Die Liberalen hadern mit ihrem Vorsitzenden: Weil Guido Westerwelle ganz in seinem Ministeramt aufgeht, wächst in der FDP die Sorge, er könnte die Partei links liegenlassen.
"Die Partei hat ihre Schuldigkeit getan, die Partei kann sich ausruhen." So etwa empfinden etliche Freidemokraten, seit ihr Vorsitzender Guido Westerwelle in der Regierung ist. Natürlich haben sie Verständnis dafür, dass sich ihr Spitzenpersonal erst einmal in die vielen neuen Ämter einarbeiten muss. Dennoch wächst die Sorge, der neue Außenminister könne ob seiner Antrittsbesuche in aller Welt die Partei links liegenlassen. Als augenfälligstes Indiz dafür nehmen sie, dass sich Westerwelle so lange Zeit lässt mit der Nominierung eines neuen Generalsekretärs.
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Außenminister Westerwelle reist um die Welt, die Liberalen fürchten um die Ordnung in der Partei. (© Foto: dpa)
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Und es ist ja nicht dieser Posten allein, der seit dem Eintritt in die Regierung verwaist ist. Der bisherige "General" Dirk Niebel, nominell weiter kommissarisch im Amt, hat den langjährigen Bundesgeschäftsführer Hans-Jürgen Beerfeltz als Staatssekretär mit ins Entwicklungsministerium genommen. Parteisprecher Robert von Rimscha sitzt bereits im Auswärtigen Amt, wo er künftig den Planungsstab leiten soll. Sein bisheriger Stellvertreter Wulf Oehme ist auf dem Sprung, seinem bisherigen Chef Niebel ins Ministerium zu folgen. Mithin sind die wichtigsten Positionen in der Parteizentrale nicht oder nicht voll funktionsfähig.
Für die Ämter des Generalsekretärs und des Bundesgeschäftsführers hat der Vorsitzende das alleinige Vorschlagsrecht. "Und der berät sich im kleinsten Kreis - vor dem Spiegel", lästert ein führendes Parteimitglied. Aufschluss über Westerwelles Personalpläne erhofft sich das Präsidium vom kommenden Montag, wenn es erstmals seit dem Sonderparteitag vom 25. Oktober, auf dem der Koalitionsvertrag mit der Union gebilligt wurde, wieder zusammentritt.
Die Entscheidung über den künftigen Generalsekretär hat nach Einschätzung maßgeblicher Liberaler Signalcharakter. Wird die Partei ihre Eigenständigkeit bewahren oder wird sie bloßer Begleiter des Regierungsalltags?
Wird sie durch Programmarbeit die intellektuelle Basis schaffen auch für neue Regierungskonstellationen, etwa mit den Grünen, oder wird sie nur die unvermeidlichen Koalitionskompromisse abstützen? Und wird der Vorsitzende weiter bemüht sein, sich die Partei als Machtbasis zu erhalten, oder wird er eine offene Flanke entstehen lassen, an der sich der eine oder andere potentielle Nachfolger positionieren kann? Viele Fragen, viele offene Antworten.
Als aussichtsreichster Kandidat für den Posten des Generalsekretärs gilt zurzeit der 36-jährige Niedersachse Patrick Döring. Der selbständige Versicherungsunternehmer aus Hannover sitzt seit 2005 im Bundestag und gehört regelmäßig zu den Teams, die als Tagungspräsidium für mehr oder weniger launige Moderationen von Parteitagen zuständig sind.
Er stehe eher für die klassischen FDP-Themen, sagen Fraktionskollegen, ein Brückenbauer etwa zu den Grünen sei er nicht. Immerhin hatte er schon Gelegenheit, sich bei den Koalitionsverhandlungen gegenüber der Union zu profilieren. Das wird vom künftigen Generalsekretär auf jeden Fall erwartet, wie ein Präsidiumsmitglied sagt: "Angela Merkel hat die SPD an die Wand gespielt. Jetzt müssen wir aufpassen, dass uns das nicht auch passiert."
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(SZ vom 13.11.2009/woja)
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Man muss kein Westerwelle-Fan sein, um all die hämischen und unsachlichen Kommentare, die hier und anderswo über ihn publiziert werden, peinlich zu finden.
Kann man ihn nicht erst mal einige Zeit als Außenminister arbeiten lassen ?
Westerwelles Vorvorgänger war einer, der als einzige abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung den Taxifahrerschein vorzuweisen hatte - wo war der Aufschrei, als dieser ungebildete Nichtskönner mit ausschließlich großer Klappe Außenminister wurde ?
Was hat er denn böses getan? Gebt ihm doch mal eine Chance.
Das ganze Geschreibsel der Kommentatoren hier ist ja eher peinlich.
Das passt echt zu dieser Englisch-Debatte.
Findet das eigentlich niemand komisch, dass sich alle über Guido lustig machen, weil er mit einem BBC-Reporter Deutsch sprach. Niemand fand es komisch, dass ein Korrespondent der BBC, der hier in Deutschland arbeitet, kein Deutsch kann. Was ja eigentlich verwunderlicher ist. Denn wie soll er denn über das Land berichten, wenn er sich dort nicht in der Landessprache unterhalten kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ZDF irgendeinen Reporter nach England, Spanien, Frankreich usw. schickt, ohne dass er die dortige Landessprache beherrscht. In kleinere Länder vielleicht, da man ja nun nicht jede Sprache erwarten kann. Aber in so ein Land wie Deutschland. Da muß sich doch mal jemand finden, der das lernen kann.
Das war doch klar, dass dieser eitle Pfau sich lieber unter in seinen Augen "Seinesgleichen" ( will heißen: Minister und Staatsoberhäupter ) aufhält.
Wozu soll er sich denn dann noch in den Niederungen de FDP abplagen.
Dafür hat man schließlich seine Untertanen.
Tut mir Leid, aber dieser Mann ist einfach nur peinlich!
Der Gedanke, dass er Deutschland im Ausland vertritt, verursacht mir Magenschmerzen.
Dieser Selbstdarsteller findet nur sich selbst wichtig. Seine kindische Sehnsucht nach dem Amt des Außenministers, das vermeintlich immer der FDP zustehen müsse, wenn sie mal mitregieren darf, läßt durchaus vermuten, dass er Land, Volk und Partei vergißt, wenn er im Staatsflieger unterwegs ist.
Die FDP wird ohnehin 2013 nach ihrer "Steuersenkungspolitik auf Pump" wieder auf den Oppositionsbänken landen, samt dem reisesüchtigen Guido, für den es dann wohl keine weitere Zulunftsperspektive mehr gibt....
was die FDP wollte: Teilhabe an der Macht.
Und das geht eben ganz oder gar nicht. Guido ist nun in erster Linie Minister, was schert ihn da die Partei. Er repräsentiert jetzt draussen das Land, nicht seine Partei.
Soll nicht heissen, dass ich mich darüber freue, das das Amt an ihn gefallen ist.
Viel interessanter sind doch solche flotten Sprüche, wie: "Angela Merkel hat die SPD an die Wand gespielt, jetzt müssen wir aufpassen, dass das uns das nicht auch passiert."
1. Die SPD stand doch schon an der Wand und
2. bei soviel Selbstvertrauen in die eigene Kraft, sollte die FDP lieber gleich aufhören, wäre kein Verlust.
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