Europawahl Rechtsextremer Front National stärkste Partei in Frankreich

Der rechtsextreme Front National liegt nach ersten Prognosen bei der Europawahl in Frankreich vorne. Knapp 25 Prozent der Wähler stimmten für die Partei von Marine Le Pen.

Der rechtsextreme Front National (FN) ist bei der Europawahl in Frankreich zur stärksten Partei geworden. Nach ersten Schätzungen mehrerer Meinungsforschungsinstitute erzielte die Partei von Marine Le Pen rund 25 Prozent und hängte damit sowohl die Konservativen als auch die regierenden Sozialisten deutlich ab. Bei der Europawahl vor fünf Jahren war die FN lediglich auf 6,3 Prozent der Stimmen gekommen.

Das Ergebnis kommt nicht überraschend: Bereits Mitte Mai sagten 25 Prozent der Befragten, dass sie bei der Europawahl für den FN stimmen wollten.

Marine Le Pen hatte die Partei im Januar 2011 von ihrem Vater und Parteigründer Jean-Marie übernommen. Der provozierte noch mit antisemitischen und ausländerfeindlichen Sprüchen. Tochter Marine hingegen hat die Partei umgekrempelt, von den schlimmsten Hetzern gesäubert und damit salonfähig gemacht.

Diese Strategie der "Entteufelung" ("dédiabolisation") ging auch deshalb auf, weil die bürgerliche Oppositionspartei UMP unter Ex-Präsident Nicolas Sarkozy zugleich nach rechts rückte. UMP-Wähler unterschreiben mittlerweile mehrheitlich typische FN-Positionen: etwa, dass Frankreich an zu viel Kriminalität und an zu vielen Ausländern leide.

Aber auch Frankreichs wirtschaftliche Dauerkrise, mehr als zehn Prozent Arbeitslosigkeit sowie der Frust über die etablierten Parteien beflügeln die Rechtsextremen. Schon bei der Präsidentschaftswahl 2012 hatte jeder dritte Arbeiter und fast jeder fünfte Franzose ohne Job für Marine Le Pen als Staatschefin votiert.

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