Der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff muss nicht fürchten, vom Parlament um seinen Ehrensold gebracht zu werden. Eine Blockade sei kaum möglich, räumen Kritiker ein. Eine Forderung hat Dietmar Bartsch, Fraktionsvize der Linken, dennoch.
Die Linke stellt sich nicht prinzipiell gegen eine Auszahlung des umstrittenen Ehrensoldes an den vergangenen Freitag zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff. Anders als in manchen Medienberichten beschrieben gebe es keine Handhabe, den Ehrensold zu blockieren. Dietmar Bartsch, Berichterstatter der Linken für den Haushaltsplan des Bundespräsidenten, sagte der Süddeutschen Zeitung: "Ich gehe davon aus, dass Herr Wulff letztlich den Ehrensold bekommen wird". Das sei jedoch kein Automatismus, sondern bedürfe einer "soliden rechtlichen Prüfung" auch durch den Haushaltsausschuss.
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Ex-Bundespräsident Christian Wulff: Die Diskussion um seinen Ehrensold hält an. (© dpa)
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Der Haushaltsauschuss wird befasst, wenn es wesentliche Veränderungen in der Ausgabenstruktur des Bundeshaushaltes gibt. Da Wulff der Ehrensold zunächst einmal gesetzlich zusteht, sind die Spielräume begrenzt, räumt auch die Grünen-Haushaltsexpertin Priska Hinz ein.
Der Ehrensold dürfe zwar nur ausgezahlt werden, wenn der Bundespräsident aus gesundheitlichen oder politischen Gründen zurückgetreten ist, sagte Hinz der SZ. Die Debatte aber, ob dies auf Christian Wulff zutrifft, hält sie für "abwegig". Christian Wulff sei wegen "mutmaßlicher Verfehlungen" zurückgetreten, die er sich "mutmaßlich als Ministerpräsident geleistet hat", sagte Hinz. Das sei "eindeutig" ein politischer Grund.
"Wir können doch rechtliche Bestimmungen nicht ignorieren, nur weil uns die Nase des Betreffenden nicht passt." Wie Bartsch geht sie davon aus, dass Wulff "den Ehrensold erhält, so wie im Gesetz vorgesehen".
Bartsch wies zudem darauf hin, dass die zuständigen Haushalts-Berichterstatter ihre Entscheidungen bisher stets im Einvernehmen getroffen hätten. Das werde auch in diesem Fall wieder so sein.
Zuvor hatte sich bereits SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles dagegen ausgesprochen, Wulff den Ehrensold vorzuenthalten. In der Union wurden Stimmen laut, die unabhängig von Wulff eine Überarbeitung der Gesetzlage forderten, etwa indem der Ehrensold erst ab einem bestimmten Alter ausgezahlt und eigenes Arbeitseinkommen angerechnet wird.
Großer Zapfenstreich für Wulff
Wulff war vor einer Woche nach weniger als zwei Jahren im Amt unter massivem Druck zurückgetreten. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsannahme.
Inzwischen wurde bekannt, dass der zurückgetretene Bundespräsident mit einem Großen Zapfenstreich der Bundeswehr feierlich verabschiedet werden soll, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mitteilte. Die Zeremonie wird am 8. März stattfinden. Der Große Zapfenstreich für einen ausgeschiedenen Bundespräsidenten entspreche "geübter Staatspraxis", erklärte der Sprecher weiter. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) habe Wulff angeboten, die Zeremonie zu organisieren.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(Süddeutsche.de/grc/holz/hai)
ICE-Strecke
Wir wissen doch mittlerweile, dass Wulff der Vater aller Lippenbekenntnisse ist.
.....@kassandr : mischpoke
Selbst wenn Sie es schon vor 6 Wochen gesagt haetten, waere es deshalb doch nicht wahrer, oder? ;-} "
Doch, lieber seltsamerweise, denn ich sehe den Sachverhalt auf Basis einer rechtlichen Würdigung der Tatbestandsmerkmale und ihrer gebotenen Subsumtion, selbstverständlich berücksichtigend, dass es in der rechtlichen Bewertung durchaus Meinungsverschiedenheiten zwischen der Auslegung etwa von Prof. Battis, Berlin, und derjenigen gab, welche Herr Prof. v. Arnim, Speyer (allerdings seit 2005 emeritiert) preferierte, welche die sz aber vor einigen Tagen irrigerweise für die herrschende Meinung hielt.
Selbst wenn Sie es schon vor 6 Wochen gesagt haetten, waere es deshalb doch nicht wahrer, oder? ;-}
Wie persoenlich sollen denn die Gruende fuer den Ruecktritt sein, wenn sie in diesem Fall NICHT ausreichend in der Person Wulff liegen, seinem Gemauschel, seiner Unwahrhaftigkeit etc?
Hier befinden nur ein paar Kraehen, dass man einer ihresgleichen kein Auge auskratzen darf.
Ein Hoehepunkt der Scheinheiligkeit stellt es ja wohl auch dar, wenn man von "geübter Staatspraxis" spricht : kann man so auch das Verhalten von Herrn Wulff kennzeichnen?
Mir scheint, die Kollegen aller Parteien bemuehen sich, dass der Mann mit seiner Schande nicht alleine dastehen muss, und fuer mich kann ich sagen : ihr seid erfolgreich!
Eine rechtliche Prüfung ist nicht notwendig? Warum? Weil ein Rücktritt eines Politikers von Haus aus einen politischer Grund hat?
Anders hätte er nämlich keinen Anspruch, denn es heißt ja ausdrücklich "Rücktritt aus ...Gründen" und nicht einfach "bekommt grundsätzlich".
das Geld wurde mit einem "anonymen" Scheck zur Verfügung gestellt, d.h. niemand weiss von wem das Geld wirklich kommt, es kam auf jeden Fall aus der Schweiz...
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Da man ja inzwischen ALLE Auskünfte Wulffs in Frage stellen muß: Gabs so einen Scheck überhaupt? Wulff hat ihn ja nicht eingelöst, der soll nach bisherigem Kenntnisstand bei einem Notar gelandet sein (sagt Wulff) und keiner weiß, was mit dem "Wechselgeld" passiert ist.
Wir wissen nur, daß Wulff im Grundbuch eingetragen ist/war, damals ohne Grundschuld bei irgendjemandem. Wer wie bezahlt hat, weiß keiner.
Paging