"Das ist unvorstellbar, was da passiert": Linken-Chef Klaus Ernst wettert gegen die Pläne, den Euro-Rettungsschirm auszudehnen. Die Risiken eines Hebels hätten wieder die Steuerzahler zu tragen. Ernst kritisiert, dass nicht den verschuldeten Euro-Ländern geholfen, sondern das gegenwärtige Finanzsystem gerettet werden soll, damit die Banken "weiterzocken können, wie sie wollen".
Klaus Ernst, Vorsitzender der Partei Die Linke, lehnt eine Ausdehnung des Euro-Rettungsschirms strikt ab. "Das ist unvorstellbar, was da passiert", sagte er zu sueddeutsche.de. Deutschland habe schon jetzt die Steuereinnahmen eines ganzen Jahres verpfändet. Die Risiken, die sich aus der Hebelung des 440 Milliarden Euro schweren Rettungsschirmes EFSF ergäben, "haben wieder die Steuerzahler in Europa zu tragen".
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Mit Kraft gegen die Hebelwirkung: Linken-Chef Ernst kritisiert, dass damit nicht den verschuldeten Euro-Ländern geholfen, sondern das Finanzsystem gerettet werden soll. (© dpa)
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Als Hebel könnte, so lauten derzeit diskutierte Modelle, eine Versicherung für Staatsanleihen kriselnder Eurostaaten in die EFSF-Richtlinien eingebaut werden. Damit könnten mit den 440 Milliarden Euro, die der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) zur Verfügung stehen, deutlich höhere Summen abgesichert werden. Die Financial Times Deutschland hatte zuvor berichtet, Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) habe vor Abgeordneten der schwarz-gelben Koalition als Zielmarke die Summe von einer Billion Euro genannt.
Ernst kritisiert, dass damit nicht den verschuldeten Euro-Ländern geholfen, sondern das gegenwärtige Finanzsystem gerettet werden soll, damit die Banken "weiterzocken können, wie sie wollen". Der Vorgang zeige auch, dass die Linke recht behalten habe. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Mittel nicht ausreichen werden."
Der Linken-Chef hält auch den EFSF an sich für das falsche Mittel gegen die Euro-Krise. Der EFSF sorge dafür, dass die Banken jenes Geld, das sie sich billig bei der Europäischen Zentralbank geliehen hätten, zu immer noch hohen Zinsen den finanzschwachen Staaten leihen. "Wenn man das nicht ändert, wird das Problem der Staaten nicht gelöst werden", sagte Ernst. "Die Bürgerinnen und Bürger Europas bleiben so in der Geiselhaft der Banken und sichern deren Renditen."
Ernst prophezeit, dass es ohne einen Schuldenschnitt für Griechenland auch kurzfristig nicht gehen werde. Zugleich bekräftigte er die Forderung der Linken nach einer Europäischen Bank für öffentliche Anleihen, die sich direkt bei der EZB verschulden und diese Mittel direkt an die Staaten weitergeben könne. Das entbinde aber Staaten wie Griechenland nicht davon, vernünftig zu wirtschaften.
Ernst fordert darüber hinaus eine Verstaatlichung der Banken. Die seien derzeit ohne staatliche Hilfen kaum überlebensfähig. "Wenn es stimmt, dass der, der das Geld gibt, auch sagt, wo es langgeht, dann ist die logische Folge, dass die Staaten Eigentümer der Banken werden müssen."
Das inzwischen breit diskutierte Trennbankensystem, bei dem das Investmentgeschäft vom klassischen Kreditgeschäft losgelöst würde, hält Ernst für nicht ausreichend. "Das kann man tun, ändert aber nichts daran, dass die Risiken, die sich aus der Zockerei an den Finanzmärkten ergeben, von realen Menschen getragen werden." Als Beispiel nannte Ernst die Folgen der Pleite von Lehman Brothers. Das sei eine reine Investmentbank gewesen.
Das Interview mit Klaus Ernst lesen Sie am Donnerstag auf sueddeutsche.de.
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(sueddeutsche.de/woja)
Wenn an dem "Euro-Rettungsschirm" nichts an den Modalitäten geändert wird, dann hat Ernst einfach Recht damit, daß er nicht ausgeweitet werden sollte. Insofern ist der Artikel mal einigermaßen sachlich.
"Der EFSF sorge dafür, dass die Banken jenes Geld, das sie sich billig bei der Europäischen Zentralbank geliehen hätten, zu immer noch hohen Zinsen den finanzschwachen Staaten leihen. " (Zitat: Ernst)
Volle Zustimmung. Genau das ist der falsche Ansatz. Aber dieses Vorgehen (insofern ist hier die EZB schlimmer als der IWF) wird derzeit praktiziert. So kommen die Länder nie aus ihrer Schuldenkrise heraus. Sie müssen sparen an den falschen Stellen, müssen horrende Zinsen zurück zahlen - und sind handlungsunfähig für Investitionen in Bildung, Straßen etc.
Ein ausführlicher Artikel zum Thema "Euro" ist auch hier zu finden:
http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/september/nach-der-rettung-ist-vor-der-rettung
Nunja Karl, lassen wir doch einmal die persönlichen Reichtümer aussen vor und konzentrieren uns auf die dem Thema zuzuordnenden Statistiken. Dann können Sie, ich sage es nur ungern, Ihr Geschwafel einsargen.
Es ist eben das Problem Karl, Sie schreien halt mal Verdummung daher, weil Sie einen gebrauchten 3er BMW als gerechte Teilhabe Ihrer Person am Wohlstand ansehen. Das mag sogar richtig sein, aber niemand will Ihnen den auch wegnehmen. Mit diesem Vermögen allerdings darauf zu schließen, es müsse allen so gehen wie Ihnen, ist, mit Verlaub, Volksverdummung.
Es ist die Art Argumentation, die uns auch jedes Weihnachten geboten wird, wann man uns mitteilen will, dass die Innenstädte doch brechend voll wären und man daraus eine ökonomische Gesetzmäßigkeit ableiten will. Ich weiss, der Bürgerliche fühlt nur, mit Fakten möchte er nicht behelligt werden, weil sonst das Weltbild platzt.
daß sie aus 440 Mrd. Euro keine Billion machen kann, weil dann gleichzeitig die Absicherung zwangsläufig absinkt.
Welcher Investor gibt einem Land, oder mehreren, eine Billion als Kredit, wenn der nur zu sagen wir, 20 % abgesichert ist.
Antwort: Keiner.
Dass diese ganze Geschichte auch eine Umgehung des Parlaments ist, macht das Ganz nicht rechtsstaatlicher.
Der Genosse Ernst sperrt sich gegen die Ausweitung des Rettungsschirmes, damit trifft er den Nerv der Leute. Doch auch in diesen Fall ist es so, einfach gibt es nicht,helfen die Gelder nur allein den Banken oder nicht ? Diese Fragen stehen im Raum,das eine geht nicht ohne das andere soweit hat man das auch schon mitbekommen. Wie soll denn die Loesung aussehen, eine recht schwiereige Frage, die selbst Analysten hier in der Zeitung mit vielen wenn und aber beantwortet haben. Es stimmt der Kern der Frage lautet wie kann ich helfen das diese Laender wieder zu Kapital kommen fuer ihre dringenden Investionen. Dabei geht es nicht um den Kosum,dass hatte man dort schon hinter sich gelassen.
Ok, dann nehme ich alles zurück.
Warten Sie nicht allzulang auf eine Staatsform, die Sie zu zum Souverän man.
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