Verteidigungsminister de Maizière verkleinert die Bundeswehr, möchte aber mehr Soldaten zu Auslandseinsätzen schicken - auch nach Pakistan und Somalia. Die Opposition signalisiert Zustimmung für die Reform - aber kann sich dabei Seitenhiebe auf Guttenberg nicht verkneifen.
Nach Libyen also Pakistan, Jemen und Somalia: Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) rechnet damit, dass die Bundeswehr in Zukunft mit Militäreinsätzen in weiteren instabilen Ländern konfrontiert wird. Wie man Anfragen dieser Art beantworten werde, sei dann eine Frage der Abwägung, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Angesichts der Erfahrungen, die die Bundeswehr in Afghanistan gemacht habe, sehe er aber keinen Grund, solche Einsätze auszuschließen.
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Verteidigungsminister Thomas de Maizière wirbt für die Bundeswehrreform. (© dpa)
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Deutliche Worte unmittelbar vor der für de Maizière so wichtigen Regierungserklärung zur Wehrreform. Im Bundestag legte de Maizière nach: Es müsse selbstverständlich sein, dass Deutschland in den Vereinten Nationen, der Nato oder der Europäischen Union die internationale Verantwortung übernimmt, "die wir uns zutrauen, die man uns zutraut und die man von uns erwartet", sagte de Maizière. "Das ist mehr, als es bisher in Deutschland bekannt ist oder wohl auch akzeptiert ist." Der CDU-Politiker will künftig bis zu 10.000 Soldaten für Auslandseinsätze bereitstellen. Derzeit sind es etwa 7000.
Ohne Außenminister Westerwelle zu nennen, der für Deutschlands Enthaltung gesorgt hat, als es im Weltsicherheitsrat um den Libyen-Einsatz ging, sagte de Maizière, Deutschland habe den Anspruch, ein verlässlicher Partner in Europa und der Welt zu sein. Die deutsche Position hatte im März weltweit für Kritik gesorgt.
De Maizière betonte erneut, dass über Auslandseinsätze der Bundeswehr künftig nicht nur nach nationalen Kriterien entschieden werde. Es müssten auch Einsätze aus reiner internationaler Verantwortung möglich sein. "Wir bleiben dabei zurückhaltend und verantwortungsvoll in jede Richtung", sagte de Maizière. Sicherheit für Deutschland zu gewährleisten bedeute heutzutage insbesondere, die "Auswirkungen von Krisen und Konflikten möglichst auf Distanz zu halten". Dazu gehöre es, "sich aktiv an deren Vorbeugung und Eingrenzung zu beteiligen".
Der Minister sprach sich auch für eine intensive öffentliche Debatte über die Reformpläne aus: "Die Bundeswehr reicht der Öffentlichkeit die Hand." Der Verteidigungsminister plant eine drastische Verkleinerung der Streitkräfte von 220.000 auf 175.000 bis 185.000 Soldaten. Bei den darüber hinaus freiwillig Wehrdienstleistenden rechnet de Maizière mit 5000 Soldaten, möglich sind allerdings bis zu 15.000. Die Zahl der zivilen Mitarbeiter soll von 76.000 auf 55.000 gesenkt werden.
Ende des "Schaulaufens"
SPD und Grüne signalisierten grundsätzlich ihre Zustimmung zur Bundeswehrreform und lobten de Maizières Arbeit und Auftreten. Mit seiner Amtsübernahme seien "Sachlichkeit und Vernunft" zurückgekehrt, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD, Rainer Arnold, mit einem Seitenhieb auf dessen Vorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Jürgen Trittin, lobte den Auftritt des Ministers. Das "Schaulaufen" von Karl-Theodor zu Guttenberg sei beendet.
SPD-Politiker Arnold forderte eine klare Aussage von de Maizière über die genaue Finanzierung der Bundeswehrreform. Das von der Regierung aufgelegte Sparziel von 8,3 Milliarden sei nicht realisierbar, betonte er. De Maizière habe bei seinem öffentlichen Auftritt in der vergangenen Woche nicht dargelegt, wie sich dieses "fiskalische Loch" auflösen werde. Er habe stattdessen nur über sein gutes Verhältnis zu Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gesprochen. "Das reicht aber nicht, finanzieren sie die Bundeswehrreform seriös", sagte Arnold.
Inhaltlich unterstützte Grünen-Politiker Trittin die Abschaffung der Wehrpflicht, forderte aber eine weitere Reduzierung der Streitkräfte auf 160.000 Soldaten. Die Art der Konflikte weltweit habe sich verändert, viele Krisenherde seien heute kein Kampf zweier hochgerüsteter Armeen mehr. Eine verschlankte Bundeswehr könne der internationalen Verantwortung Deutschlands besser gerecht werden.
