Der Fernsehauftritt von Christian Wulff wirft neue Fragen auf. So bleibt vorerst unklar, was genau der Bundespräsident auf die Mailbox des "Bild"-Chefredakteurs gesprochen hat - eine Veröffentlichung des Anrufprotokolls lehnt er ab. Fest steht nur: Wulff spaltet die Republik wie wohl kein anderes Staatsoberhaupt vor ihm. Das ist bedauerlich für Deutschland - und gefährlich für Kanzlerin Merkel.
Angela Merkel benutzt gerne den Begriff vom richtigen Maß. Die Kanzlerin schätzt keine Extreme. Ihre berühmte Politik der kleinen Schritte ist der Kompromiss zwischen Losstürmen und Stehenbleiben. Manchmal nennt sie das richtige Maß auch das vernünftige.
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Das richtige Maß ist genau das, was beiden Bundespräsidenten fehlt, die Angela Merkel ausgesucht hat. Sie sind beide Präsidenten der Extreme. Was Köhler zu wenig hatte, hat Wulff zu viel. Gleich ist bei beiden nur die Unvernunft. Horst Köhler warf sein Amt viel zu schnell weg, Christian Wulff hält sich nun zu lange daran fest. Horst Köhler war zu wenig Politiker im Amt des Staatsoberhaupts. Christian Wulff ist zu viel Politiker geblieben. Viel zu viel.
Ihm fehle die nötige Härte, hat Christian Wulff mal gesagt. Die Härte des Politikers besteht nicht selten darin, den richtigen Moment für die Geschmeidigkeit zu erkennen. So gesehen ist Wulff ein großer Politiker. Nur große Politiker verstehen es auch, sich so kalkuliert zu präsentieren wie Wulff am Mittwochabend im Fernsehen. Ausgesuchte Journalisten, begrenzte Sendezeit. Einen demütigen Schritt zurück, zwei kämpferische Schritte nach vorn. Und gelegentlich einen zur Seite ins Unklare, ins Diffuse. Härte und Geschmeidigkeit.
Dem Bundespräsidenten tut etwas leid, der Bundespräsident bedauert, der Bundespräsident entschuldigt sich. Der Bundespräsident müsste eigentlich Rückenschmerzen haben, weil er sich dauernd über ein Bad hängt, um das Kind wieder rauszuholen, das er vorher hineinfallen ließ. Man kann darüber streiten, inwieweit ein Bundespräsident oder ein Politiker überhaupt ein Vorbild sein muss. Man kann nicht darüber streiten, ob Wulff ein Vorbild ist. Er ist es nicht. Seine Einsichten sind zu oft nachholende Einsichten. Wulff ist also allenfalls ein Nachbild.
Man ist ein Mensch. Man macht Fehler. Man denkt viel über die Bibelstelle nach, wer frei von Schuld ist, werfe den ersten Stein. Der Letzte, der von sich gerne in der dritten Person gesprochen hat, war Karl-Theodor zu Guttenberg. Und er war auch einer, der erwartet hatte, dass die Anerkennung für seine Entschuldigung eigentlich größer sein müsse, als die Schelte für das dazugehörige Vergehen. Er fand seine Lernfähigkeit vorbildlich. Wie Wulff.
Angela Merkel ist oft als präsidial beschrieben worden. Sie selbst versteht sich als Kanzlerin aller Deutschen. Christian Wulff teilt das Land nun wie wohl kein anderer Bundespräsident vor ihm. Er teilt das Land wahrscheinlich sogar mehr als Merkel. Verkehrte Welt.
Diese Spaltung ist nicht nur bedauerlich fürs Land. Sie ist auch gefährlich für Merkel. Ihre Koalition versammelt sich nun hinter dem Präsidenten und fordert zum wiederholten Mal ein Ende der Debatte. Das wird es nicht geben. Im Gegenteil: Schon der Fernsehauftritt hat neue Fragen aufgeworfen.
Zum Beispiel die Frage nach dem Anruf Wulffs bei der Bild-Zeitung. Die will deren Chefredakteur nun geklärt haben - Wulff lehnt eine Veröffentlichung der Mailbox-Nachricht aber ab.
Mit jedem neuen Auftritt des Präsidenten wird die Debatte neu beginnen. Mit jedem Auftritt wird Wulff an seiner erstaunlichen Einschätzung gemessen, dass er schon bisher ein guter Bundespräsident gewesen sei, außer eben in den vergangenen drei Wochen.
Die Beurteilung des Präsidenten, die jenseits politischer Grenzen verlaufen sollte, wird nun parteipolitisch bleiben. Die Glaubwürdigkeit, die Union und FDP Wulff nun attestieren, kann jeden Tag auf die Probe gestellt werden. Das Amt des Bundespräsidenten hat unter Wulff seine Überparteilichkeit verloren. Merkel hat Wulff zum Bundespräsidenten gemacht. Unredlich sind allerdings jene, die fordern, sie müsse ihn nun auch zum Ex-Präsidenten machen. Man kann schlecht kritisieren, dass Wulff sich nicht um ein Grundrecht aus der Verfassung schert, zugleich aber von Merkel fordern, dass sie die Trennung der Verfassungsorgane und die Ausnahmestellung des Staatsoberhauptes missachtet.
