Zu allem bereit: Baden-Württembergs Sozialdemokraten reagieren auf ihren großen Rückstand in den Wähler-Umfragen - und brechen ein Tabu.
Die baden-württembergische SPD ist nach den Worten ihres Generalsekretärs Peter Friedrich bereit, nach der Landtagswahl notfalls auch als Juniorpartner in eine Koalition mit den Grünen einzuziehen. "Unser Ziel ist es, am 27. März gemeinsam mit den Grünen die CDU in die Opposition zu schicken, egal welche unserer Parteien dann vorn liegen sollte", sagte Friedrich der Süddeutschen Zeitung.
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"Unser Ziel ist es, am 27. März gemeinsam mit den Grünen die CDU in die Opposition zu schicken", sagt der baden-württembergische SPD-Generalsekretär Peter Friedrich. (© dpa)
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Allerdings bleibe es Ziel und Anspruch seiner Partei, im Frühjahr ein besseres Ergebnis zu erreichen als die Grünen. Als Juniorpartner für eine große Koalition mit der CDU von Ministerpräsident Mappus stünden die Sozialdemokraten nicht zur Verfügung.
Mit ihren Koalitionsüberlegungen bricht die Südwest-SPD ein Tabu in der Bundespartei. Diskussionen über eine Juniorpartnerschaft der SPD mit den Grünen wurden in der Führungsspitze bislang aus taktischen Gründen gemieden. Man dürfe nicht den Anspruch einer großen Volkspartei aufgeben, lautete das Argument. Die Bundes-SPD wollte die Überlegungen Friedrichs am Mittwoch nicht kommentieren, für Koalitionsfragen sei immer die jeweilige Landespartei zuständig, hieß es.
Für eine Koalition mit den Grünen stellte Friedrich allerdings eine Bedingung. Sie müssten den Vorschlag der SPD akzeptieren, die Bevölkerung des Landes über das umstrittene Bahnprojekt "Stuttgart 21" abstimmen zu lassen. Friedrich fügte hinzu, dass die Spitze der Bundes-SPD über die Koalitionsüberlegungen seiner Partei Bescheid wisse, zumal der Landesvorsitzende Nils Schmid dies auch öffentlich mehrmals deutlich gemacht habe.
"Aus Berlin hat es bislang keine Kritik an unserem Verhalten gegeben", fügte der Generalsekretär hinzu. Schmid hatte erkennen lassen, dass die SPD im Falle eines Wahlerfolges der Grünen bereit sei, deren Fraktionsvorsitzenden Winfried Kretschmann zum Ministerpräsidenten zu wählen.
Nach jüngsten Umfragen hat die vom Streit um das Bahnprojekt Stuttgart 21 erschütterte schwarz-gelbe Landesregierung keine Mehrheit mehr. Grüne und SPD könnten dagegen auf eine knappe Mehrheit von etwas mehr als 50 Prozent hoffen, wobei die Grünen auf gut 30 Prozent kommen, die SPD aber nur knapp 20 Prozent erreicht.
Der Vorsitzende Sigmar Gabriel ließ allerdings Mutmaßungen widersprechen, er habe die Überlegungen für eine Juniorpartnerschaft der SPD in einem grün-roten Bündnis gebilligt. "Gabriel hat kein grünes Licht gegeben", hieß es. Allerdings war auch nicht die Rede davon, dass er diese Überlegungen missbilligt.
In SPD-Kreisen hieß es allerdings, Diskussionen über Koalitionen in Bundesländern kämen zur Unzeit. Ziel der SPD müsse es sein, ihre Themen stärker zu betonen und sich damit deutlicher von den Grünen abzugrenzen, die nach Meinungsumfragen auch im Bund immer weiter an Zustimmung gewinnen und die Sozialdemokraten auch andernorts hinter sich lassen könnten.
