Bundesparteitag der Piraten "Ihr seid resistent gegen Kritik"

Streit gab es genug, Redebedarf auch. Doch von großer Aussprache ist bei den Piraten trotzdem nichts zu merken, als sich der Vorstand um Bernd Schlömer und Johannes Ponader vor dem Parteitag in Bochum der Basis stellt. Statt Argumenten gibt es ein Phrasengewitter - bis der Hausmeister die Veranstaltung beendet.

Von Hannah Beitzer, Bochum

"Wir müssen zur Bundestagswahl ein Programm haben": Bernd Schlömer, Vorsitzender der Piraten Piraten (r.) mit Vizechef Markus Barenhoff.

(Foto: dapd)

Die Piraten sind im Wahlkampf angekommen. Am Freitag vor ihrem großen Programmparteitag zum Beispiel sitzen vier Mitglieder des Piraten-Vorstands auf einer Bühne im Bochumer Jahrhunderthaus und erklären in feinster Politiker-Manier, wie sie die Welt sehen.

Eigentlich sollte dieser Abend eine Aussprache sein, der vielgescholtene Bundesvorstand wollte sich der Basis stellen. Die hatte in den vergangenen Monaten viel zu meckern: Skandal folgte auf Skandälchen, es gab gegenseitige Beschimpfungen via Twitter, Rücktritte und Rücktrittsforderungen.

Trotzdem sind in Bochum eher vertonte Pressemitteilungen zu hören. "Ich bin bereit, mit den Kollegen die nächsten zwölf Monate ernsthaft und konstruktiv zusammenzuarbeiten", sagt Piraten-Chef Bernd Schlömer.

Sinkende Umfragewerte? "Das sind nur augenblickliche Aufnahmen. Wir hatten bewegte Zeiten, das war nicht ungewöhnlich, dass wir in der Zustimmung absanken." Und: "Wir haben ideale Voraussetzungen, in den deutschen Bundestag einzuziehen."

Der Streit mit seinem Vorstandskollegen Johannes Ponader, wegen dem Beisitzer Matthias Schrade sogar zurücktrat? Alles wieder gut. Man müsse jetzt wieder nach vorne sehen und nicht mehr über unglückliche Aussagen wie Schlömers "Johannes soll mal was arbeiten" sprechen.

Eine Aussprache, das wird ziemlich schnell klar, ist das nicht. Der Piratenvorstand liefert an diesem Abend ein Phrasengewitter, wie es gestandene Berufspolitiker nicht besser könnten: "Vertrauen ist die Grundlage, als Team politisch zu handeln", heißt es da. Tatsächlich?