Christian Wulff bleibt eine Belastung für sein Amt, für das Land und für die Koalition. Aber wenn es zu schlimm wird, kann er sich ja immer noch dafür entschuldigen.
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(Süddeutsche.de)
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Der Aufmacher stimmt nicht. Wulff ist nicht der Präsident der Spaltung: Das Volk steht geschlossen gegen ihn.
die Verflechtung von Politik und Wirtschaftbossen = Lobbyiesten!
Hier müsste auch mal dringend gründllichst gekehrt werden um eine deutlichere Trennung Herzustellen.
Diese Bevorteilung gehört in der gesamten Politischen Landschaft schlicht verboten und mit exorbitanten Strafen versehen, damit diese teilweise abgehobenen Damen und Herren richtig schmerzlich Ihre Verantwortung dem Volke und Amt gegenüber spüren.
Verantwortung ist für diese Damen und Herren nur ein Wort, den tatsächlich haben, tun Sie keine. Trete ich halt zurück oder auch nicht und bin bei der nächsten Wahl wieder im Kabinett oder aber in der Wirtschaft als Vorstand / Vorstandsvorsitzender. Was auch Verboten gehört das dies die Verflechtung zur Wirtschaft noch mehr fördert.
Leider versteht es unsere Hochgelobte "Streitkultur" einfache Verpflichtende Dinge wie "Ehrlichkeit" "Verantwortung" bis in's kleinste zu sezieren und in die Bedeutungslosigkeit zu verbannen.
Selbstverständlich darf ein Politiker Freunde aus Politik und WIrtschaft haben, sich mit diesen auch im Urlaub treffen und Spaß haben, ob Eingeladen oder selbst bezahlt. Mehr aber auch nicht! Und der Dienstwagen bleibt zu Hause, ebenso die Regierungsjets und Hubschrauber. Und wehe es folgen unmittelbar nach dem Urlaub plötzliche Meinungswandel die auch nur im Ansatz mit den Freunden zu tun haben könnten.
Geldwerte Vorteile wie vermittelte Zinsgünstige Kredite müssen mit sofortigem Ausscheiden aus Amt und Würden bestraft werden! Zumal hier Porsche durchaus ein Stichwort sein kann, aber dazu wird sich Wulff alla Kohl als Vorbild sicherlich niemals ehrlich und verantwortungsvoll äußern. Wozu auch, er hat keine Verantwortung!!! er verliert im schlimmsten Falle sein Ansehen, und ?
Dienstwagen nebst Büro / Sekretärin und großzügiges Gehalt bis Lebensende ist im sicher.....
Bei allem Verständnis für die Suche nach Menschlichkeit bei den diskutierten Verhaltensmissgeschicken des Bundespräsidenten und für die Gelegenheiten, sich als Politiker besonders blütenrein darzustellen, ist dieser unglaubliche Eingriff in die Pressefreiheit (und da ist es doch egal, um welches Blatt es sich handelt!) nicht einfach wegzuentschuldigen.
Natürlich wäre ein erneuter Rücktritt eines Bundespräsidenten eine Katastrophe, aber ist dieser Zustand nicht auch ebendies? Wenn möglich ist doch das Achselzucken über die Regierung ob ihrer unfassbaren Schritte noch verstärkt worden. Aber auch der Ärger, immer wieder Menschen zu finanzieren, die das Amt, das sie angenommen haben, zuvor evtl. nicht ermessen konnten. Und da kommt der Gedanke, ob nicht ein Familienunternehmen besser repräsentieren könnte. Was spricht gegen Georg Friedrich von Preussen? König statt BP.
Mein Cousin hat bei einer Umfragenfirma im Controlling gearbeitet und ist dort ausgestiegen, weil er anhand der Zahlen sehen konnte, dass regelmäßig überhaupt nicht so viele Befragungen stattgefunden haben konnten wie öffentlich angegeben und dass es üblich war, Kostenvoranschläge zu Preisen zu machen, die überhaupt keine zuverlässigen Aussagen ermöglichten, die aber dennoch von der Konkurrenz häufig unterboten wurden. Die Mehrheit der fünfzig angerufenen Hausfrauen, die Herrn Wulff sehr adrett finden und aus denen das Ergebnis dann wie in der Branche üblich hochgerechnet wurde, mag das so sehen, dass Herr Wulff noch bleiben sollte. Der Durchschnitt der Bevölkerung sieht das mit Sicherheit anders.
Hier kann bei eigen Leuten was nicht stimmen.Die Medienlandschaft ist sehr vielfältig-Gott sei Dank. Da gibt es öffentlich rechliche F.Sender + Priate Sender und 1000 und mehr Printmedien.Die einen sind mehr rechts,die anderen mehr links und manche sind mal so mal so. Sie alle oder 90% ziehen über Wulf her, weil sie einen Geheimbund zum Sturtz des BP Wulf beschlossen haben.
Nein so läuft das nicht .Wulf ist selber derjenige der alles zu verantworten hat.Ich wiederhole keine Schlagzeilen-aber die Berichterstattung ist fair.
Seine Worte und seine Körpersprache zeugen von Unglaubwürde bis
Schamlosigkeit-eben das ganze negative Eigenschaftsfeld eines Menschen-und deshalb kann er kein Staatsoberhaupt sein.
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