Die Grünen Robert Habeck will Parteivorsitzender der Grünen werden

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck will Bundesvorsitzender der Grünen werden.

(Foto: Kay Nietfeld/dpa)
  • Die Grünen wählen in sieben Wochen ihre Doppelspitze neu.
  • Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck hat seine Kandidatur verkündet. Der 48-Jährige will dafür sogar sein Ministeramt aufgeben.
  • Die Doppelspitze besteht traditionell aus einem Mann und einer Frau, die je einen Flügel der Partei, Realos oder Linke, repräsentieren.
  • Habeck und die bisherige Vorsitzende Peters würden diese Bedingungen erfüllen.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck will sein Ministeramt für den Grünen-Parteivorsitz aufgeben. "Die Entscheidung ist mir extrem schwer gefallen, weil ich viele Dinge gegeneinander abwägen musste", sagte der Grünen-Politiker der taz. "Jetzt ist für mich der Moment gekommen, um zu sagen: Ich möchte gerne Bundesvorsitzender meiner Partei werden."

Er werde sich beim Bundesparteitag im Januar zur Wahl stellen und sein Amt als Umwelt- und Agrarminister in Schleswig-Holstein nach einer Übergangszeit aufgeben, falls er gewählt werde. Diese müsse "pi mal Daumen ein Jahr" lang sein, sagte er.

Die Grünen brauchen jetzt Visionäre

Göring-Eckardt und Özdemir haben sich bei den Sondierungsgesprächen Respekt erworben. Im Fall von Neuwahlen aber bräuchte es frische Gesichter - etwa aus Schleswig-Holstein. Kommentar von Constanze von Bullion mehr ...

Habeck ist Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in Schleswig-Holstein. Er hatte sich bereits als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl beworben und in einer Urwahl nur knapp gegen Parteichef Cem Özdemir verloren.

Ein Mann und eine Frau, die beide Flügel repräsentieren

Der 48-jährige Habeck wird seit Monaten als möglicher Parteivorsitzender der Grünen gehandelt. Noch-Parteichef Özdemir hatte angekündigt, für dieses Amt nicht mehr zu kandidieren und bereits Ende November Habeck als möglichen Kandidaten für die neue Grünen-Spitze bezeichnet. Daneben nannte Özdemir allerdings auch den Politischen Bundesgeschäftsführer Michael Kellner, den Europaabgeordneten Sven Giegold sowie die Mitglieder des Jamaika-Sondierungsteams, Agnieszka Brugger, Annalena Baerbock und Katja Dörner als mögliche Kandidaten. Baerbock, die wie Habeck dem Realo-Flügel der Partei zugerechnet wird, hat ihre Kandidatur bereits bekanntgegeben.

Die Grünen wählen in sieben Wochen ihre Doppelspitze neu. Özdemirs Amtskollegin Simone Peter vom linken Flügel will nochmals antreten. Normalerweise teilen sich eine Frau und ein Mann den Vorsitz, die beide jeweils einen Flügel der Partei repräsentieren. Das Duo Peter/Habeck würde diese Voraussetzungen erfüllen.

Peter wies darauf hin, dass Baerbock und Habeck beide als Realos gelten. "Bisher sind wir gut mit der Quotierung nach Geschlechtern und Flügeln gefahren", sagte Peter am Sonntag als Reaktion auf die Bewerbung der beiden. Auch die Jamaika-Sondierungsgruppe habe gezeigt, dass das Zusammenspiel der verschiedenen Richtungen und Erfahrungen eine Stärke sei, sagte Peter. "Daran sollten wir anknüpfen."

Gekämpft, gelitten, gezürnt - und jetzt?

Die Grünen loben sich auf ihrem Parteitag selbst - trotz der Jamaika-Pleite. Doch vor ihnen liegt eine unangenehm offene Zukunft. Da tut es gut, die FDP attackieren zu können. Von Stefan Braun mehr...