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(sueddeutsche.de/AFP/dapd/liv)
Russland unter Putin
Da beteiligt sich die SZ aber nach Kräften, der Propaganda des "Verteidigungs"-Ministers zur vollen Aufmerksamkeit zu verhelfen.
Wenn neue Militäreinsätze oder so genannte humanitäre Interventionen "out of area" geplant und durchgeführt werden (Klartext: Angriffskriege), dann lautet die Propaganda-Phrase: "Wir müssen Verantwortung übernehmen".
Hier wird gleich dreifach gelogen. Zum Einen plant nicht Deutschland die neuen Kriege, sondern seine Regierung, die zumeist gegen die Bevölkerung arbeitet, zum Zweiten übernehmen nicht die Kriegsplaner und Kriegsdurchführer Verantwortung, weil sie andere vorschicken "das Kriegshandwerk" (sprich töten und getötet werden) zu vollziehen,
zum Dritten kaschiert "verantwortung übernehmen" lediglich die knallharten ökonomischen Interessen, die der eigentliche Grund für die Neuen Kriege sind.
Es geht um Ressourcensicherung, Kontrolle ausländischer Unruheherde (Revolutionen) und neue Absatzmärkte - sonst gar nichts.
"Eine verschlankte Bundeswehr könne der internationalen Verantwortung Deutschlands besser gerecht werden"
Die einzige Verantwortung, der Deutschland und die Bundeswehr nachzukommen haben, ist die, sich an keinem Angriffskrieg, an keiner Besatzung, an keiner Partisanenjagd mehr zu beteiligen.
". Ein Freibrief für alle Diktatoren dieser Welt: Völkermord, Massentötungen von Zivilisten, Folter, Unterdrückung - könnt ihr alles machen, wir werden zuschauen und uns dabei moralisch gut fühlen, denn wir sind Pazifisten. "
Das ist natürlich kompletter Schwachfug, was sie da schreiben. Richtig muss es heissen:
"Ein Freibrief für alle Diktatoren dieser Welt: Völkermord, Massentötungen von Zivilisten, Folter, Unterdrückung - könnt ihr alles machen, wir werden zuschauen und uns dabei moralisch gut fühlen, SOLANGE IHR UNSERE VERBÜNDETEN SEID. "
4 Millionen Streubomben auf Dörfer und Felder im Libanon werfen? Kein Problem! Solange das unser Freund macht!
Phosphorbomben auf Krankenhäuser? Auch kein Problem, hat ja unser Freund abgeworfen!
Routinemässige Folter von illegal verhafteten Kindern? Ebenfalls kein Problem, ist ja unser Freund, der das macht!
Menschen ohne Fluchtmöglichket in ein Ghetto sprerren, 3 Wochen Tag und Nacht aus allen Rohren bombardieren, den Nahrungsmittel und Medikamentennachschub sperren? Macht nix, unser Freund weiss schon was er tut!
Sie verstehen, was ich damit sagen will, oder??
Die Bundeswehr wird zum Reserve-Blackwater-Personal-Pool der Amis, die nur pfeifen brauchen, wann immer sie eine Bedrohung ihrer Interessen ausmärzen wollen. Und dann springen die dummen Deutschen, die sich noch vor kurzen, aus sehr, sehr guten Gründen geschworen hatten "Nie wieder Krieg".
Sein wir doch mal ehrlich, "internationaler Einsatz" heisst es immer dann, wenn die USA wieder einmal den Sicherheitsrat manipulieren, bedrohen, erpressen, bestechen, und als Feigenblatt missbrauchen, um ihre Konkurrenten gewaltsam auszuschalten.
aus 100 Millionen Toten in zwei Weltkriegen nichts, aber auch gar nichts gelernt?
Ausgezeichneter Beitrag, geschätzter Herr Martin,
dem ich "überschwenglich" zustimme!
Wenn Sie einige Seiten dieses -"lausgigst" möglich organisierten- Forums zurück-"blättern", dann können Sie meinen sinngemäss sehr ähnlich lautenden Beitrag finden.
Was mich jetzt aber am allermeisten stört:
Weder Deutsche Medien, die allesamt ebenfalls Vasallen-Funktionen ausüben,noch gar Oppositionsparteien -mit der löblichen Ausnahme DIE LINKE- verwahren sich lautstark und unter Hinweis auf das Grundgesetz gegen die -erneute- Militarisierung der Bundesrepublik Deutschland - im Dienst fremder (Besatzungs-)Mächte!
Deshalb "passt" hier der Ausruf bestens;
Deutschland erwache!
Paging