FDP-General Lindner räumt Fehler bei der umstrittenen Steuererleichterung für Hoteliers ein. Jetzt über ihn herzufallen, wäre zu einfach - denn in der Einsicht der Liberalen liegt eine Chance.
Es wäre ein Leichtes, jetzt über die FDP herzufallen, auf sie einzudreschen, sie mit Häme zu überschütten. Jetzt, da Generalsekretär Christian Lindner öffentlich eingeräumt hat, dass es ein Fehler war, die Mehrwertsteuer für Hoteliers und Gaststättenbetreiber von neunzehn auf sieben Prozent zu senken. Aber warum soll man jemanden dafür schelten, dass er klüger geworden ist? Natürlich kommt die Einsicht spät, sehr spät sogar. Eine späte Einsicht ist aber immer noch besser als gar keine - zumal man nicht vergessen sollte, dass die CSU genauso vehement für das Geschenk an die Hoteliers gefochten hat und bis heute an dieser Fehlentscheidung festhält.
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Bereit zu einer Kehrtwende, der Koalitionspartner sieht´s jedoch kritisch: FDP-Generalsekretaer Christian Lindner. (© ap)
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In einen größeren Zusammenhang gerückt, war das damalige Eintreten der Liberalen für das Steuerpräsent vor allem ein Zeichen dafür, dass die langjährige Oppositionspartei FDP noch nicht in der Regierung angekommen war. Selbstverständlich darf eine Oppositionspartei alles und jedes fordern, auch Vergünstigungen für einzelne, ihr nahe stehende Interessengruppen. Eine Regierungspartei aber muss, so banal das klingt, die Interessen aller Bürger im Auge behalten. Dieses Grundprinzip der Demokratie wird grob missachtet, wenn man einer kleinen Gruppe ohne Not eine ganze Milliarde Euro pro Jahr zuschanzt und die Kosten dafür der Allgemeinheit aufbürdet.
Für Triumphrufe ist es aber auch deshalb zu früh, weil unklar ist, ob Lindners Worten auch Taten folgen werden. Noch schließlich steht die Steuersenkung im Gesetzblatt. Wenn die neu aufgeflammte Diskussion aber dazu führt, dass die FDP endlich das tut, wofür sie gewählt wurde, nämlich vernünftig zu regieren, dann hat der ganze Streit am Ende sogar etwas Gutes gehabt.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 30.06.2010/mob)
Protest gegen dritte Startbahn
Die FDP ist überflüssig!
... sie sich mit all ihrer prallen Mittelmäßigkeit der wie auch immer in ihren Besitz gelangten Vergünstigungen nie ganz sicher fühlen, und deswegen mit Spucken, Kratzen und Beißen auf alles und jeden reagieren, das/der ihnen eine Bedrohung ihrer Privilegien sein könnte.
Das wird so bleiben, weil die FDP selbst voll von solchen Leuten ist. Mittelmäßige Menschen, die durch Weglassungen so viel Spitze zu erlangen hoffen, dass es doch zu was reicht. Immerhin die letzte Bundestagswahl hat dem Konzept Erfolg beschieden. Die Realität führt uns derzeit allerdings auch vor Augen, dass mit solchem Personal kein Staat zu machen ist.
@Balldieb
"Naja, im verbiegen von Wahrheiten seid ihr bei der "Gurkentruppe" csu ja schon immer Spitze gewesen :o))"
Trotz Zustimmung in der Sache muss ich Sie hier korrigieren: die CSU verhält sich laut FDP wie eine Wildsau, die FDP wiederum ist laut CSU eine Gurkentruppe... Das Schöne: die haben beide recht :-).
"Man hätte aus meiner heutigen Sicht diesen einzelnen Umsatzsteuersatz nicht vorab senken sollen, sondern wir hätten da auf die große Reform warten müssen"
Also nix mit Einsicht, bloß wäre es besser gewesen, es später mit anderen Tatbeständen zu vermengen, dass es weniger auffällt... SO verstehe ICH Herrn Lindner.
Jetzt ihr.
"Christian Lindner öffentlich eingeräumt hat, dass es ein Fehler war, die Mehrwertsteuer für Hoteliers und Gaststättenbetreiber von neunzehn auf sieben Prozent zu senken."
Sekunde, wenn ich das in den Nachrichten richtig verstanden habe, hat er etwas geringfügig anderes gesagt. Nämlich, dass
a) das isolierte Ändern dieses Satzes; und
b) das Ändern besser mit der "großen" Mehrwertsteuerreform erfolgt wäre.
Ich lasse mich gerne eines Anderen belehren... aber SO verstehe ich das nicht als Kehrtwendung (sprich der Missetäter bedauert), sondern höchstens als Beklagen des Erwischtwerdens.
Also Herrn Lindner das schon positiv anzurechnen, dass er es als sinngemäß "dumm gelaufen" bezeichnet hat, ist schon stark. Einsicht sieht anders aus.
Paging