"Deutschlandtrend"-Umfrage Westerwelle beliebter als Steinbrück

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück: Einer neuer Umfrage zufolge sinkt seine Beliebtheit bei den Wählern.

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Der SPD-Kanzlerkandidat büßt die Zustimmung der Wähler ein: Einer neuen Umfrage zufolge liegt Peer Steinbrück in der Liste der beliebtesten Politiker weit hinter Kanzlerin Merkel und anderem politischen Personal.

Die Debatte um SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat sich in schlechten Umfragewerten für seine Partei niedergeschlagen. Im "Deutschlandtrend" der ARD zeigten sich nur noch 36 Prozent der Befragten zufrieden mit Steinbrücks Arbeit. Das waren zwölf Prozentpunkte weniger als Anfang Dezember.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) konnte ihre Beliebtheitswerte um fünf Punkte steigern und erreichte mit 65 Prozent Zustimmung Platz eins auf der Liste der beliebtesten Politiker. Im direkten Vergleich fiel Steinbrück weiter hinter Merkel zurück. Bei einer Direktwahl des Kanzlers würden sich nun 55 Prozent für Merkel entscheiden und nur 30 Prozent für Steinbrück. Im Vormonat hatte Merkel mit 49 Prozent zu 39 Prozent geführt. Steinbrück steht seit Wochen wegen Äußerungen zum Kanzlergehalt und wegen seiner bezahlten Vorträge in der Kritik.

Auch die SPD als Ganzes büßte an Zustimmung ein. Im Vergleich zur Vorwoche fiel sie um einen Punkt auf 28 Prozent. Die Union erreichte unverändert 41 Prozent. Ihr Koalitionspartner FDP blieb wie in der Vorwoche mit vier Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die Grünen stiegen um zwei Punkte auf 14 Prozent. Die Linkspartei blieb stabil bei sechs Prozent, die Piraten gaben einen Punkt ab und kamen auf drei Prozent.

Für die Liberalen enthielt die Umfrage trotz der schlechten Werte bei der Sonntagsfrage auch Hoffnungsschimmer. Der Aussage "Die FDP wird einfach nicht mehr gebraucht" stimmten zwar 44 Prozent der Befragten zu - 51 Prozent sahen das aber anders. Immerhin 23 Prozent hielten den Liberalen zugute, in den vergangenen Jahren in Deutschland etwas bewegt zu haben.

Auf der Liste der beliebtesten Politiker lagen hinter Merkel auf Platz zwei und drei Verteidigungsminister Thomas de Maizière mit 63 Prozent Zustimmung und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit 59 Prozent. Beliebteste SPD-Politikerin war die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die mit 58 Prozent Zustimmung auf Platz vier kam.

Auf sie folgten SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (51 Prozent), Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin (45 Prozent), Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (44 Prozent), Außenminister Guido Westerwelle (40 Prozent) und FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle (37 Prozent). CSU-Chef Horst Seehofer kam wie Steinbrück auf 37 Prozent. Schlusslicht blieb FDP-Chef Philipp Rösler mit 17 Prozent.