Neue Vorwürfe gegen die US-Sicherheitsfirma Blackwater: Ex-Mitarbeiter berichten, sie seien im Irak bewusst zum Morden getrieben worden.
Der in Verruf geratene Sicherheitskonzern Blackwater Worldwide sieht sich neuen massiven Vorwürfen ausgesetzt: Zwei ehemalige Mitarbeiter der US-Firma berichten Blackwater-Gründer Erik Prince habe persönlich Morde angeordnet und im Irak wiederholt tödliche Übergriffe überforderter Wachmänner vertuschen lassen. Zudem habe Prince nebenher seinen Privatjet genutzt, um illegal Waffen und Munition in den Irak zu schmuggeln.
Angestellte einer privaten Sicherheitsfirma in Bagdad: Ehemalige Blackwater-Mitarbeiter haben ausgesagt, sie seien animiert worden, gezielt unschuldige Iraker zu töten. (© Foto: AFP)
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Die irakische Regierung verlangte den Abzug der Firma, nachdem ein Blackwater-Konvoi am 16.September 2007 in Bagdad 17 offenbar unschuldige Iraker erschossen hatte. Unter der Bush-Regierung hatten bis zu tausend hochgerüstete Mitarbeiter den Personenschutz für US-Diplomaten übernommen, wofür die Firma seit 2003 weit mehr als eine Milliarde Dollar kassierte.
Amerikanische Allerweltsnamen
Die neuen Anschuldigungen sind Teil eines Gerichtsverfahrens, in dem nun 60 Angehörige der 17 Toten von Bagdad die Sicherheitsfirma auf Schadensersatz verklagen. Die beiden Ex-Angestellten machten ihre Aussagen nur anonym in Form von zwei eidesstattlichen Erklärungen bei einem Bundesgericht in Alexandria (Virginia).
Sie erhielten den in den USA üblichen Allerweltsnamen "John Doe" Nummer Eins und Zwei: John Doe #1 ist ein ehemaliger US-Marine, der wiederholt für Blackwater als Wachmann in Bagdad arbeite, und über John Doe #2 ist bekannt, dass er vier Jahre lang als Manager im Hauptquartier des Unternehmens in North Carolina arbeitete.
Die Zeugen bangen im ihr Leben
Beide Männer geben wortgleich an, sie befürchteten Gewalttaten gegen sich als Vergeltung für die Vorlage der Erklärungen. Zeuge John Doe #2 erklärt, er habe von früheren Kollegen erfahren, dass Firmengründer Prince persönlich "eine Person oder mehr ermordet hat, oder "die Ermordung derer anordnete, die Informationen bereitstellten" im Rahmen staatsanwaltlicher Ermittlungen gegen das Unternehmen. Nach seinem Ausscheiden habe ihm das Firmen-Management persönlich Gewalt und Tod angedroht.
Und John Doe #1 bangt um sein Leben, da er - nun offenbar für eine andere US-Sicherheitsfirma - demnächst erneut im Irak als privater Wachmann arbeiten wird. Auch dort, so will er vom Hörensagen wissen, seien bereits potentielle Zeugen der Anklage "unter verdächtigen Umständen ermordet worden".
"Vision christlicher Vorherrschaft"
Gemäß den Schilderungen des früheren Managers legte Firmengründer Prince es regelrecht darauf an, im Irak Menschen zu töten. "Er sieht sich selbst als christlicher Kreuzzügler mit dem Auftrag, Muslime und den islamischen Glauben von dieser Erde zu eliminieren", heißt es wörtlich in der eidesstattlichen Erklärung von John Doe #2. Zu diesem Zweck habe der inzwischen 40 Jahre alte Millionär "absichtlich Männer in den Irak geschickt, die seine Vision christlicher Vorherrschaft teilen". Prince habe "gewusst und gewollt, dass diese Männer jedwede Gelegenheit nutzen, Iraker zu ermorden".
John Doe#2 bestätigt, was schon frühere Blackwater-Kritiker angeprangert hatten: Dass die mit automatischen Waffen, bulligen Geländewagen und Hubschraubern ausgerüsteten Sicherheitskräfte sich mit Zeichen und Code-Namen verständigten, die sie vom sagenumwobenen Templerorden adaptiert hatten, der im Mittelalter aus Europa zur Befreiung Jerusalems ins Heilige Land zog.
Seelisch und psychisch überfordert
Beide Zeugen bestätigen zudem Vorwürfe, Blackwater habe wiederholt Bodyguards aus den USA nach Bagdad entsandt, die seelisch und psychisch überfordert waren. Der Ex-Manager behauptet, Erik Prince persönlich habe aus Profitsucht sogar Wachmänner in den Irak entsandt, die zuvor wegen Sicherheitsbedenken oder nach Trinkgelagen und Drogenmissbrauch von Vorgesetzten im Irak abgelehnt und nach Hause geschickt worden waren.
Zudem habe die Firma Prostitution und sexuellen Missbrauch an minderjährigen Irakern in ihrem Camp geduldet. John Doe #2, der Ex-Soldat und Wachmann, nennt ergänzend Namen früherer Kollegen, die - aus Angst oder aus Lust am Töten - grundlos irakische Passanten niedergeschossen hätten. Blackwater habe sich nie um die Toten und Verletzten gekümmert und die Vorfälle gegenüber seinem Auftraggeber, dem US-Außenministerium, zumeist verschwiegen. Zudem seien potentielle Beweise, darunter Videoaufnahmen, systematisch vernichtet worden.
