Faktencheck zur Einwanderung "Vor allem Wirtschaftsflüchtlinge kommen zu uns"

Asyl bekommt in Deutschland nur, wer auf der Flucht ist. Artikel 16a des Grundgesetzes greift beispielsweise, wenn der Bewerber politisch verfolgt wird. Der diffamierende Begriff "Wirtschaftsflüchtling" wird vor allem von Fremdenfeinden und Flüchtlingsgegnern verwendet, die damit versuchen zu insinuieren, dass die Flüchtlinge nicht verfolgt werden, sondern aus rein ökonomischen Gründen nach Deutschland kommen. Sie werfen diesen Menschen Asylmissbrauch vor.

Ein Blick auf die Herkunftsstaaten zeigt aber, dass ein großer Teil der Flüchtlinge aus Bürgerkriegsgebieten zu uns kommt, oder aus Gebieten, in denen bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen, die Menschen vor Terror und Gewalt fliehen:

"Wer vom Balkan kommt, ist ein Wirtschaftsflüchtling"

Anders als in Syrien herrscht auf dem Balkan kein Krieg. Aber fliehen deshalb alle Flüchtlinge von dort vor der Armut? Der Begriff "Flüchtlinge vom Balkan" bezieht sich überwiegend auf Roma. Diese Bevölkerungsgruppe leidet in ihren Herkunfstländern unter menschenunwürdiger Diskriminierung. Das hat auch die EU-Kommission wiederholt festgestellt. Wie das Leben der Roma beispielweise in Albanien oder Kosovo aussieht, haben SZ-Korrespondenten hier aufgeschrieben.

Trotzdem bekommt kein Flüchtling vom Balkan in Deutschland Asyl. Die Ablehnungsquote beträgt so gut wie 100 Prozent: