Die Kanzlerin hat sich schon mehrmals neu erfunden: als Reformerin, als Mutter der Nation oder als konservative Regierungschefin. Stets war die Wandlung taktisch motiviert. Bis jetzt. In der Debatte zum Haushalt ist alles anders: Merkel schlüpft in die Rolle der leidenschaftlichen Kämpferin für Europa - und geht ein hohes Risiko ein.
Angela Merkels Auftritte im Parlament folgten bislang einem festen Muster. Wann immer die Kanzlerin zur Rede ansetzte, stützte sie sich nicht nur aufs Pult, sondern auch aufs Manuskript. Hie und da ein Blick in die Runde, ansonsten las sie vor - auch mal eine ganze Stunde. Am Mittwoch aber war das anders.
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Bei der Generaldebatte zum Haushalt sprach Angela Merkel frei aus, was sie dachte. (© Getty Images)
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Ihr Manuskript schrumpfte zum Stichwortgeber, Merkel sprach frei aus, was sie dachte. Bei anderen mag das unwichtig sein, bei Merkel signalisiert es einen ganz neuen Abschnitt. Die Zukunft des Euro wird für sie alles entscheiden. Deshalb verbindet sie sich mit seinem Schicksal: Scheitert der Euro, scheitert Europa - und damit auch Angela Merkel. So was kann man nicht vom Blatt ablesen. Man muss es mit Leidenschaft aussprechen.
Sicher, diese Kanzlerin hat sich schon mehrmals neu erfunden. Sie hat sich wahlweise als Reformerin, als Mutter der Nation oder als konservative Regierungschefin gegeben. Sie hat damit mal auf Kritik in den eigenen Reihen reagiert, mal auf Wahlergebnisse. Jedes Mal aber war es eine taktisch motivierte Position - und ist auch als solche entlarvt worden. Diesmal ist das anders. Verlässt sie den jetzt eingeschlagenen Weg, wird das keine Wandlung sein. Merkel kann nicht mehr nach links oder rechts. Von hier aus kann sie nur noch zurück, also aufgeben.
Für die Kanzlerin ist das ein hohes Risiko und zugleich die letzte Chance. Die Debatte über Merkels Ruf nach mehr Europa kann für den Frieden in der Koalition noch sehr gefährlich werden. Auf der anderen Seite wissen Freunde wie Feinde nun, was Merkel erreichen möchte. Für Merkel ist das ein Weg zu sich selbst; für alle anderen in der Koalition ist es eine neue Lage: Sie können nicht mehr nörgeln, sie müssen ja oder nein sagen.
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(SZ vom 08.09.2011/beu/gba)
Kapitalabzug aus Südeuropa
... durch Merkels gespielte Pseudoleidenschaft blenden läßt, sollte dringend zum Arzt.
Und zwar zu einem dieser Fachärzte, die nachzählen, ob man noch "Tassen im Schrank" hat.
Lieber Jamie und Konsorten
Dürfen gerne Michels shorten
Sesselpupsern tut's nicht weh
Für das Grobe gibt's EZB.
Schwarze Daumen in der Zwinge ?
- "Bild" wird liefern Dicke Dinge.
... oder änlich ...
Alles wird gut. :-P
Der Autor will uns einreden, dass diese Rolle deshalb nicht aus Taktik gespielt wird, weil die sog. "Kanzlerin" diesmal nicht vom Manuskript ablas - nun ja...
Ein symptomatischer Artikel (fuer das aktuelle Niveau der SZ online) : man waere schon froh, wenn die Sprache stimmte, von Logik kann man nur traeumen und eine andere Grundhaltung bleibt wohl illusorisch.
Huebsch ist uebrigens auch die Idee, Frau Merkel habe jetzt ihr Schicksal an das des EURO gekoppelt (das tut schon beim Tippen weh) - meint der Autor etwa, wir wuerden sie nur los, inmdem wir den EURO abschaffen?
Währung: COP
Krieg: Militär und Paramilitärs gegen Bebölkerung, FARC und ELN gegen Militär und Paramilitärs, Konzerne gegen Bevölkerung, Weiße gegen Indigenas...
Wenn man dem Merkel so lauscht, wähnt man sich in einer Märchenstunde. Das Pathos des Merkels ist ranziger Käse und zündet in keinster Weise!
Und die Frau Merkel blicket stumm
Um den Eurotisch herum.
Zum Euro fällt ihr nix mehr ein,
Drum lässt sie das Entscheiden sein.
Die Kröte tut nur so als ob,
Hat keine Ahnung von dem Job.
Sie hat auch sonst nie viel getan,
Ging's generell sehr passiv an.
Und stellt ihr jemand eine Frage,
So bleibt die Antwort immer vage.
Sprechblasen und viel heiße Luft
Kennzeichnen ihren Markenduft.
Ein jeder merkt's, es ist nicht schwer:
Ganz tief im Innern ist sie leer.
Drum kriegt man aus ihr nie was raus -
Das Vakuum, das füllt sie aus.
Wächst dereinst über ihr mal Gras,
Wird man sich fragen: "War da was?"
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