In Zeiten großer Krise erkennt die FDP: Steuersenkungen zu versprechen reicht nicht. Jetzt wollen sich die Liberalen ein neues Programm geben. Spiritus Rector ist aber nicht Parteichef Westerwelle.
Die Zeichen der Zeit waren unübersehbar. "Wir wollen eine Neuausrichtung der FDP", sagt die Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Birgit Homburger. Parteichef Guido Westerwelle kündigt an, die Liberalen müssten "jetzt liefern". Generalsekretär Christian Lindner will gar die Feuilletons das Staunen lehren, indem "wir einen Liberalismus diskutieren, ohne das Wort Steuersenkung in den Mund zu nehmen".
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Um die Zeichnung in voller Größe zu sehen, klicken sie auf das Bild. (© Zeichnung: Oliver Schopf)
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Was in der FDP angesichts miserabler Umfragewerte und vernichtender Kritik in den Medien schon seit langem gärt, wird mittlerweile auch offen ausgesprochen: Als bloße Steuersenkungspartei und als Anhängsel der Union wird die Partei nicht überleben. Homburger findet das Urteil über die angebliche Eindimensionalität der Liberalen zwar ungerecht, räumt aber ein, dass die Partei mit vielen Themen jenseits der Steuerpolitik bislang "nicht durchgedrungen" sei. Das soll sich nun ändern, auch wenn, so Homburger, das "nicht heißt, dass wir jetzt alles über Bord werfen".
Das Zauberwort heißt Programmdiskussion. Sie soll am übernächsten Wochenende bei einer Klausur des Partei- und des Fraktionsvorstandes Fahrt aufnehmen. Spiritus Rector ist Lindner, der schon vor seiner Berufung Anfang des Jahres ein neues Grundsatzprogramm als überfällig angemahnt hat. Im vorigen Jahr wollte die Parteiführung das Thema wegen des Bundestagswahlkampfs nicht anpacken, Westerwelle soll sogar wütend auf das Ansinnen reagiert haben. Nun aber hat es durch die Entwicklung der letzten Wochen zusätzliche Dringlichkeit erhalten.
"Es geht um die systematische Erweiterung unseres Themenfeldes", sagt ein Mitglied der Parteiführung. "Es geht um die Frage: Was ist politischer Liberalismus heute?" "Wir wollen das Verhältnis von Freiheit und Verantwortung, von Staat und Bürgern neu justieren - das soll das Aushängeschild der FDP werden", beschreibt ein Spitzenmann die selbst gestellte Aufgabe. Es solle deutlich werden, dass Freiheit nach Ansicht der FDP nicht nur Freiheit der Märkte, sondern auch die Freiheit des Einzelnen bedeute, sich zu entwickeln und seine Verantwortung in der Gesellschaft wahrzunehmen. Dafür gelte es, die Rahmenbedingungen zu schaffen, und die seien wirtschaftliches Wachstum, Arbeitsplätze und gesunde Staatsfinanzen.
"Wir wollen definieren, was freiheitliche Politik angesichts neuer Herausforderungen bedeutet", sagt Homburger, und Lindner assistiert, das Profil der FDP müsse deshalb nicht grundsätzlich neu beschrieben werden. Ökonomische Vernunft, soziale Gerechtigkeit und eine Balance zwischen Staat und Privat seien von jeher die Positionen der FDP gewesen, und dabei müsse es auch bleiben.
Dass sich die FDP in die Ecke der reinen Steuersenkungspartei überhaupt hinein manövriert hat, ist nach Aussage führender Fraktionsmitglieder der Oppositionsrolle zu Zeiten der großen Koalition geschuldet. "Wir mussten klar erkennbar sein, um uns von Schwarz-Rot abzugrenzen", sagt ein Mitglied des Fraktionsvorstands. "Das Ergebnis ist aber, dass wir heute in der Steuerpolitik so klar erkennbar sind, dass uns jegliche Flexibilität abhanden gekommen ist." Für eine Regierungspartei sei das ständige eindimensionale Eintreten für Steuersenkungen und die Absage an jede Art von Steuererhöhungen aber schlichtweg zu wenig. "Die Menschen erwarten von einer Regierungspartei auf klare Fragen klare Antworten und keine Oppositionsphrasen, und sie haben das Gefühl, dass wir diese Antworten nicht geben", sagt ein anderer führender Liberaler.
