Explosion in Metro Was wir über den Anschlag in Sankt Petersburg wissen - und was nicht

Ein Mann aus Kirgistan mit russischem Pass soll in der Metro zwei Bomben gelegt haben. Vierzehn Menschen sterben durch die Explosion. Der Tathintergrund ist unklar.

Was wir wissen

Was passiert ist: In einem U-Bahn-Wagen ist zwischen den Stationen Sennaja Ploschtschad und Technologisches Institut im Zentrum von Sankt Petersburg am Montag um 14:40 Uhr Ortszeit eine Bombe explodiert. Eine zweite Bombe in der Metrostation Ploschtschad Wosstanija konnte rechtzeitig entschärft werden. Der Kreml geht von einem Terroranschlag aus und schließt nicht aus, dass dieser auf Präsident Putin persönlich abzielte. Er war an diesem Tag in Sankt Petersburg.

Opfer des Anschlags: Elf Menschen kamen direkt am Anschlagsort ums Leben, drei weitere erlagen später in der Klinik ihren Verletzungen, teilte die russische Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa mit. Von den etwa 50 Verletzten sind Behördenangaben zufolge noch mehrere in kritischem Zustand.

Informationen über den Täter: Die russischen Ermittler identifizierten den mutmaßlichen U-Bahn-Attentäter als Akbarschon Dschalilow, er sei russischer Staatsbürger und stamme aus der Region Osch im Süden Kirgistans. Dieser habe die Bombe in dem U-Bahnwaggon deponiert, hieß es in einer Erklärung des Ermittlungsausschusses. Er habe auch die zweite Bombe mehrere Metrostationen entfernt gelegt, die aber entschärft wurde. Dies zeigten DNA-Spuren auf der Tasche mit der Bombe.

Über die Sprengsätze: Die beiden Bomben sollen sich in der Bauart gleichen, wie die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf einen Behördenvertreter meldete. Die Sprengkraft der Bombe, die in dem U-Bahn-Zug explodierte, wird demnach auf 200 bis 300 Gramm TNT geschätzt. In der zweiten Bombe, die entschärft werden konnte, waren der Agentur Interfax zufolge sogar bis zu einem Kilogramm Sprengstoff verbaut. Beide waren laut russischen Strafverfolgern mit Metallsplittern versetzt.

Was wir nicht wissen

Hintergrund der Tat: Niemand hat sich zu der Tat bekannt. Terroranschläge in Russland hingen bisher meist mit dem Tschetschenienkrieg zusammen (hier mehr dazu). Da Russland in Syrien das Regime von Baschar al-Assad im Kampf gegen die Aufständischen unterstützt, hatte aber auch die Terrormiliz Islamischer Staat zum Dschihad gegen Russland aufgerufen. Beim IS kämpfen auch Radikalisierte aus Tschetschenien und den benachbarten Kaukasus-Republiken Dagestan und Inguschetien. Russische Behörden befürchten vor allem Anschläge von Syrien-Rückkehrern (lesen Sie mehr dazu, warum Wanderarbeiter aus den früheren Sowjetrepubliken Zielgruppe dschihadistischer Rekruteure sind).

Einzeltäter oder Gruppe: Eine zweite Bombe wurde an einer anderen Linie mehrere Metrostationen entfernt deponiert. Der Verdächtige soll sich innerhalb weniger Minuten zwischen den beiden Stationen bewegt haben. Dazu hätte er mindestens einmal umsteigen müssen.- Die staatliche Agentur Tass zitierte eine Quelle, nach der ein Mann und eine junge Frau aus Zentralasien in die Tat involviert sein könnten. Genaueres zu diesem Verdacht war zunächst nicht bekannt.

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