Im ARD-Deutschlandtrend baut Angela Merkel ihren Vorsprung vor Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier aus. Zusammen mit der FDP käme die Union derzeit auf eine Mehrheit von 51 Prozent.
Es sollte die große Wahlkampfoffensive werden, doch SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat die Partei mit seinem "Deutschland-Plan" in den Umfragen zunächst nicht aus dem Tief gebracht. Im neuen ARD-Deutschlandtrend verloren die Sozialdemokraten im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt. Derzeit käme die SPD auf 23 Prozent. Die Union büßte ebenfalls einen Punkt ein, liegt mit 35 Prozent aber weiter mit großem Abstand vorn. Zusammen mit der FDP (16 Prozent/plus zwei) hätte sie derzeit eine Mehrheit von 51 Prozent. Grüne und Linke blieben unverändert bei 13 beziehungsweise zehn Prozent.
Bild vergrößern
Sein "Deutschland-Plan" konnte die SPD bisher nicht aus dem Umfragetief ziehen: SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier. (© Foto: ddp)
Anzeige
Mit dem am Wochenende bekanntgewordenen "Deutschland-Plan" will Steinmeier dafür sorgen, dass bis zu vier Millionen neue Arbeitsplätze entstehen. Drei Viertel (76 Prozent) der Befragten finden, dass die SPD damit eine wichtige Diskussion angestoßen habe. Allerdings halten fast ebenso viele (73 Prozent) die Ziele für unrealistisch.
Im Falle einer Direktwahl liegt Angela Merkel nach wie vor vorne, der Abstand zwischen der Kanzlerin und ihrem Herausforderer ist weiter gewachsen: 61 Prozent würden sich für Merkel entscheiden (+ 1) und 24 Prozent für Steinmeier (- 1). Der Abstand zwischen den beiden Kanzlerkandidaten ist mit 37 Punkten so groß wie noch nie zuvor beim Deutschlandtrend.
Eine Mehrheit von 58 Prozent der Wahlberechtigten fände es gut, wenn die FDP an der nächsten Bundesregierung beteiligt wäre, 37 Prozent fänden dies nicht gut. Bei der Frage, ob es nach der Wahl eine schwarz-gelbe oder eine große Koalition geben sollte, sind die Deutschen jedoch unentschieden: 47 Prozent sind der Ansicht, eine Koalition aus Union und FDP "wäre besser für das Land", 43 Prozent finden dies bei einer Koalition aus Union und SPD.
Sieben Wochen vor der Bundestagswahl halten 52 Prozent der Wähler jedoch keine Partei für fähig, die Probleme Deutschlands zu lösen. Auch das Vertrauen in die Bundesregierung bei der Bewältigung der Krise ist gesunken. Nur noch 62 Prozent der Befragten - und damit acht Punkte weniger als im Juni - stimmten der Aussage zu: "Ich vertraue darauf, dass die Bundesregierung uns gut durch die Krise führt."
"Banken haben nichts gelernt"
Mehr als drei Viertel der Bundesbürger sind zudem der Auffassung, dass die Banken aus der Wirtschafts- und Finanzkrise keine Konsequenzen gezogen haben. Im ARD-Deutschlandtrend sind 81 Prozent der Ansicht, dass "die Banken nichts aus der Krise gelernt haben und weitermachen wie bisher". 91 Prozent der Deutschen meinen zudem, "dass sich eine weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise wiederholen könnte". 88 Prozent sind der Ansicht, dass die kleinen Leute die Folgen der Krise ausbaden müssen.
Ein Drittel der Bundesbürger (33 Prozent) sieht es als wichtigste Aufgabe nach der Wahl, Arbeitsplätze zu sichern. 22 Prozent finden, die wichtigste Aufgabe sei es, neues Wirtschaftswachstum zu schaffen.
Kanzlerin am beliebtesten
Die Liste der beliebtesten Politiker führt weiterhin Kanzlerin Angela Merkel an, mit deren Arbeit 72 Prozent der Deutschen zufrieden sind (+ 2 gegenüber der Vorwoche). Auf Platz zwei bleibt Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mit 68 Prozent Zustimmung (+ 1), Platz drei belegt Familienministerin Ursula von der Leyen mit 63 Prozent. Außenminister Frank-Walter Steinmeier verliert einen Punkt gegenüber der Vorwoche und belegt mit 58 Prozent den vierten Platz.
Für die Umfrage im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" hatte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap am Montag und Dienstag dieser Woche 1002 Wahlberechtigte bundesweit telefonisch befragt, für die Sonntagsfrage 1541. Die Befragungen zum "Deutschland-Plan" fanden am 4. und 5. August statt.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Thema
- Bundestagswahl RSS
- Schäuble zu Steuersenkungen "Der Spielraum ist gering" 10.05.2009
- Parteitag der Grünen "Eine ganz neue Freundschaft" 09.05.2009
- Steinmeier beim Juso-Bundeskongress "Alles ist möglich" 19.06.2009
- Steinmeier - Plan für Deutschland "Das ist doch Fantasialand" 02.08.2009
- SPD-Wahlkämpfer Steinmeier "Das muss schiefgehen" 10.06.2009
- Bundestagswahl Mathematik für Sieger 29.04.2010
- 100 Tage Schwarz-Gelb Wie gut war Merkels Mannschaft? 04.02.2010
(dpa/AP/holz/mikö)
Ziemlicher mumpitz, den Sie da von sich geben :-)
macht einen Fehler.
Hört sich sybillinisch an - ist so gewollt.
Ich habe ja nicht die beiden Personen Obama und Steinmeier verglichen, sondern deren Arbeitsplatzbildungs-Konzepte.
Aber die Personen können wir auch gerne vergleichen: Beide sind Juristen, und beide sind sehr gute Diplomaten. Dazu sind sie von ihren politischen Anschauungen kompatibler als Merkel, die ich den Republikanern zuordnen würde.
... weil sich die Menschen nur all zu gut erinnern, wie Schröder Arbeitsplätze geschaffen hat. Am Ende einer Steinmeier-Regierung hätten wir in Deutschland durchgehend Lohnsklaverei.
Da ist es besser, wir haben eine CDU/FDP-Regierung und eine Opposition über der 30 Prozent-Marke.
Solange Deutschlands Sozialdemokraten sich nicht besinnen und erkennen, dass der hier erarbeitete Wohlstand nur dann auch hier verbleibt, wenn das verdiente Geld auch hier verkonsumiert wird, und nicht mittels Finanzmarkt in Billionenhöhe an amerikanische Verbraucher verliehen wird, die die Kredite dann platzen lassen, solange sollten die SPD an keiner Regierung mehr beteiligt sein. Für Deutschland wäre das besser.
In der Opposition hätte die SPD vielleicht den Kopf frei, um solch einfache Grundwerte wieder für ihr politisches Weltbild zu entdecken. Deutschland braucht keine SPD, die rücksichtsloser und kaltschnäutziger ist als eine CDU oder gar FDP. Für mich gilt als Gradmesser der SPD-Regierungsfähigkeit die Positionierung zur Linken. Solange die SPD die Lafontaine-Positionen nicht wieder als SPD-eigene Themen annimmt, ist die SPD ein Kopf ohne Körper.
@Greiffenegg: Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Wir waehlen nur noch um die Stimme loszuwerden, nicht um einen Vertreter zu waehlen, der obenndrein eine eigene Meinung vertritt. Vielmehr ist es ein Einheitsbrei.
Paging