Letzteres, obwohl ich Ihnen wirklich auch das Erstere glaube.
Natürlich ist es falsch, "ein ganzes Volk zu verdammen" (etwas pathetische Wortwahl), nur weil sich Angehörige des Volkes immer wieder daneben benehmen und dadurch negativ auffallen.
Das habe ich aber auch mehrfach und expressis verbis gesagt (wird aber in künstlicher Empörung vom Phänotyp "Pharisäer" immer gerne ignoriert).
Allerdings muss es erlaubt sein, in der Kultur, die eine Gruppe mit sich bringt, entsprechende Elemente zu identifizieren und benennen, damit man auf diese Gruppe einwirken kann und Kompromisse findet. Ansonsten, wenn man sie beharrlich totschweigt, wird sich irgendwann die Wut in der Machtergreifung einer Bewegung entladen, die diese Differenzierung gar nicht mehr vornimmt. Siehe Ungarn.
"Vielleicht habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, weil ich vorbehaltslos auf diese Menschen zugehe!"
Sehen Sie, was ich meine? Sie sprechen sich selbst eine überlegene Gesinnung zu und glauben daher, dass Sie moralisch überlegen sind. Gleichzeitig zeigen Sie (unter anderem hier), dass Sie auf andere Menschen keinesfalls so "vorbehaltlos" zugehen, nur wenn Sie zu den von der politischen Korrektheit ihrer Gesinnung besonders herausgestellten Gruppen gehören.
Sie schreiben selbst, dass Ihnen vermüllte Plätze, Balkone und Straßen und Gewaltexzesse ein Dorn im Auge sind, Sie sich daran stören.
Auch Deutsche tun dies, gewiss, aber Sinthi und Roma fallen überall durch genau dieses negativ auf. Einheimische mit, sagen wir weniger Selbstdisziplin werden so verleitet, es sich genauso bequem zu machen. So nimmt die entsprechende Klientel besonders schnell die negativ auffallenden Eigenschaften von anderen Gruppen an, in deren Umgebung sie leben.
Im Allgemeinen bin ich schon ein netter und freundlich gesonnener Mensch - aber manchmal eben nicht!
Es geht nicht darum, dass ich dafür bin, dass mein Umfeld vermüllt wird, und natürlich bin ich jemand, der z.B. auf die Umwelt achtet, und lieber zahle ich für den Abtransport von Sperrmüll, bevor ich ihn irgendwo deponieren würde, und im Grunde genommen erwarte ich das auch von anderen Menschen, oder aber zumindest, dass sie Sondermüll eben in einen Werkstoffhof bringen, aber ich kann nicht ein ganzes Volk verdammen, wenn auch meine Landsleute sich oftmals nicht an gewisse Spielregeln halten! Darum geht es! Ich habe die Roma/Sinti auf kein Podest gestellt, aber unter ihnen gibt es gewiss auch sorgfältige Menschen, die ihr Eigentum, aber auch das Eigentum anderer entsprechend behandeln.
Ich lebte in der Tat in Algerien, einen Beweis dafür werden Sie natürlich niemals erhalten, aber Sie sollten doch aufgrund meiner Beiträge gemerkt haben, dass ich ganz offensichtlich sehr gut islamische Staaten kenne, auch von Urlauben her, aber eben insbes. Algerien. Türkische Mitbürger kenne ich auch - in der Nachbarschaft und im Kollegenkreis. Vielleicht habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, weil ich vorbehaltslos auf diese Menschen zugehe!
Vielen Dank für Ihren wunderschönen Artikel. Ich habe ihn mit Wonne gelesen. Ich wurde 1965 in der Dachauer Straße von 6 Sintis oder Romas (ich weiß, daß die SZ den Oberbegriff zensieren würde) zusammen geschlagen. Einer dieser Gewalttäter hatte sogar ein Messer gegen mich gerichtet.
Ich ziehe den Hut vor den ungarischen Behörden!
Ungarn kein EU-Staat wäre,wäre es nur eine Randnotiz, Europa sollte zusehen, daß wir die neuen wieder loswerden, diese Staaten sind nicht reif für die EU und ihre hausgemachten Ürobleme sollten sie vor Beitritt gelöst haben, nichts ist geschehen, ungarn entwickelt sich zu einem Polizeistaat, schön, wir haben unsere eigenen Probleme.
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