EU-Kommissionpräsident Juncker "Merkel wird all ihre jetzigen Kritiker im Amt überdauern"

Auf einer Linie in der Flüchtlingsfrage: EU-Kommissionpräsident Jean-Claude Juncker und Kanzlerin Angela Merkel.

(Foto: dpa)
  • Mit starken Worten stützt EU-Kommissionspräsident Juncker Merkels Kurs in der Flüchtlingspolitik.
  • Er sieht zudem "erste Fortschritte" beim Umgang der Europäer mit der Flüchtingskrise.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat Kanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingskrise den Rücken gestärkt. "Kanzlern wurde immer dann Anerkennung gezollt, wenn sie ihren Kurs in stürmischen Zeiten beibehielten", sagte Juncker in einem Interview mit der Bild-Zeitung.

"Ich denke vor allem an die weitblickende Wiedervereinigungs-Politik von Helmut Kohl. Die Geschichte hat ihm recht gegeben, und sie wird Angela Merkel recht geben." Die von Merkel und ihm selbst vertretene europäische Flüchtlingspolitik werde sich durchsetzen. "Angela Merkel wird all ihre jetzigen Kritiker im Amt überdauern."

Juncker sieht Fortschritte bei der EU-Flüchtlingspolitik

Die europäische Flüchtlingspolitik sieht Juncker mittlerweile auf einem guten Weg. "Wir sehen endlich erste Fortschritte", sagte er dem Blatt. Es werde zwar dauern, bis "alle Maßnahmen, die wir in den vergangenen Wochen und Monaten in Europa beschlossen haben, greifen". Aber in Griechenland würden jetzt bei neun von zehn Asylbewerbern die Fingerabdrücke genommen; im September seien es acht Prozent gewesen.

Auch die Kontrolle an der türkisch-griechischen Grenze hat sich Juncker zufolge verbessert. "Dank wichtiger Beschlüsse der türkischen Regierung sehen wir einen Rückgang der Flüchtlingszahlen von dort", sagte er. Der europäischen Grenzschutzagentur Frontex zufolge seien im Oktober täglich 7000 und im Dezember noch 3500 aus der Türkei nach Griechenland gekommen. "Heute sind es 2000 Menschen." Zudem seien "in Rekordzeit" die Gelder verdoppelt und mehr als zehn Milliarden Euro durch Umschichtungen mobilisiert worden.