Ein uralter Streit zwischen Costa Rica und Nicaragua ist wieder aufgeflammt - wegen eines Fehlers im Internetkartendienst Google Maps. Der Suchmaschinenkonzern hat sich entschuldigt. Trotzdem spitzt sich der Konflikt zu.
Die Wiesent ist ein Fluss in Bayern, das wissen zwei Autofahrer jetzt ganz genau. Der eine, ein ortsunkundiger Mann, fuhr am vergangenen Sonntag durchs oberfränkische Forchheim, er bog ab - und landete mitsamt seines Fahrzeugs in der Wiesent. Sein Bekannter, ebenfalls ortsunkundig, kam ihm zur Hilfe - und fand sich auch im Wasser wieder. Beide hatten sich strikt an die Anweisungen ihres Navigationsgeräts gehalten. Das Kartenmaterial war offenkundig fehlerhaft.
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Die Grenze zwischen Nicaragua und Costa Rica ist umstritten. Weil Google Maps eine falsche Linie zog, spitzt sich der Streit zwischen beiden Ländern zu. (© AFP)
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"Biegen Sie jetzt rechts ab" - wer solchen Anweisungen blindlings vertraut, dem droht ein Unfall - oder Schlimmeres. Etwa 10.000 Kilometer von Forchheim entfernt hat die Navigation mittels moderner Hilfsmittel zwei Länder an den Rand einer militärischen Auseinandersetzung gebracht: Costa Rica und Nicaragua streiten sich wegen eines Fehlers im Internetkartendienst Google Maps.
"Niemand ist perfekt"
Die Grenze beider Länder ist seit 150 Jahren ein Streitthema. Sie verläuft im Osten am Ufer eines Flusses, dem San Juan. In der vergangenen Woche überquerte eine Einheit des nicaraguanischen Militärs den Fluss und errichtete ein Camp auf einer Insel namens Calero. Dort fanden sie zwar eine Flagge Costa Ricas vor, aber der Kommandeur fühlte sich im Recht: Laut Google Maps gehört ein Teil der Insel zu Nicaragua.
Costa Rica sieht das ganz anders - und auch offizielle Karten weisen die Insel Calero als nicht nicaraguanisches Gebiet aus. Die Google-Konkurrenz Bing von Microsoft zeigt die Grenze ebenfalls korrekt an. Google entschuldigte sich im firmeneigenen Blog rasch für den Fehler.
Schuld sei fehlerhaftes Material, dass der Konzern vom Außenministerium der USA bezogen habe. Man bemühe sich um ein schnelles Update der Karten, hieß es. In der costa-ricanischen Zeitung La Nación erklärte der Google-Pressesprecher für Lateinamerika, Alberto Arébalos, es sei schließlich "niemand perfekt" - und überhaupt solle "kein Land diese Karten benutzen, um in ein anderes Land einzumarschieren".
Für den Suchmaschinenkonzern war die Sache damit erledigt. Für die beiden Länder aber noch lange nicht.
Soldaten gegen Polizisten
An diesem Mittwoch will das nicaraguanische Parlament in dem umstrittenen Gebiet am Grenzfluss tagen, um die eigenen territorialen Ansprüche zu unterstreichen. Die Präsidentin Costa Ricas, Laura Chinchilla, beklagt derweil eine "Invasion", weil die nicaraguanische Armee auf der Insel nicht nur gegraben, sondern auch eine Landesflagge gehisst hatte.
Der costa-ricanische Vizeaußenminister Carlos Roverssi sprach von einer "Barbarei". Nicaragua wolle mit Hilfe von Google Maps die Realität verfälschen. Seitens Nicaraguas hieß es derweil, Soldaten würden am Fluss San Juan lediglich "Reinigungsarbeiten" durchführen - auf nicaraguanischem Gelände. Zudem sei das Militär dort postiert, um den Drogenhandel zu bekämpfen. Costa Rica hat inzwischen bewaffnete Polizisten an die Grenze geschickt - eine Armee hat das Land seit 1949 nicht mehr.
Reizthema seit 1858
Die vermeintlichen "Besatzer" aus Nicaragua wollen nicht weichen - Präsident Daniel Ortega sieht den Konflikt als willkommene Gelegenheit, einmal grundsätzlich die Grenzziehung zwischen beiden Ländern in Frage zu stellen. Sein Außenminister Samuel Santos ermutigte Google, die Karte im (fehlerhaften) Ursprungszustand zu lassen - egal, was Costa Rica dazu sage.
Die Grenzführung wurde 1858 erstmals verhandelt und ist seitdem ein Streitpunkt. 1888 bestätigte der damalige US-Präsident Grover Cleveland die Grenzziehung, doch der Disput dauerte an. Auch ein Urteil des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag im Juli 2009 über die Rechte beider Länder am Grenzfluss konnte ihn nicht beenden.
Der Rio San Juan entspringt am Nicaraguasee bei San Carlos und mündet nahe der Stadt San Juan de Nicaragua ins Karibische Meer. Er gehört fast auf seiner ganzen Länge zum nicaraguanischen Staatsgebiet. Erst 25 Kilometer vor der Mündung teilt sich der Fluss. Der größte Mündungsarm, der Rio Colorado, fließt auf costa-ricanischem Gebiet in das Karibische Meer.
Einigung vertagt
Das Land hat die Organisation of American States (OAS) zur Klärung des Konflikts eingeschaltet. An Nicaragua stellte Costa Rica ein Ultimatum, den Vorschlägen des Generalsekretärs der OAS, José Miguel Insulza, zur Lösung des Konflikts innerhalb von 48 Stunden zuzustimmen.
Eine der Empfehlungen besteht darin, die nicaraguanischen Truppen aus dem umstrittenen Gebiet abzuziehen. Bisher konnten sich beide Länder noch nicht auf eine gemeinsame Resolution einigen und wollen am Donnerstag erneut beraten. OAS-Generalsekretär Insulza besuchte in den vergangenen Tagen beide Länder und inspizierte das umstrittene Gebiet.
Bleibt für alle Beteiligten zu hoffen, dass er ein gutes Navigationssystem dabei hatte. Oder besser: anständige Karten.
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(sueddeutsche.de/mati)
"Grenzkonflikt wegen Google" - so ein Blödsinn. Wenn es wirklich nur um einen Kartenfehler ginge, hätte sich Nicaragua entschuldigt und zurückgezogen. Wenn die Soldaten aber dort bleiben, Flaggen aufpflanzen und das Parlament zur Unterstreichung der Gebietsansprüche dort tagen will, zeigt das klar, daß man Google maps schlicht als Vorwand für eine Grenzprovokation genommen hat.
tatsächlich nach Google-Maps durch die Pampa stampfen,
sollte man ihnen die Gewehre wegnehmen.
Messer, Gabel, Schere, Licht...
Obwohl, unser Verein ist da auch nicht besser:
Folgende Szene: BW-Laster.an Tankstelle.
Mein erster Gedanke: Aha, die tanken nach. Gerät und Fahrer.
War aber nix mit tanken:
Die haben nach dem Weg gefragt!
Mein Verdacht:
Die wären schon längst raus aus Afghanistan.
Wenn sie sich bloß nicht ständig verfahren würden...
besonders zutreffend für die beiden Bayern :-)