Auch in Berlin, wo im Herbst kommenden Jahres ein neues Abgeordnetenhaus gewählt wird, liefern sich Grüne und die SPD des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit ein Wettrennen. Die Berliner Sozialdemokraten, die die Stadt bisher gemeinsam mit der Linkspartei regieren, sind bislang nicht bereit, über eine Juniorpartnerschaft in einem grün-roten Bündnis zu sprechen.
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(SZ vom 14.10.2010/pfau)
Kein Wunder, bei den prognostizierten Wahlverlusten der "Sozialistischen Partei Deutschland" werden diese keinen eigenen Ministerpräsidenten durchbringen.
(Mir ist nichts anderes bekannt, als das der Sozialismus im Parteiprogramm der "SPD" nachwievor verankert ist.)
von Rio Reiser, war der Wahlkampfsong der Grünen 1986.
Anekdote am Rande:
Claudia Roth rühmt sich ja immer, die tolle Managerin der TON STEINE SCHERBEN gewesen zu sein.
1982 wurde sie Managerin, 1985 waren TSS pleite!
Wenns irgendwie um Multikultiringelpietzmitanfassenwirhabenunsallesogernsolangewirallegrünsind geht,dann sind Claudia,Cem,Renate und Jürgen immer mit dabei.In der 1en Reihe. Und wenn einer dagegen ist,dann kommt sofort das N- oder F-Wort.Suchen siees sich aus.
Und dann raten sie mal,warum die Grünen "schon immer" dagegen waren.....klingelingeling...."Opposition"...thats it.
Ich denke da auch an Pazifismus und Jugoslawien.Es lässt sich immer herrlich meckern,wenn man keine Verantwortung hat.
entpuppt sich die Gegnerschaft dem Projekt gegenüber für Rot-Grün
sowieso als strategischer Fehler:
1. S21 ist allein juristisch nicht mehr zu stoppen. Man wäre dann in der Regierung, und selbstverständlich jahrelang für das Projekt verantwortlich. Und gleichzeitig dagegen? Wie verkauft man das den Wählern?
2. Selbst wenn ein Plebiszit erfolgreich wäre, würden enorme Austrittskosten anfallen, die man den Wählern dann auch irgendwie verkaufen müsste.
3. Ein Stopp von S21 würde einen immensen Imageschaden, in Geld nicht zu messen, für das Land bedeuten. Dafür wird das Volk Rot-Grün lieben!
Schon jetzt wundert man sich im Ausland über die "wehrhafte Demokratie".
Wer schon mal auf Sizilien war, sieht die Ruinen von begonnen Bauprojekten (Rohbauten von Brücken, Krankenhäusern), die die Mafia ausgebluteten ließ.
Viele Länder wünschsten sich, solche Projekte wie S21 überhaupt stemmen zu können.
Der verwöhnte deutsche Michel demonstriert dagegen.
ob Stuttgart 21 ein Erfolg wird oder nicht.
Aber selbst wenn ich dagegen wäre, würde ich mit Absicht CDU wählen weil mir gar keine andere Wahl bliebe.
Nur um die machtversessenen Herren Wendehälse von der SPD zu verhindern.
Nur um einen machtversessenen grünen Ministerpräsidenten zu verhindern.
Die CDU hat in den letzten Jahren kaum Fehler gemacht, was das Projekt angeht. Stuttgart 21 ist alles andere als ein Skandal.
Aber Stuttgart 21 eignet sich scheinbar fantastisch um irgendwelchen aufgestauten Frust frustrierter Menschen darauf zu projezieren, die die Gegenwart nicht verstehen.
Manche sind einfach nur dabei um dabei zu sein,
manch andere, insbesondere Kinder und Jugendliche werden instrumentalisiert.
Die religiöse Inbrunst der Gegner ist besorgniserregend, abstoßend.
Die Grünen haben S21 als Trojanisches Pferd erkannt.
Aber die Baden-Württemberger sind nicht so dumm, das nicht zu durchschauen.
Paging