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Solange die Blicke von Karrieresorgen der an ihrer Rolle gescheiterten Schauspielern gebannt bleiben, kann das weitere Verteilen der Gewinne unter den von der schweistreibenden Produktion unbehelligten Besitzern und Aktienjongleuren munter weiter gehen. Wenn dann alles schön verteilt ist, kommt die Zeit des "Schreckens" über Schulden und die Zeigefinger schnellen wieder in Richtung von denen, die mit ihren berechtigten Ansprüchen zur Gefahr für eine Wirtschaft erklärt werden, die diese gefüttert haben, solange sie arbeiten "durften".
Dass die Westerwelles gewählt wurden, zeigt nur, dass eine Gutgläubigkeit umso hartnäckiger wird, je mehr ihre Nachvollziehbarkeit nachlässt.
Die Angst vor Veränderungen ist eine Hinterlassenschaft der Ohnmachtgefühle, die wir als Kinder erleben müssen. Sie kann sich am schnellsten in einer brüllenden Horde verlieren, deren Aktionen uns genau dem am Nächsten bringt, wovor wir uns damit schützen wollen.
Die Verantwortung ist immer auch ein Risiko der Haftung. Da gehen wir nur freiwillig hin, wenn uns der gemeinsame Gewinn mehr bedeutet als die Brocken, die wir uns schnappen können.
Das nehmen wir nur auf uns, wenn uns unsere Nächsten soviel bedeuten wie wir selbst.
die FDP hatte am 09.05 2010 immerhin 6,7% (!).... soviele Ärzte, Apotheker und Steuerberater gibts jetzt auch wieder nicht.
6,7% der deutschen Wähler halten die FDP noch für eine wählbare Partei. Da können wir halbgebildeten SZ Leser uns noch so sehr 5% - x wünschen.
Der armen Springer vergifteten Hirne erkennen den Wolf nichtmal wenn er seinen Schafspelz öffentlich ablegt und kräftig brüllt.
Diese arroganten halbstarken Würstchen, Lindner, Westerwilli, Bahr oder Rößler, noch nie was gearbeitet, noch nie was produziert, noch nie was verkauft (außer dem Volk) aber immer vorne dran wenn es heißt, die Politiker müssen gut bezahlt werden, sonst gehen die guten Leute alle in die Wirtschaft....LOL.
Immer alles wissend, was gut ist für die Wirtschaft, wer wo zu sparen hat, einen xxxxxx wissen die keine Ahnung reine INSM-Sprechpuppen.
Bsp. Westerwilli:
1991 als Rechtsanwalt zugelassen, dann erstmal in Papi´s Kanzlei bis er sich in ein FDP Pöstchen retten konnte. Dieser Typ hätte nichtmal ansatzweise sein Ministereinkommen nebst Lobbyisten-Bestechungs-Vortragsgeld als Unternehmer oder freier Anwalt verdient.
Bsp. Lindner:
Millionen Steuergeld verbraten, unternehmerischen Unverstand bewiesen, aber zum Glück auf ein gut besoldetes Partei-Pöstchen gerettet. Diese Type sitzt jetzt in der Talkshow und will mir sagen wie Deutschland funktioniert? Soll ich mich totlachen?
Rösler? Gesundheitsminister und Arzt, hat zwar noch nie als Arzt gearbeitet, sonder lieber gleich einen auf Politiker gemacht, weiß aber genau Bescheid wie man der Gesundheitssystem noch unsozialer gestalten kann.
Von den ganzen BW-Spezln fang ich gar nicht erst an, es ist zum heulen. Souverän wem hast du Deutschland anvertraut?
Klar, im ÖR-Rundfunk werden solche Lebensläufe nicht breitgetreten, sonst gibts pöse, pöse Anrufe, aber man könnte zumindest mal ein bisschen Wiki lesen bevor man zur Urne wankt. Es ist nicht zu glauben, wie hier gewählt wird. Deshalb ist die Union nach wie vor gegen die direkte Demokratie, die denken, solange wir und unsere gelben Kasper zusammen noch über 50% kommen ist direkte Demokratie in der Tat gefährlich.
Mir fällt da nur der Göbbels in "Der Untergang" ein: "Wir haben das Volk nicht gezwungen, das Volk hat uns gewählt. Ich habe kein Mitleid mit dem Volk."
So bleibt uns "unser Guido" doch in einer ebenso lebensechten wie lebendigen Erinnerung.
Wer wird der Nächste sein?
mit nicht-kommentierbaren Video-Filmchen an die Front traut , ist schon mal ein schlechtes Zeichen für die Aussichten der Wiederbelebungsversuche der FDP ! Die SZ-Wirtschaftsredaktion hat Hemmungen , die alten marktliberalen Phrasen abzulassen ...
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