Synonym für die Privatisierung des Krieges
Die Firma, die sich den neuen Namen "Xé" zulegte, verweigerte eine detaillierte Stellungnahme. Die Vorwürfe seien "anonym, nicht belegt und beleidigend". Anwälte des Unternehmens haben bis Mitte August Zeit, im Zivilprozess auf den Schriftsatz des liberalen Center for Constitutional Rights zu reagieren, in dem die Aussagen von John Doe #1 und #2 verwertet wurden. Wegen des Blutbads vom September 2007 muss sich das Unternehmen zudem vor einem Strafgericht verantworten: Dort sind fünf Angestelte wegen Mordes angeklagt, ein sechster gestand einen Totschlag und bot sich als Kronzeuge an.
Unter Hillary Clinton hat das Außenministerium inzwischen alle Verträge mit Xé alias Blackwater gekündigt. Kritikern im Kongress galt der Name Blackwater als Synonym für eine "Privatisierung des Krieges" durch Sicherheitskonzerne, wie sie allen voran der frühere Verteidigungsminister Donald Rumsfeld verfolgte.
Allein von 2002 bis 2006 erhielt Blackwater Regierungsaufträge im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar. Zugleich spendete der frühere Elitesoldat und erklärt konservative Unternehmer Prince mehr als 225000 Dollar an fast ausschließlich republikanische Politiker. Die Vorhaltung, seine Angestellte seien Söldner, wies er stets zurück: "Wir sind amerikanische Patrioten."
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(SZ vom 07.08.2009/mikö)
Tja, es ist tatsächlich schwer, bei diesem Thema sachlich zu bleiben. Wenn ich diesen Artikel lese, fallen mir so wüste Beschimpfungen ein, dass ich sie kaum bei mir halten kann.
Das einzige positive: Die Firma ist nicht mehr länger für die US-Regierung tätig.
Mal sehen, wer sie als nächstes engagiert!
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Mfg
Ihre Moderatorin
@ aoe
"Das ist die amerikanische Kultur, die hier verbreitet wird."
Ja genau diese abartige amerikanische Kultur ist die Ursache allen Übels! Völlig aus dem Nichts entstanden und auf natürlich keinesfalls ursächlich aus der Unsrigen entstanden. Ebenso wie die AMERIKANER, die ebenso aus dem Nichts auf dem AMERIKANISCHEN Kontinent einfielen, um dann schnurstracks die friedliebenden Indianer zu meuscheln, wie später die friedliebenden Briten und noch viel später die friedliebenden Deutschen. Ach ja die friedliebenden Vietnamesen, Koreaner, Afgahnen und Iraker nicht zu vergessen. Ja das ist Geschichte, wie sie der intellektuell einfach strukturierte Durchschnitts-Michel liebt, einfach und klar und so wundervoll entlastend in Hinblick auf die eigene Vergangenheit.
Beim Lesen dieses "Artikels" habe ich mich allerdings nur eins gefragt. Wie oft kann ich das Wort MIST in meinem Kommentar verwenden, ohne öde zu klingen? Ach was solls, eigentlich lohnt sich die Mühe für dieses Hören-Sagen-Tratsch-Geschwurbel nicht.
Selbstmörder handeln im einklang des Islam. Sie disqualifizieren sich beziehungsweise Sie auten sich als unwissender. Kreuzritter haben nicht im Einklang des Christentum gehandelt. Wahrscheinlich haben Sie recht aber Sie haben im Interesse des Christenums gehandelt. Sowie in Südamerika usw...
Sie wären echt besser beraten zusein gerade als Christ in solchen Themen einwenig sich zurück zuhalten. Nur weil die Medien Welt Christlich fundamentalistische Menschen nicht permanent der Allgemeinheit zeigt, heisst es nicht das es sie nicht gibt.
Alle Religionen dienen nur zur Differenzierung der Menschen und Versklavung. Allein ihr Avatar passt nicht zu Ihrem Geschwätz von der Christlichen nächsten Liebe, es zeigt nur das Sie mit anderen Religionen nur Provozierend umgehen und sich in die reihe der Menschen eingliedern denen Sie gerade etwas vorwerfen.
Es sollte uns zu denken geben daß führende deutsche Politiker das Terrorregime von George W. Bush verharmlost und durch Stillschweigen indirekt untersützt haben. Die Vorgänge in Blackwater, die wegen der intimen Beziehungen zur Bushregierung direkte Rückschlüsse auf die Bush-Regierung selbst zulassen waren der Öffentlichkeit in Ausschnitten bereits viele Jahre vor Ende der Bushherrschaft bekannt.
Es darf als ausgeschlossen gelten daß unsere Regierung, die ja über die Geheimdienste an Informationen kommen die vielleicht gar nicht in den Zeitungen erscheinen nicht sogar noch mehr gewusst haben sollte. Doch sie schwieg und tat so als sei die mehr als nur geringfügig fanatisch-"religiöse" Regierung Bush ein Normalzustand!
Das finde ich für Deutschland beschämend, und es beweist daß unsere Verteidigungskraft gegen die Barbarei, staatsterroristische Primitivität und Fanatismus weit schwächer sind als dies in irgendeiner Form hinnehmbar wäre! Hierzulande nennt man einen Thorsten Schäfer-Gümbel den "deutschen Obama" bloß weil er gelernt hat Twitter zu benutzen - von der historischen Dimension der Wahl zwischen McCain/Palin und Obama/Biden nicht den leisesten Schimmer!
Paging